Freitag, 24. Februar 2017

Die Affenplage von Delhi

In der indischen Hauptstadt Delhi ist es in den letzten Jahren zu einem gewaltigen Affenproblem gekommen. Schuld daran ist, dass sich die Stadt immer mehr in Richtung der Waldgebiete ausgedehnt hat. Zuerst waren die gläubigen Hindus noch davon begeistert, dass sie nun Tür an Tür mit den Affen leben würden und sie fütterten sie anfangs sogar mit Bananen. Nach und nach dämmerte ihnen, was sie sich damit eingebrockt haben. Die Affen verloren jegliche Skrupel und begannen die Menschen zu attackieren, um an Futter zu kommen. Sie stehlen den Frauen und Kindern das Essen aus ihren Händen (vor Männern schienen sie eher Angst zu haben) und scheuen sich auch nicht davor über die Dächer, in die Häuser der Menschen einzudringen.


Die Bevölkerung errichtete außerhalb von Delhi ein Schutzgebiet für tausende Affen, welches durch einen Zaun gesichert ist... Für die Affen ist das nichts mehr als ein lustiges Spielzeug... Ein Affe lässt sich halt nicht durch einen lächerlichen Zaun davon abhalten an die reichhaltigen Nahrungsmittel von Delhi heranzukommen. Zu Beginn des Jahrtausends wurden sogenannte Affenfänger engagiert, welche die eingefangenen Tiere in zwei Lastwägen steckten und nach Madhya Pradesh (Staat in Zentralindien) brachten. Warum man nicht mehr Tiere aus Delhi brachte? Niemand will die Tiere haben, weil sie überall die gleichen Probleme verursachen...

2007 hat man im Asola Bhatti-Naturschutzgebiet ein 1.200 Hektar großes Areal für die Affen geschaffen. Kurz davor verstarb nämlich der Bürgermeister von Delhi durch eine Affen-Attacke. Er stürzte bei dem Angriff von seinem Balkon und verstarb noch am Unglücksort... In dem neu geschaffenen Areal wurden binnen kürzester Zeit 19.000 Affen untergebracht. In den letzten Jahren kamen allerdings kaum noch Affen hinzu. Das liegt daran, weil sowohl die erfahrenen Affenfänger als auch die nötigen Käfige fehlen... Die Affenplage in Delhi besteht somit weiterhin...

Abgesehen davon, dass man für das Naturschutzgebiet statt der benötigten 75 Wildhüter, lediglich zwei zur Verfügung hat, sollte man nicht ständig versuchen die Affen einzusammeln und umzusiedeln, sondern schlicht und einfach sterilisieren. Der Vorschlag wurde zwar schon mehrmals unterbreitet, von der hiesigen Regierung allerdings bisher nicht einmal kommentiert...