Dienstag, 4. April 2017

Das Exklusiv-Interview mit dem EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zum Brexit

Trotz seiner zahlreichen Verpflichtungen hat sich Herr Juncker die Zeit genommen, um in einem persönlichen Gespräch, seine Gedanken zum Brexit, einem breiteren Publikum preiszugeben.

Juncker
Wie lange wird unsere Unterhaltung ungefähr dauern? Sie wissen ich habe ja noch andere Verpflichtungen, welche nicht auf sich warten lassen.

Überflieger
Ein zehnminütiges Gespräch sollte völlig ausreichend sein.

Juncker
Nun denn. Herr Ober! Bringen Sie mir bitte zwei Flaschen Champagner. Wir haben nämlich eine wichtige Unterredung zu führen.

Überflieger
Oh! Ich danke sehr herzlich.

Juncker
Danke? Wofür? Die beiden Flaschen sind für mich! Zehn Minuten sind ja ziemlich lange. Da muss man aufpassen, dass einem der Hals vom vielen reden nicht austrocknet. Wenn Sie auch etwas wollen, dann können Sie ja meinetwegen ein Gläschen mittrinken.

Überflieger
Ich dachte lediglich, dass Sie mir eine Flasche am Ende des Gesprächs schenken wollen. Na egal. Herr Juncker! Was waren ihre ersten Gedanken, als der Brexit in einem Brief, ganz hochoffiziell an den derzeitigen EU-Ratspräsidenten Donald Tusk überreicht wurde?

Juncker
Jetzt geht’s los! Wir werden jetzt zwei Jahre lang verhandeln und am Ende geht’s der EU besser als vorher. Wenn wir jetzt noch ein paar Länder verlieren, dann sind wir gleich viel besser lenk- ähm ich meinte regierbar.

Überflieger
Sie wünschen sich also insgeheim, dass noch weitere Länder die EU verlassen?

Juncker
Selbstverständlich! Alle Länder die ständig nur herumraunzen, dass man dieses und jenes nicht machen darf, kann und soll und ständig und überall ihr Veto einlegen, schaden der EU. Was soll das? Das kommt davon, wenn man ihnen zu viel Entscheidungsfreiheit lässt. Solche Länder brauchen wir nicht!Also Tschüss!

Überflieger
Wie viele Länder braucht denn ihrer Ansicht nach die EU mindestens, um politisch und wirtschaftlich erfolgreich zu sein?

Juncker
Keine Ahnung. Woher soll ich das wissen? Ohne meiner Angela geht einmal gar nix. Ergo muss Deutschland immer dabei bleiben und sonst unbedingt alle Nettozahler – das wären also elf Länder. Ich will allerdings trotz diverser Austritte die Gesamtzahl der EU-Länder stets gleich haben. Es sollen also weiterhin 28 Länder sein.

Überflieger
Wie soll denn das bitte schön funktionieren?

Juncker
Ich habe diesbezüglich eine geradezu geniale Idee. Wir füllen die „weggebrochenen Staaten“ durch andere auf. Mir schweben dabei z. B. Tunesien, Marokko, Algerien, Libyen... vor.

Überflieger
Das sind doch keine europäischen Staaten!

Juncker
Na selbstverständlich nicht. Aber ist das nicht geradezu genial? Die EU ist doch sowieso nur die Abkürzung für Eine Union und wenn wir jetzt, angenommener weise, Flüchtlinge aus Afrika haben und diese fair auf unsere Union verteilen, dann können die gleich wieder in Afrika bleiben, weil beispielsweise Marokko zu unserer Union gehört. Ist das nicht unglaublich clever?

Überflieger
Denken Sie wirklich, dass die europäische Bevölkerung bereit ist diese enormen Mehrkosten zu finanzieren?

Juncker
Sie werden begeistert sein! Fragen Sie doch einen Anhänger von Le Pen, Wilders oder/und Hofer ob er es gut finden würde, wenn die Flüchtlinge in Afrika bleiben und ob wir uns das ein bisserl Geld kosten lassen sollen oder ob es ihm lieber wäre diese innerhalb des europäischen Kontinents zu verteilen. Ich denke wir kennen die Antwort.

Überflieger
Und wirtschaftliche Bedenken haben Sie gar keine?

Juncker
Aber warum denn? Wenn wir Glück haben, wollen ausgerechnet jene Nationen zu uns, welche über enorme Bodenschätze verfügen. Das wäre für die EU geradezu phantastisch. Wenn wir es richtig angehen, dann werden wir uns vor EU- Beitrittsgesuchen kaum retten können und wir picken uns dann nur noch die Rosinen heraus. Um Gottes Willen meine beiden Champagner-Flaschen sind leer! Das bedeutet, dass ich nun das Interview beenden muss.

Ich habe als nächstes eine Skype-Konferenz mit dem nordkoreanischen Staatsmann Kim Jong-un. Es gibt nämlich vielleicht schon bald eine Möglichkeit unerwünschte Flüchtlinge auf nordkoreanischem Staatsgebiet „unterzubringen“. Gegen die Lieferung einiger Tonnen Lebensmittel, sollte dem nichts im Wege stehen...