Dienstag, 25. April 2017

Die Konferenz der Völker für eine Welt ohne Mauern und für universelle Staatsbürgerschaft

Am 20. und 21. Juni 2017 findet in Bolivien, Tiquipava, auf Betreiben des bolivianischen Präsidenten Evo Morales, ein weltweites Treffen zum Thema Flüchtlinge und Migration statt. Für den Präsidenten sind nicht nur die Militärinterventionen sondern auch die globale Ungleichheit die Hauptgründe für die gewaltigen Flüchtlingsströme. Morales formulierte es folgendermaßen: „Es ist inakzeptabel, dass wir Mauern gegen Einwanderer haben, gegen Latinos und Flüchtlinge, aber keine Mauern gegen Militärinterventionen und die Plünderung unserer natürlichen Ressourcen".

Der bolivianische Präsident geht sogar so weit, dass er auf Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen Bezug nimmt und das Recht der Menschen auf Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit einfordert. Armut, ethnische Säuberungen, Kriege und Militärdiktaturen, sowie die zunehmend militarisierte Politik der NATO führen zu den massenhaften Flüchtlingsströmen. Die Menschen aus Afghanistan, Jemen, Irak, Libyen und Syrien bezahlen ihre Flucht über das Meer oftmals mit dem Leben.

Die „reichen“ Länder begründen ihre Abschottungspolitik zumeist mit den unzähligen Verbrechern unter den Migranten. Evo Morales und Gleichgesinnte fordern deshalb, dass die Menschheit auf eine Abschaffung der Grenzen und eine universelle Staatsbürgerschaft hinarbeitet. Die universelle Staatsbürgerschaft würde zumindest dazu führen, dass man sich in ferner Zukunft nicht als Österreicher, Belgier, Tunesier, Kanadier... sieht, sondern als Erdenbürger. Da würden schon einmal viele Beweggründe für einen Krieg wegfallen. Wie es allerdings zu bewältigen wäre, dass die Menschen dann immer noch verschiedensten Religionen angehören und sich bei Diskussionen darüber liebend gerne gegenseitig den Schädel einschlagen, kann ich leider auch nicht beantworten.

Die kolumbianische Regierung würde es viel lieber sehen, dass es Mauern gegen jene Menschen geben sollte, welche eine ausländerfeindliche und diskriminierende Politik durchziehen. Eine Politik, welche die Menschen daran hindert von einem Land in ein anderes zu ziehen.

In Kolumbien findet somit nach dem Gipfel zum Klimawandel im Jahre 2010 und dem Gipfel zum Schutz der Erde im Jahre 2014 mit dem Treffen für eine Welt ohne Mauer, bereits das dritte hochkarätige Treffen statt. Die Veranstalter des Treffens wünschen sich, dass die Vereinten Nationen die Schlusserklärung annehmen.