Freitag, 1. Dezember 2017

Das Mammutprojekt namens Bonn-Challenge

Schon einmal etwas von der Bonn-Challenge gehört? Es geht dabei, um ein Projekt mit unglaublichen Dimensionen. Das Ziel ist es bis zum Jahr 2020 ungefähr 150 Millionen Hektar abgeholztes Land zu „renaturieren“. Zehn Jahre danach soll die Fläche gar auf 350 Millionen Hektar erweitert werden. Nur zum Vergleich – Indien ist kleiner...


1998 hat es ein ähnliches Experiment, in weit kleinerer Ausführung aber immerhin, in Costa Rica gegeben. Dort sind die Umweltschützer mit läppischen 1.000 LKW-Ladungen voller Orangenschalen aufgekreuzt und haben diese auf eine verlassene, abgeholzte Fläche „verstreut“. Nicht ganz zwanzig Jahre später ist dort eine größere Artenvielfalt als in der Umgebung vorzufinden. In der von Orangenschalen verschönerten Region wachsen nunmehr 24 verschiedene Baumarten. Rundherum sind es lediglich acht... Es scheint also so zu sein, dass landwirtschaftliche Abfälle genügen, um die Renaturierung voranzutreiben. Ist das nicht eine tolle Nachricht? Man muss nichts tun, außer ein bisserl Mist verstreuen und danach braucht es keinerlei Anstrengung. Die natürliche Düngung aktiviert sozusagen die Selbstheilungskräfte der Natur.

Die Menschen müssen also lernen auf ihr Land aufzupassen, es vor Abholzung oder Viehfraß zu schützen und sonst gibt es nichts weiteres zu tun als zu warten. Die Natur sorgt als Lohn für die gute Behandlung mit einem ausgezeichneten Schutz vor Bodenerosion und Überschwemmungen. Nebenbei steigt auch wieder der Grundwasserspiegel und in den heißen Gebieten sorgt die Renaturierung für ein kühleres Klima.

Zurück zu den 350 Millionen Hektar Land, welche renaturiert werden sollen. Dies erfolgt aus einer Mischung folgender Komponenten. Selbstverständlich werden zur Beschleunigung auch Bäume gepflanzt – logischerweise aber nicht für die komplette Fläche. Es wird Gebiete geben, welche zu Schutzgebieten erklärt und mit Bioabfällen gedüngt werden – also so ähnlich wie einst in Costa Rica. Ich bin ja nur neugierig was mit den 350 Millionen Hektar Land passiert, wenn alles blüht und gedeiht. Hoffentlich nutzt man nicht gleich die Chance es hemmungslos „auszurauben“, um es danach abermals zu renaturisieren...