Freitag, 14. Juli 2017

Wer profitiert von den Auseinandersetzungen beim G20 Treffen?

Wir alle haben die Bilder aus Hamburg gesehen und waren über die Welle an Gewalt, den bürgerkriegsähnlichen Zuständen erschüttert. Wer ist Schuld? Je nachdem wen ihr gerade fragt wird die Antwort lauten, dass entweder der schwarze Block, alle anderen Demonstranten weil sie die Aktivitäten des schwarzen Blocks nicht unterbunden haben (wir haben gar nicht gewusst, dass er da ist...), die Polizei – weil sie zu spät reagiert und viele andere wiederum werden meinen zu früh und zu aggressiv, ja vielleicht sogar provozierend aufgetreten ist, die Veranstalter des G20 Treffens, weil sie als Austragungsort des G20 Treffens, Hamburg und nicht den Nordpol oder den Mond ausgewählt haben... Selbstverständlich ist sowieso die jeweils andere Seite schuld...

An den schwarzen Block gerichtet sei gesagt, dass ich kein Verständnis für Menschen habe, welche durch Gewalttätigkeit, Zustände verändern wollen. Die wahllos angezündeten Autos, die Zerstörung und die Plünderung diverser Geschäfte, haben mit dem G20 Treffen aber garantiert gar nichts zu tun! Es gibt auch keine Entschuldigung dafür Betonplatten von Häusern auf Polizeibeamte zu werfen...

Alle in Hamburg beteiligten Personen sind mit irgendwelchen Forderungen, welche sie oftmals auch auf Schildern geschrieben haben, zum G20 Treffen gefahren und wollten diese der Gegenseite unter die Nase halten. Welche Ziele wurden erreicht? Wenn es das Ziel war für Gewalt, Zerstörung und viele verletzte Menschen zu sorgen, dann wurde dieses mit Bravour geschafft. Das Treffen wurde beendet und es gibt auf allen Seiten genügend Aggressionspotential, um beim nächsten Mal eine offene Rechnung zu begleichen. Hasserfüllt wird man sich also wieder begegnen und es wird vermutlich noch schlimmer werden als in Hamburg. Sinnvoll? Garantiert nicht.

Es ist in Wahrheit ein Irrsinn, dass wir technologisch betrachtet, alle miteinander vernetzt sind aber nicht in der Lage sind diese Errungenschaft sinnvoll zu nutzen. Wir können lustige Katzenvideos auszutauschen, sind aber nicht fähig mit Andersdenkenden zu kommunizieren. Es ist halt schwierig sich selbst zurück- und nicht für so extrem wichtig zu nehmen und seinem Gegenüber und sei seine Ansicht noch so schwer nachvollziehbar, zuzuhören. Wir alle müssen unseren Geist auch für die Argumente des Gegners öffnen und nicht sofort eine Blockade aufzubauen. Wenn uns das eines Tages gelingt, dann könnten wir in weitaus kürzerer Zeit mehr weiterbringen, als hunderte Demos es jemals schaffen werden.