Donnerstag, 9. November 2017

Paradise Papers – einfach erklärt

Es handelt sich um ein „Datenleck“ in welchem etwa 13 Millionen Dokumente enthalten sind. In diesen Dokumenten geht es um Strategien zur Steuervermeidung. Darin aufgelistet ist eine Liste mit den Namen von Prominenten und Unternehmen.

Dreh- und Angelpunkt des Interesses ist eine Kanzlei namens Appleby. Diese ist schlicht und ergreifend Marktführer im Tätigkeitsgebiet des Offshore-Geschäfts. Die Geschäfte werden vorwiegend in Bermuda getätigt.

Wie gelangte das Datenleck an die Öffentlichkeit?

Gelungen ist es dies dem internationalen Journalistenverband für investigativen Journalismus. Bereits 2016 wurde im Rahmen eines 2,6 Terrabyte großen Datenlecks (Name Panama-Papers) auf die Gepflogenheiten der Steuervermeidung hingewiesen...

Das neuerliche Datenleck mit dem Namen Paradise Papers, soll einerseits die Verbindung zu den Panama-Papers herstellen und weist andererseits auf jenen Ort hin, wo die zweifelhaften Geschäfte stattgefunden haben – die Bermudainseln. Eine Verbindung zwischen Natur- und Steuerparadies ist ebenso nicht von der Hand zu weisen.

Die Sichtung und Auswertung der enormen Datenmengen benötigt Zeit und bereits jetzt muss darauf hingewiesen werden, dass wir alle, dringendst ein faireres Steuersystem brauchen. Von den jetzigen Steuerpraktiken profitieren einzig und alleine die Reichen und riesigen Unternehmen. Alles was diese durch gefinkelte Finanzkonstrukte weniger Steuern zahlen müssen, geschieht zu Lasten des „Durchschnittsbürgers“, welcher diese Möglichkeiten nicht hat.

Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es für die handelnden Personen keine strafrechtlichen Konsequenzen geben wird, weil diese „Steuerpraktiken“ extrem bedenklich aber völlig legal sind.

Wir dürfen allerdings mit Fug und Recht behaupten, dass jene Personen, welche derlei Praktiken anwenden, sich als Sozialschmarotzer allererste Güte „auszeichnen“.

Berühmte Namen, welche bisher auf den Paradise-Papers „auftauchten“:

Bono Vox, Shakira, Harvey Weinstein (nächster Skandal), Wilbur Ross US-Handelsminister und mit 2,9 Milliarden Dollar das reichste Mitglied der Trump-Regierung. Madonna, Michael Ashcroft, britische Ex-Politiker und Milliardär, Gerhard Schröder, Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos , Stephen Bronfman Vertrauter und Berater von Kanadas Premierminister Justin Trudeau. Lewis Hamilton, Prinz Charles, Queen Elisabeth II, Paul Gauselmann deutscher Milliardär und Besitzer des Glückspielkonzerns Merkur, Jean-Claude Bastos de Morais der schweizerisch-angolanische Geschäftsmann Jean-Claude Bastos de Morais verwaltet den angolanischen Staatsfonds, Shaukat Aziz der ehemalige pakistanische Premier- und Finanzminister...

Laut einer Berechnung des Wirtschaftsexperten Gabriel Zucman haben die reichsten Mitglieder der Gesellschaft 7,9 Billionen Euro in Steueroasen geparkt. Mit diesem Geld könnten "alle Menschen, die derzeit Hunger leiden, rund 61 Jahre lang ernährt" werden...