Donnerstag, 16. November 2017

Schweden – die Polizei wird zunehmend zur Zielscheibe von Gangs

Es handelt sich nicht um Terroristen, welche die Polizei des skandinavischen Landes bedroht und attackiert, sondern es handelt sich um gezielte Angriffe von Bandenmitgliedern. Explosionen vor Polizeistationen (die jüngste in Helsingborg), Messerattentate auf Beamte (letztmals im Stadtzentrum von Stockholm), Schüsse auf das Haus eines Polizisten in Vasteras (der Täter konnte immerhin verhaftet werden), Feuerwerkskörper und Steine gegen eine Polizeistation in Växjo sind nicht eine wahllose Zusammenstellung diverser Vorkommnisse gegen Polizisten innerhalb weniger Wochen oder Monate, sondern es handelt sich dabei um Geschehnisse innerhalb einer Nacht.

Wer kann es den Polizisten also verdenken, dass bei einer Umfrage, 70 % der schwedischen Polizisten verkündeten, dass sich ihre eigene Sicherheit in den letzten beiden Jahren drastisch verschlechtert habe.

Die schwedische Justizministerin versucht indes Möglichkeiten zu finden die Beamten besser zu schützen und im Falle von Verletzungen auch finanziell zu entschädigen. Immer lauter werden auch die Rufe, dass es strengere Strafen brauche und die Waffengesetze strikter werden müssen, um die Gewalt wenigstens ansatzweise zu minimieren.

In ganz Schweden gelten mittlerweile bereits 61 Gebiete als sogenannte „No-Go-Zonen“. Die Bewohner haben ihr Vertrauen in die Polizei längst verloren und haben panische Angst davor Aussagen über diverse Vorkommnisse zu tätigen. Die Furcht vor Racheaktionen der dänischen Straßengang mit dem lieblichen Namen „Loyal to Familia“ versucht nämlich derzeit im südlichen Teil Schwedens Fuß zu fassen. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang die Städte Malmö und Helsingborg. Dies wird auch vom Sprecher der Polizei Malmös, Nils Norling mit folgenden Worten bestätigt: „Wir wissen, dass sie in Malmö waren und versuchen, sich hier zu etablieren. Und wir wissen, dass 'Loyal to Familia' an einer Etablierung in Helsingborg interessiert sind.

In einem Interview mit der dänischen Zeitung „Extra Ladet“ hatte der Gangleader die Möglichkeit bekommen sich selbst zu äußern: „Wir sind eine Brüderschaft, also eröffnen wir keine neuen Einheiten, um Verbrechen zu begehen, sondern eher mit dem Ziel unsere Brüderschaft zu bereichern.“

In Dänemark ist „Loyal to Familia“ in diesem Sommer besonders stark in Kopenhagen aktiv gewesen und es zahlreiche Schießereien. Die Polizei sprach eine Warnung an junge Männer aus und riet ihnen eindringlichst, die Bereiche Husum, Norrebro und Rypkarken Station, zu betreten. Es bestünde sonst die Möglichkeit, dass man sie mit Bandenmitgliedern verwechsle...

Ab dem 1. Jänner werden in Schweden strengere Waffengesetze in Kraft treten und es wird einfacher werden, verdächtige Personen abzuhören und festzunehmen.