Sonntag, 24. Januar 2021

Die mutierten Corona-Viren B.1.1.7 und B.1.351

Diese beiden neuen Varianten des Corona-Virus sind nicht tödlicher als die bisher krassierenden Viren, sind aber ansteckender und verbreiten sich deshalb rascher. Daraus resultieren in kürzerer Zeit mehr Infizierte und mehr Tote. Das führt zu einer weit stärkeren Belastung der Gesundheitssysteme. „Flatten the curve“, wie der Begriff vor bald einem Jahr lautete, um die raschere Verbreitung der Viren zu verhindern, wird dadurch schwieriger. Für den weiteren Verlauf der Pandemie sind diese Mutationen, nicht gerade ein Segen.

Die Forscher*innen um Erik Volz vom Imperial College London haben errechnet, wie viel ansteckender B.1.1.7 ist und welche Folgen daraus für das Infektionsgeschehen resultieren. Die Wissenschaftler*innen sind zu der Erkenntnis gelangt, dass der R-Wert bei der Mutation in Großbritannien, um 0,4 bis 0,7 Mal höher war, als zuvor. Ein R-Wert von 1 bedeutet, dass 100 Infizierte weitere 100 Menschen anstecken. Ein R-Wert von 1,7 bedeutet hingegen, dass 100 Infizierte 170 weitere Menschen anstecken. Die neue Corona-Virus-Variante ist demnach, um 70 % ansteckender als die bisherigen. Ein R-Wert von höher als 1, weist auf ein exponentielles Wachstum der Infektionszahlen hin.

Noch einmal kurz zusammengefasst

Wir haben jetzt schon Schwierigkeiten, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen und durch die neuen Virus-Varianten, liegen noch mehr Menschen wochenlang in den Krankenhäusern und dort sogar auf der Intensivstation. Die Maßnahmen, welche dieses rasche Infektionsgeschehen unterbinden sollen, müssen also effizienter sein, als jene, welche wir bisher angewandt haben.

Ab wann erreichen wir die Herden-Immunität?

Herden-Immunität bedeutet, dass ein großer Teil der Gesellschaft, durch Impfung oder Infektion, gegen eine ansteckende Krankheit immun ist. Der Erreger hat es somit immer schwieriger sich zu vermehren und deshalb wird die Ausbreitung vermindert. Es stellt sich die Frage, wie hoch der prozentuelle Anteil der Bevölkerung sein muss, um eine Herden-Immunität zu erreichen.

Es gibt einige unbekannte Faktoren zu berücksichtigen wie z.B. die Tatsache, dass es bereits Einzelfälle gegeben hat, wo sich Erkrankte neuerlich angesteckt haben. Außerdem kann noch niemand sagen, wie lange der Impfschutz tatsächlich anhält. Es scheint aber einiges darauf hinzudeuten, dass man durch eine Infektion, weniger lange als durch eine Impfung geschützt ist.

Zu Beginn der Pandemie war man davon überzeugt, dass für eine Herden-Immunität eine „Durchseuchungs- oder Impfquote“ von 60 – 70 % nötig sei. Durch die neu und sich deutlich schneller ausbreitenden Virus-Varianten ist es vermutlich notwendig, eine Quote von 80 % zu erreichen.

Warum ist die Herden-Immunität so wichtig?

Es gibt Menschen, welche nicht geimpft werden können. Dazu gehören z.B. jene, welche an Leukämie erkrankt sind, oder denen ein Organ transplantiert wurde. Diese müssen nämlich Immun-Hemmende Medikamente einnehmen und können deshalb nur durch Herden-Immunität geschützt werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses bereits 2 % der Bevölkerung betrifft.

Des Weiteren können keine Kinder und Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr geimpft werden, weil die Impfstoffe erst ab frühestens 16 Jahren verwendet werden dürfen. Erste Effekte dürften sich allerdings bereits einstellen, wenn 30 % der Bevölkerung geimpft wurden. Es sollte dann bereits zu einer „Einbremsung“ der Verbreitung kommen.

Wer die Möglichkeit hat, kann und darf, sollte sich laut der Meinung zahlreicher Wissenschaftler unbedingt impfen lassen.

Übrigens: Bei den Masern ist eine Impfrate von mehr als 90 % nötig, um den Erreger zu kontrollieren, weil diese ansteckender sind, als alle bisher bekannten Arten von Corona-Viren.



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