Montag, 4. Januar 2016

Griechenland wirft der Türkei vor, den Zustrom an Flüchtlingen nicht zu reduzieren

Will die Türkei den Flüchtlingsstrom nicht stoppen oder kann sie es ganz einfach nicht? Fakt ist, dass laut griechischer Behörden, trotz des schlechten Wetter täglich 4.000 Menschen über die Türkei nach Griechenland gelangen. Das empfindet der griechische Vizeminister Mouzalas (er ist auch für die Migration zuständig) als „nicht normal“. Wenn der Zustrom aus der Türkei nicht gestoppt wird und gleichzeitig auch die Rückführungen nicht klappen, dann wird 2016 wohl nicht nur für die Griechen ein schwieriges Jahr.


„Selbstverständlich“ ist auch Griechenland mit Vorwürfen konfrontiert welche besagen, dass der Staat nicht fähig sei, seine Grenzen zu kontrollieren. Vizeminister Mouzalas konnte das auf folgende Art zurückweisen: „"Landesgrenzen kann man wunderbar kontrollieren. Im Meer, wenn ein Boot sinkt, hat man keine andere Wahl als die Menschen zu retten". Danach erneuerte seine Ansicht, dass die Türkei ganz einfach zu wenig unternehme um die Menschen zu stoppen.



Wenn er Recht hat, dann war der Sondergipfel im November zwischen der EU und der Türkei sinnlos. Die Türkei würde zwar eine Finanzhilfe in der Höhe von drei Milliarden Euro lukrieren und Visa Erleichterungen bekommen (also wenigstens für einen der Gipfelteilnehmer nicht sinnlos), aber beim Flüchtlingszustrom hätte sich demnach nichts geändert. Obwohl ganz so kann man das nun auch wieder nicht sagen. Seit wenigen Tagen kommen, neben den Schutzsuchenden aus Afghanistan und Syrien, verstärkt Menschen aus Algerien und Marokko über die Türkei nach Griechenland....



Laut dem UNO-Hilfswerk UNHCR kamen 2015 insgesamt 851.319 Menschen über die Ägäis nach Europa. 2016 werden es kaum weniger werden...