Montag, 4. Januar 2016

Zum Glück gibt es in Saudi-Arabien Massenhinrichtungen

In Saudi-Arabien gibt es für Menschen welche abscheuliche Verbrechen begehen und damit die Gesellschaft gefährden logischerweise die Todesstrafe. Dazu zählen die furchteinflösende Hexerei, der hinterhältige Ehebruch, sowie Sexual- und Drogendelikte. 2015 gab es die meisten öffentlichen Enthauptungen seit 20 Jahren. Selbstverständlich muss so eine Monarchie, welche sich derartig für das Wohle seines Volkes einsetzt im UN-Menschenrechtsrat vertreten sein. Zur Belohnung wurde Faisal Bin Hassan Tred zum Vorsitzenden gewählt.


Am Samstag wurden halt wieder 47 Menschen exekutiert. Darunter ein schiitischer Geistlicher namens Nimr al-Nimr. Dieser war ein schiitischer Kleriker, Freitagsprediger und Bürgerrechtler. Seinem aggressiven Wesen entsprechend rief er bei den Demonstrationen im Jahre 2011 zur Gewaltlosigkeit auf. Wie kann er nur?!? 2012 wurde er verhaftet (und dabei halt ein bisserl verletzt) . 2014 bekam er dann endlich die Todesstrafe wegen: der Anstiftung zum Aufruhr, Volksverhetzung, Vandalismus und wegen Mangel an Gehorsam gegenüber den muslimischen Autoritäten. Da kann man natürlich nicht anders als die Todesstrafe verhängen. Das leuchtet doch wohl jedem ein.

Seltsamerweise ist nach der Hinrichtung von Nimr al-Nimr die islamische Welt ein bisserl angefressen auf Saudi-Arabien. Der iranische Geistliche Ahmad Khatami sprach sogar von einem „kriminellen“ Saudi-Arabien. Er warnte sogar das sunnitisch-wahabitische Königreich davor, dass es hohe Kosten zu tragen haben werde. Man würde die Familie der Sauds aus den Geschichtsbüchern entfernen... Du meine Güte ist der gemein. Der oberste schiitische Rat im Libanon hat die Hinrichtung als „schweren Fehler“ bezeichnet. Ein irakischer Parlamentsabgeordneter glaubte gar, dass die Saudis die Region in Brand setzen wollen...

Der Bruder von Nimr al-Nimr gab gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Reaktionen auf die Exekution seines Bruders friedlich bleiben mögen.

Es fällt auf, dass seit dem Tod von König Abdullah die Anzahl der Hinrichtungen stark zugenommen hat. Der neue König Salman versucht sich wohl auf diese Art und Weise zu profilieren. In den 1980iger und 90iger Jahren gehörte er (damals noch als Prinz) zu den wichtigsten Geldgebern des Terrorismus...