Dienstag, 5. Januar 2016

Mexiko - 324 ermordete Menschen im Bundesstaat Guerrero

Die Ermordung von Gisela Mota, einen Tag nachdem sie ihr Amt als Bürgermeisterin im Ort Temixco angetreten hat, sorgte weltweit für Schlagzeilen. Von der Presse nicht wahrgenommen wurde bisher die Tatsache, dass im südmexikanischen Bundesstaat Guerrero in den letzten beiden Monaten insgesamt 324 Menschen ermordet wurden. Für die Morde sind, laut der Tageszeitung La Jornada, folgende Gruppierungen der Drogenmafia verantwortlich: Die Los Rojos, Guerreros Unidos, La Familia Michoacana, Los Templarios und die Los Ardillos.


Das Problem dieser Region, vielleicht aber auch von ganz Mexiko ist, dass die Mafia und die staatlichen Institutionen sehr eng miteinander verknüpft sind. Ein Beispiel mit welchem diese Behauptung unterstützt werden kann ist die Tatsache, dass am 26. November 2015 in Guerrero vier Mitglieder der NGO namens Casa de Justicia La Patria es Primera und der kommunalen Polizei Crac-PC ermordet wurden. Durchgeführt wurde dies vermutlich vom Drogenkartell Los Ardillos. Staatliche Polizeibeamte haben kurz vor der Ermordung, Checkpoints abgebaut. Somit konnten die Mörder ungehindert agieren.

Um zur frisch gewählten und ermordeten Bürgermeisterin Gisela Mota zurückzukommen. Sie wurde in ihrem eigenen Haus erschossen. Sie hatte angekündigt, die Mafia entschieden zu bekämpfen – ihr Todesurteil. Mexikanische Medien berichten zwischenzeitlich davon, dass die Polizei zwei der Täter erschossen hat und zwei weitere Verdächtige verhaftet werden konnten. Laut der Staatsanwaltschaft ist für die Ermordung der Bürgermeisterin die Drogenbande Los Rojos verantwortlich.