Sonntag, 25. Januar 2015

Am Christkindlmarkt

Vorsicht Satire

Der Christkindlmarkt wurde eröffnet und unsere allseits beliebten Politiker 
nehmen ein Gesichtsbad in der Menge.

Zu ihrer Überraschung werden Sie 
nicht von allen Bürgern mit Enthusiasmus empfangen.

Aber sehen Sie selbst.

  
Viel Spaß!


Häupl
Ich liebe diese Stadt. Hier ist ständig etwas los und die Menschen sind stets nett zueinander. Ich liebe den Christkindlmarkt. Schon als Kind war ich immer gerne hier und habe mich mit dem größten Vergnügen bei den Standln angestellt, wo es die schönste und größte Zuckerwatte zu kaufen gab. Da schau her liebe Maria wie die Menschen glücklich sind. Überall strahlende Gesichter und das schöne Spielzeug für die Kleinsten unserer Stadt. Sieh doch nur wie herzig diese Plüsch Bären sind. Also ich könnte dahinschmelzen.

Vassilakou
Du kannst ja richtig sentimental werden Bärli.
Ich find das echt ur süß von Dir. Da schau her was es da alles gibt! Du meine Güte ist die Trommel da lieb und schau Dir doch erst einmal die Trompete an. Da könnten wir doch glatt zwei davon kaufen und dem Strache Burli so richtig schön den Marsch blasen. Na was sagst dazu Bärli?

Plötzlich steht da ein kleiner Bub und fängt ganz bitterlich zu weinen an. Seine Eltern versuchen vergeblichst ihn zu trösten. Weil ihm der Kleine so leid tut, dreht sich der Wiener Bürgermeister zu ihm und spricht ihn an.

Häupl
Na Du kleiner Hosenscheißer. Was ist denn mit Dir los? Warum weinst Du denn so? Willst Du vielleicht ein Foto mit mir machen? Wie heißt Du denn eigentlich?

Lukas
Ich bin der Lukas und ich will kein blödes Foto von Dir. Ich hasse Dich.

Häupl:
Na na na aber Lukas. So etwas sagt man doch nicht zu seinem Bürgermeister!

Lukas
Ist mir wurscht wer Du bist. Du bist blad und stehst mir im Weg. Ich kann mir nicht einmal das Spielzeug anschauen, weil Du dauernd vor mir herumstehst. Du bist ur gemein.

Häupl
Also Lukas ich möcht schon bitten. Blad sagt man nicht. Aber bitte ich kann Dich schon verstehen. Da komm her, da kannst an mir vorbeigehen und Dir vorne in aller Ruhe das Spielzeug anschauen.

Vassilakou
Na da hast jetzt zum Glück gut reagiert, nicht auszudenken wenn der Kleine jetzt noch lauter geschrien hätte und alle Leute gesehen hätten wie neben Dir so ein Würmchen herzzereissend weint.

Doch schon ist die nächste Störung im Anmarsch. Der große Herausforderer für das Amt des Wiener Bürgermeisters, oder Bundeskanzlers, Bundespräsidenten, Papstes... was auch immer... Heinz Christian Strache erscheint auf der Bildfläche.

Strache
Ja Servus! Grüß Gott und Hallo liebe Leute! Da schauts her! Eure große Hoffnung ist soeben am Christkindlmarkt eingetroffen! Ja wen sehen meine wunderschönen, strahlenden, blauen Augen denn da? Der Häupl Michi mit seiner Steigbüglhalterin! Oder sollte ich eher sagen, die Bürgermeisterin mit ihrem versklavten Titelträger. Schauts genau hin liebe Leute! Der Wiener Bürgermeister ist unter der Fuchtl dieser weltfremden Griechin! In Wirklichkeit hat eh die Mary die Hosen in Wien an. Aber mir kanns eh egal sein. Bei der nächsten Wiener Wahl wird aufgemischt. Da bleibt kein Stein auf dem Anderen. Ihr werdet schon sehen!

Plötzlich und unvermutet beginnt der kleine Lukas wieder zu weinen. Noch lauter und noch eindringlicher als vorhin.

Strache
Ja was ist denn los? Was hat denn der Bub? Hat Dir irgendein islamisches Kind gegen das Schienbein getreten? Na dem werden wir es schon zeigen! Wo ist denn des Gfrast?

Lukas
Was redet der für einen Mist! Du bist mir voll auf die Zehen gestiegen und außerdem tun mir meine Ohren weh, weil Du so deppat herumschreist! Ich hasse Dich! Mama ich will nach Hause! Ich hasse diesen Scheiß Christkindlmarkt! Da rennen nur deppate Erwachsene herum!

Strache
Na na na kleiner Mann. Wer wird denn so etwas sagen. Erstens habe ich Dich kaum berührt und zweitens war ich ja gar nicht so laut. Das ist halt mein Naturell dagegen kann ich nicht an. Pass auf. Ich kaufe Dir jetzt eine Zuckerstange und Deine Eltern lade ich jetzt auf ein Bier und a Burenheitl ein. Na wos is. Was sagst Du dazu.

Da tritt ihm der Lukas plötzlich mit aller Kraft gegen sein Schienbein.

Lukas
Das ist, weil Du schon wieder so laut herumgeschrien hast. Jetzt hast wenigstens einen Grund zum Schreien. Die Zuckerstange darfst Du mir trotzdem kaufen.

Strache
Na Du bist vielleicht ein Früchtchen.

Vassilakou
Sagen Sie ja nicht Früchtchen zum Lukas. Sie wissen ja gar nicht was Sie seiner Kinderseele damit antun. Komm Lukas. Lass den Trottel da stehen. Der soll Dir die versprochene Zuckerstange holen und das wars. Bärli schau da drüben! Hu Hu Heinzi! Da sind wir! Komm her!

Fischer
Grüß Euch. Na das ist eine Freude! So eine Überraschung, dass ich Dich liebe Maria und Dich Michi hier sehe. Wie gefällts Euch denn hier am Christkindlmarkt.

Häupl
Na super ist es da. Es könnte gar nicht besser sein.

Wieder beginnt der kleine Lukas zu heulen. Diesmal noch lauter als je zuvor. Irritiert und sichtlich nervös blickt ihn der Bundespräsident an, um ihn dann mit seinen weisen Worten zu beruhigen.

Fischer
Na Du. Brauchst a Taschentuch?

Lukas
Na! Da sind ja nur Trottln! Mama bitte, ich will endlich nach Hause!

Fischer
Warum Trottln? Was hat er denn?

Lukas
Frag mich doch selbst! Zuerst steht mir der Blade im Weg und ich kann nix sehen, dann kommt ein anderer, steigt mir auf die Füße und brüllt mir in die Ohren bis alles weh tut und am Schluss sagt der Blade der mein ganzes Elend miterlebt, dass hier alles super ist. Nie wieder will ich auf diesen Scheiß Christkindlmarkt.

Fischer
Na na na. So etwas sagt man nicht. Aber ich gebe Dir schon Recht. Sehr taktvoll hat unser Herr Bürgermeister sich da halt nicht gerade geäußert. Das wird schon wieder kleiner Mann wirst schon sehen.

In diesem Moment erscheint der Spitzenkandidat der Wiener Volkspartei. Er wird von einem Kamerateam begleitet, um prachtvolle Fotos für den bevorstehenden Wiener Wahlkampf zu schiessen. Das Team bewegt sich entschlossenen Schrittes auf den kleinen Lukas zu und Landesparteiobmann Manfred Juraczka hebt den jungen Mann ungefragt in die Höhe, um ein vermeintlich schönes Foto zu machen. Jetzt brechen bei Lukas alle Dämme und er schreit, tobt, quietscht und brüllt sich die Seele aus dem Leib. Selbstverständlich bleibt das den anwesenden Christkindlmarkt Besuchern nicht verborgen und Sie beobachten die Szenerie mit Argusaugen.

Juraczka
Na komm jetzt mach doch net so ein Theater. Die Leute schaun schon alle her. Mein Gott ist mir das peinlich. Jetzt hör doch endlich auf. Ja gibt’s denn das. Beruhig Dich doch. Soll ich Dir vielleicht ein Langos kaufen? Magst ein Langos? Oder hättest lieber ein Spielzeug Auto. Na sag schon was.

Lukas
Ich will nix. Ich will gar nix. Ich will nur heim. Ihr tuts alle nur lügen. Der Eine hat mir eine Zuckerstange versprochen und ist noch immer nicht zurück. Lass mich los Du Krawatten Monster!

Juraczka
Na na na. Krawatten Monster sagt man nicht. Sag einmal weißt Du denn überhaupt wer ich bin?

Lukas
Natürlich weiß ich wer Du bist. Du bist ein Kinderverzahrer! Ohne mich zu fragen hast Du mich einfach hochgehoben. Und abknutschen wolltest Du mich auch Du Sau! Kinderverzahrer! Kinderverzahrer! Kinderverzahrer!

Die Menge wird unruhig und bewegt sich langsam, aber von allen Seiten auf die Politiker rund um den kleinen Lukas zu. In diesem Moment kehrt Heinz Christian Strache mit seiner Zuckerstange zurück und überreicht Sie dem kleinen Buben.

Stimme aus dem Volk
Da schauts her! No so a Kinderverzahrer!

Nach diesen Worten schreiten erstmals die Eltern des kleinen Lukas ein. Sie beruhigen die Umstehenden mit folgenden Worten

Die Mama
Ihr könnts ganz beruhigt sein. Das sind keine Kinderverzahrer. Das sind nur unsere hirnlosen Politiker. Denen kann man ja nicht einmal einen Vorwurf machen. Die sind ja nicht so, weil Sie irgendjemanden absichtlich schaden wollen, sondern weil Sie es gar nicht besser können.

Häupl
Ja also viel schöner hätten wir das jetzt auch nicht formulieren können. In meiner Eigenschaft als Wiener Bürgermeister schlage ich vor, dass wir zur Beruhigung der Gemüter jetzt alle auf Kosten von uns Politikern bei dem Standl da daneben jeweils einen Punsch trinken und jeder der so einen Gratis Punsch bekommen hat, sollte danach bitte zum Licht ins Dunkel Standl gehen und dort freiwillig eine Spende abgeben. Wenn jeder von Euch den Betrag hergibt, welcher der Punsch ihm gekostet hätte, dann käme da schon eine beachtliche Summe zusammen. Ich danke für Eure Aufmerksamkeit.

Die Worte des Wiener Bürgermeisters haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Hunderte Christkindlmarkt Besucher machten vom Angebot des Wiener Bürgermeisters Gebrauch und holten sich ihren Punsch. Für Licht ins Dunkel kam ein ansehnlicher Spendenbetrag zusammen und der kleine Lukas bekam als Entschädigung für seine Leiden so viele Süßigkeiten, dass er damit bis zum nächsten Osterfest auskommen wird. Außerdem bekam er zehn ferngesteuerte Autos, zwanzig Lego Schachteln, dreißig Fußball Trikots und unzählige Puzzle und Quartett Spiele.