Sonntag, 25. Januar 2015

Wir lesen dem Putin die Leviten

Vorsicht Satire

Österreich ist sich seiner Rolle als neutraler Staat voll bewusst (geworden) und versucht deshalb wie wild zurückzurudern, um die russischen Sanktionen abzufedern.

Nach Absprache mit den mächtigsten EU Vertretern, also mit der Angie, fahren einige mutige österreichische Politiker nach Moskau (nicht nach Sibirien – auch wenn man es sich manchmal so wünschen mag...). Dort wollen Sie dem Putin ordentlich die Leviten lesen und ihn anschließend zum Einlenken – was die Sanktionen betrifft – veranlassen.

Unsere Hoffnungsträger sind: Bundespräsident Fischer, Bundeskanzler Faymann, Vizekanzler Django Mitterlehner, Aussenminister Kurz und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl himself.

H.C. Strache wollte ursprünglich mitkommen, konnte aber den Termin wegen seines 14. Urlaubs in diesem Jahr leider nicht wahrnehmen... Eva Glawischnig wollte ein Zeichen setzen und Conchita Wurst mitnehmen, ist aber dann zu spät zum Flughafen gekommen weil der gute Tom so lange im Badezimmer gebraucht hat... Verteidigungsminister Klug war unabkömmlich beim renovieren und ausmalen der alten Kasernen...

Das überzeugende Quintett befindet sich
bereits in Moskau und wird von Präsident Putin mit allen Ehren empfangen. Zur Begrüßung gibt es fünf Wodka. Eine Runde Wodka nachdem jeder persönlich vorgestellt wurde und die Militärkapelle einen Tusch spielt. Michael Häupl ist glücklich über den angenehmen Empfang und gleich darauf geht’s in den Präsidentenpalast und in das Zimmer mit dem roten Telefon.

Putin:
Genug gefeiert. Meine Zeit ist sehr kostbar und ich muss danach noch in den Wald um einen Bären zu erlegen. Das wird dann auch im Fernsehen übertragen. Was ist also Euer Anliegen? Ich gebe Euch fünf Minuten Zeit.

Fischer:
Danke dafür, dass Sie sich für unser Team Zeit nehmen. Also es geht da ja eh nur um eine Kleinigkeit. Wir werden Sie ganz sicher nicht lange aufhalten. Wir würden halt gerne ein paar Missverständnisse aus dem Weg räumen. Gell Werner! Na komm sag doch auch etwas. Ich kann nicht mehr. Du kannst das bestimmt viel besser.

Faymann:
Also kurz und gut. Wir sind erschüttert und protestieren!

Putin:
Aha. Ihr wollt protestieren. Wirklich? Gegen was eigentlich? Na ist ja auch egal. Habt ihr Euch das wirklich gut überlegt? Laut meiner Meteorologen soll der Winter in diesem Jahr schrecklich kalt werden. Ihr versteht doch was ich meine?

Mitterlehner:
Wir lassen uns nicht bedrohen! Wir sind die Vertreter eines ernstzunehmenden Staates! Mit uns können Sie so etwas nicht machen! Schreiben Sie sich das hinter ihre Ohren!

Putin:
Wer ist das?

Faymann:
Das ist der Django.

Putin:
Interessant. Du handelst also mit Waffen. Django und sein Maschinengewehr, wenn Du verstehst was ich meine. Wie kommst Du sonst zu Deinem Namen?

Mitterlehner:
Den Namen habe ich aus meiner Studienzeit. Einfach so, weil er halt lustig war damals.

Putin:
Einfach so. Aha. Also was willst Du mir sagen Django?

Mitterlehner:
Sie können nicht einfach so den Gashahn kleiner drehen, nur weil Ihnen unsere Meinung nicht passt. Das darf man ganz einfach nicht. Und dagegen protestiere ich auf das Heftigste!

Putin:
Aha. Die Sanktionen der EU sind also ok? Na gut. Dann verspreche ich Euch, dass ich den Gashahn nicht kleiner drehen werde.

Fischer:
Bravo Django! Danke Herr Putin! Sie sind großartig!

Putin:
Moment. Ich werde nicht kleiner drehen, ich werde ihn abdrehen.

Kurz:
Das ist menschenverachtend! Ich erlaube das nicht!

Putin:
Wer hat das Kind hier hereingelassen? Geh raus und spiele mit den Puppen kleiner Bub!

Häupl:
So. Jetzt lassen wir den Profi ran! Gehts alle raus! Ich mache mir das jetzt mit dem Wladimir alleine aus. Oiso husch, husch geht’s ausse und wartets einfach.

Die Zeit vergeht. Sekunden werden zu Minuten und Minuten zu Stunden. Vier Stunden später kommen der Michi und der Wladimir eng umschlungen, total betrunken aber glücklich ein Wienerlied singend (Ana hot imma des Bummerl), welches der Wladimir soeben erlernt hat, aus dem Präsidentenzimmer.

Häupl:
Ollas in Ordnung. Der Wladimir mei Haberer hot olle Sanktionen zurückgenommen. Er schert sich nicht mehr um die Ostukraine und hat uns einen Haufen Wirtschaftsaufträge unterschrieben. Dafür müssen wir ihm wöchentlich eine Kiste Grüner Veltliner schicken und ihm dreimal im Jahr zum Schifahren am Arlberg und zum Heurigen nach Wien einladen.

Fischer:
Ja aber wie war das möglich?

Häupl:
Wie das möglich war? Der Wladimir hat noch nie beim Wettsaufen verloren. So ist es. Sechts Leitln. So funktioniert die hohe Politik. Und jetzt gemma ham und lassn uns feiern.