Sonntag, 25. Januar 2015

Der Politikerball

Vorsicht Satire

Die arme und bemitleidenswerte Schicht der Politiker hat sich,
dank dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl,
in diesem Jahr dazu durchgerungen einen eigenen Ball ins Leben zu rufen.

Der Politikerball findet in den bescheidenen Räumlichkeiten
 des Wiener Rathauses statt und Michael Häupl 
hat für die leibliche Verpflegung das wohlfeile Catering Angebot
von Do & Co angenommen.

Der Bürgermeister hat sich um ein zahlreiches Erscheinen 
der Politikerkollegen bemüht
und um eine Verkleidung gebeten.

Viel Spaß!


Häupl:
Maria, Du schaust heute wieder umwerfend aus! Hast Du Dich mit Deinem Kostüm als irgendeine griechische Göttin verkleidet?

Vassilakou:
Na geh Bärli! Eigentlich sollte das eine Vogelscheuche darstellen. Ich finde es aber ur lieb, dass es Dir gefällt.
Dein Faschings Kostüm ist aber auch ganz super geworden! Hast Du Dich in diesem Jahr als Bud Spencer verkleidet?

Häupl:
Bud Spencer? Aber nein. Ich habe mich als kanadischer Holzfäller verkleidet.

Vassilakou:
A ja eh. Sind die wirklich alle so blad?

Häupl:
Also ich will schon sehr bitten! Noch so eine Wuchtl und nach den nächsten Wiener Wahlen gibt’s keine Koalition mehr.

Vassilakou:
Ist schon gut Bärli. Kannst Dich wieder beruhigen. Ich muss jetzt außerdem eh los und meine Gäste begrüßen. Da kommt gerade der Macho Erwin. Was für ein Mann!

Häupl:
Wos redet die schon wieder? Macho Erwin? Jessas der Pröll Erwin ist da! Na das ist eine Freude lieber Erwin! Ich finde es toll, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um den Ball aufzuwerten.
Du schaust heute wieder ziemlich cool aus, wenn ich das so sagen darf. Irgendwie erinnerst Du mich an einen Matador. Liege ich damit richtig?

Pröll:
Naja Du weisst ja wie das so ist. Als Landeshauptmann hat man da so seine Verpflichtungen und wenn einem die Frauen so nachrennen wie mir, dann hat man auch diesbezüglich gewisse Erwartungen zu erfüllen. Ich habe mich heute zwar nicht als Matador aber als Tango Tänzer verkleidet. Also eigentlich hast Du da ziemlich gut geraten. Damit die Faschingsparty auch wirklich gelingt, habe ich auch zehn Flascherln Wein mitgebracht. Die sind übrigens nur für uns Beide.

Häupl:
Jawohl Erwin! Du bist halt ein Mensch! Der Einzige mit dem ich von Euch Volksparteilern wirklich kann. Super Sache! Wart halt noch ein bisserl. Ich geh nur noch ein bisserl die Leut begrüßen und dann mach ma uns einen gemütlichen Saufabend! Ach übrigens ich habe gehört, dass Du schon wieder Papa wirst. Stimmt das?

Pröll:
Naja. Also seit dem Sommer bin ich offizieller 4-facher Vater, weil so eine Weinkönigin nachweisen konnte, dass ich mit ihrer Mutter... na Du weisst schon...

Häupl:
Na die mein ich ja gar nicht. Es soll ja noch ein Kindlein unterwegs sein.

Pröll:
Du Michael, wollen wir miteinander trinken oder willst Du jetzt wissen wie viele Kinder ich in meinem Leben schon wirklich gezeugt habe? Wir können uns ja später bei einem Flascherl Wein darüber unterhalten. Aber jetzt mag ich grad wirklich nicht. Ich schau mich mal ein bisserl um da. Gell! Bis später Michael!

Vassilakou:
Was für ein Mann! Der weiss wo es lang geht und wie er die Frauen behandelt.

Häupl:
Ah jo eh. Der behandelt die Frauen wie Luft. Du siehst doch selbst, er hat Dich nicht einmal begrüßt!

Vassilakou:
Ja ich weiss und ohne Luft kann man nicht leben. Bärli da kannst Dir was abschauen. So ich mische mich jetzt mal unter meine Gäste.

Häupl:
Was heisst da dauernd Deine Gäste? Das sind meine Gäste! Ich bin ja schliesslich der Bürgermeister dieser Stadt!

Vassilakou:
tätschelt ihm liebevoll die Wange
Ja sicher Bärli. Glaub nur ganz fest daran.

Ein gut gelaunter Reserve Christus nähert sich dem Wiener Bürgermeister

Strache:
Ja da schau her! Wenn das nicht der alle lieb habende, umarmen wollende und Inländerfeindliche Bürgermeister von Wien ist! Grüß Gott Herr Häupl! Wenn Sie diesen Gruß überhaupt noch verstehen oder sprechen Sie jetzt nur noch türkisch und arabisch?

Häupl:
Mein Gott. Du wirst doch auch immer deppater. Sag einmal wieso rennst Du mit einem Dornenkranz auf dem Kopf, einer Bibel in der Hand und einem riesigen Kreuz auf der Brust herum?

Strache:
Ich bin anscheinend vom lieben Gott dazu auserkoren worden, unsere schöne Heimat vor den fanatischen Islamisten zu beschützen und Ihnen die Stirn zu bieten.

Häupl:
leise vor sich hin murmelnd
So ein Wappler...

Strache:
Sie, das habe ich gehört. Sein Sie doch froh, dass ich diese schwere Bürde auf mich nehme. Gehen Sie doch endlich in Pension und erlösen Sie unser Volk von ihrer mutlosen Sesselkleberei! Ich bin bereit das Kreuz zu tragen! Mir nach!

Doch statt ihm nach, dreht sich der Wiener Bürgermeister lieber um und sieht den Bundeskanzler vor ihm stehen.

Häupl:
Freundschaft lieber Werner! Du schaust aber lustig aus mit dem Kapperl und Deinem Sakko plus Jeans. Was stellst Du denn dar?

Faymann:
Einen gescheiterten Kanzler. Na Spaß beiseite. Eigentlich ist das gar keine Verkleidung. Das war meine früher Dienstuniform als Taxifahrer. Schön langsam muß ich mich halt wieder daran gewöhnen, denn ich höre bereits die Signale.

Häupl:
Welche Signale?

Faymann:
Na die wollen Alle das ich zurücktrete. Aber so schnell gebe ich nicht auf!

Häupl:
Wieso net?

Faymann:
Jetzt fall mir Du nicht auch noch in den Rücken! Das ist gar nicht lustig!

Häupl:
Aber grinsen tust Du immer noch...

Faymann:
Auch das ist nicht lustig! Ich habe vor Jahren eine Schönheitsoperation durchführen lassen, um mein wunderbares Gesicht länger frisch zu erhalten. Blöderweise habe ich ein bisserl zu viel Botox erhalten und jetzt ist mir dieser Dauergrinser geblieben...

Häupl:
Ach deshalb! Na wurscht eigentlich. Wann fangst denn wieder zum Taxeln an?

Faymann:
Wie Du bestimmt weisst lieber Michael, lasse ich mich ja durch nichts und niemanden unter Druck setzen. Ich habe mir also geschworen noch ein paar Wochen durchzuhalten. Ich werde meine Rücktrittsrede am Faschingsdienstag halten. Die wird dann, eh klar weil Faschingsdienstag ist, keiner ernst nehmen und so werde ich noch monatelang als österreichischer Kanzler weiterwurschteln. Nach dem Treffen der Bilderberger im Juni, inTelfs in Österreich, werde ich dann hochoffiziell abgesägt und als Bundeskanzler abgelöst. Danach werde ich entweder Taxler oder ich gehe zur Kronen Zeitung in die Anzeigen Abteilung zum Inserate keilen. Die Dichands sind mir diesbezüglich eh noch einiges schuldig. Also dieser Arbeitsplatz sollte dann wirklich fix sein.

Häupl:
Na dann. Alles Gute für Deine weitere Karriere. Warst echt ein klasser Bursch. Nächstes Jahr kannst dann natürlich nicht mehr herkommen, aber das ist ja eh klar. So jetzt muß ich aber wirklich weiter, weil es gibt noch sehr wichtige Gäste zu begrüßen. Machs gut lieber Werner!

Plötzlich und unerwartet taucht ein Freigänger aus dem Gefängnis auf. Es handelt sich um Ernst Strasser. Der Ex Innenminister steht gut gelaunt bei der Bar und unterhält sich geradezu blendend.

Häupl:
Jessas na. Der Häfn Ernsti ist da! Sag einmal warum bist Du hier und nicht eingesperrt.

Strasser:
Ich habe bereits zwei Monate meiner Haft abgesessen, habe deshalb bereits Freigang und jetzt bin ich, wie Du bestimmt nur unschwer erkennen kannst, zum Arbeiten hier.

Häupl:
Wos genau ist jetzt Dein Job?

Strasser:
Ich bin in der hoch seriösen Partnervermittlungs Branche tätig.

Häupl:
Das heisst wenn jetzt die ÖVP mit der FPÖ eine Koalition eingehen will, dann beteiligst Du Dich an den Verhandlungen und führst diese zu einem positiven Ende.

Strasser:
Na sicher net. Ich habe nix mehr mit Parteien am Hut. Nein lieber Michael. Ich vermittle Männer und Frauen damit diese den idealen Lebenspartner oder zumindest Lebensabschnitts Partner bekommen. Na was sagst Du?

Häupl:
Du wirst jo a immer deppater. Kann man davon eigentlich leben?

Strasser:
Geh Michael. Habe ich in meinem Leben schon jemals etwas für wenig Geld getan? Samma uns doch ehrlich. Ich war doch immer nur auf die Kohle scharf. Wenn Du nach Deiner Zeit als Bürgermeister einen Job brauchst, solltest Du Dich bei mir melden. Fähige Leute sind bei uns immer willkommen. So und jetzt mach ich weiter. Schließlich muß ich ja in ein paar Stunden wieder zurück in den Häfn. Da darf ich jetzt keine Zeit verschwenden. Bis später also.

Nachdem der Wiener Bürgermeister sämtliche Gäste begrüßt hat, geht das Fest für ihn erst so richtig los. Gemeinsam mit dem niederösterreichischen Landesvater Pröll kippt er die zehn Flaschen Wein in Rekordzeit und die Beiden beschließen nebenbei die jeweiligen Parteigeschicke für die nächsten Jahrzehnte. Bei fast allen Themen gelingt es den Beiden einen Konsens zu finden, nur bei der Bildungsreform nicht. Man einigt sich darauf innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Expertenteam einzuberufen, welches die derzeitige Situation analysiert und langjährige Übergangsfristen zu schaffen, falls wider Erwarten die Experten zu einem für alle Beteiligten ausgezeichneten Ergebnis kommen.