Dienstag, 3. Februar 2015

Auschwitz - "Die Gedenkfeier"

Auschwitz ist das Symbol für die Grausamkeiten des Nazi-Regimes, für den Holocaust an den Juden und dem Gegenteil einer freien und toleranten Gesellschaft. Auschwitz ist das Mahnmal gegen Hass und Gewalt. Mehr als 1.000.000 Juden, 250.000 Polen, 20.000 Roma und Sinti, sowie 12.000 sowjetische Kriegsgefangene wurden in Auschwitz ermordet. So lange es noch Überlebende gibt, kann Zeugnis aus erster Hand gegeben werden. In einigen Jahren wird man nur mehr Aufzeichnungen Überlebender, deren Überlieferungen an Andere und Geschichtsbücher zur Verfügung haben. In diesem Jahr waren bei der „Gedenkfeier“ 300 Überlebende dabei.


Nicht einmal heute ist Auschwitz vor einer Instrumentalisierung geschützt.

Zunächst handhabte die polnische Regierung die Einladungspraxis zum diesjährigen Gedenken bereits letzten Sommer derart, dass sie diese dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau übertrug. Der Sinn wäre es angeblich gewesen, die Opfer und nicht die teilnehmenden Politiker in den Mittelpunkt zu stellen. In Wahrheit wollte man es vermeiden den russischen Präsidenten einzuladen. 

Wladimir Putin war also nicht dabei, als in Auschwitz an die Befreiung des Vernichtungslagers erinnert wurde. Es waren immerhin die Soldaten der Roten Armee, welche am 27. Januar 1945 das NS-Lager befreiten. Der russische Präsident Putin wurde also nicht eingeladen, dafür aber der deutsche Bundespräsident Gauck. Gauck ist der Sohn begeisterter Nazi Eltern. Durch deren nationale Erziehung wurde er zum Feind der Russen. Der deutsche Bundespräsident ist bei der Hetze gegen Russland voll dabei. Ihm fehlt das Empfinden dafür, was der Zweite Weltkrieg für Wladimir Putin persönlich bedeutet. Die Mutter von Wladimir Putin lebte in der von den deutschen Truppen von September 1941 bis Jänner 1944 belagerten Stadt Leningrad wo Putins älterer Bruder an Diphterie verstorben ist... Auch der zweite Bruder von Wladimir Putin starb bereits im Kindesalter. Putins Vater wurde im Krieg durch eine Granate schwer verletzt und war seither Kriegsinvalide.

Nach 70 Jahren ist es nun aber endlich an der Zeit die Geschichte neu zu schreiben...

Der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna hat bereits damit begonnen und im Polnischen Rundfunk festgestellt, dass das KZ Auschwitz nicht von den Sowjets, sondern von den Ukrainern befreit wurde... Dies passt zu der Erklärung des stellvertretenden Chefs der ukrainischen Präsidialverwaltung Waleri Tschalyj: "Sie wissen, dass die Ukrainer bei der Befreiung von Auschwitz von den Faschisten eine große Rolle gespielt haben. Eine äußerst große Zahl von Ukrainern haben nicht nur dieses, sondern auch andere Konzentrationslager und überhaupt Europa befreit." Die Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko an der „Gedenkfeier“ darf damit also auch als "symbolisch" betrachtet werden. Als die Wehrmacht 1941 die Sowjetunion überfiel, zu der damals auch die Ukraine gehörte, assistierten ukrainische "Helferlein" den Nazis beim Ermorden von Juden. Faschistische Ukrainer gingen (wie Augenzeugen schilderten) mit den Deutschen zu ihren Nachbarn, um diese zu ermorden...

Am 21. November 2014 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution verabschiedet, in welcher die in etlichen Ländern wieder aufkeimende Verherrlichung des Nationalsozialismus verurteilt wird. Die USA, Kanada und die Ukraine stimmten gegen diese Resolution. Sämtliche EU-Staaten, darunter auch Österreich, enthielten sich der Stimme... Dies ist ein Bruch der Verfassung und der völkerrechtlichen Verpflichtungen, welche Österreich mit dem Staatsvertrag eingegangen ist.

Im Artikel 9 des Staatsvertrages heißt es, dass aus dem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben alle Spuren des Nazismus zu entfernen und alle nazistischen oder militaristischen Tätigkeiten, sowie deren Propaganda zu verhindern sind. Genau das war der Kerninhalt der UNO-Resolution, dem der österreichische Vertreter in der UNO die Zustimmung verweigert hat... 115 Staaten unterstützten die Resolution, welche von Russland, Venezuela, Bolivien und einer Reihe anderer Staaten eingebracht worden war. Man kann/darf/soll über die russische Politik geteilter Meinung sein. Wenn aber ein Staat das Recht hat einen solchen Antrag einzubringen, dann ist es Russland. Immerhin hatte die von den Nazis überfallene Sowjet-union mehr als 20.000.000 Tote zu beklagen.

Der wahre Grund für die Ablehnung eines Bekenntnisses zum Kampf gegen Neonazismus könnte sein, dass die EU aufgrund ihrer Politik, immer mehr zum Treibhaus für rechtsextreme, antisemitische und neonazistische Strömungen wird. In vielen EU-Staaten gewinnen rechtsextreme Parteien besorgniserregend an Gewicht oder sind sogar an Regierungen beteiligt. In der Ukraine bedienen sich die EU und die U.S.A. politischer Kräfte von Rechtsaußen, um eine neue Regierung an die Macht zu putschen, die zum Abschluss eines Freihandels- und militärischen Kooperationsvertrages mit der EU bereit sind. Für die Ausbreitung des wirtschaftlichen und geopolitischen Einflusses arbeitete der Auswärtige Dienst der EU ganz offen mit ukrainischen Kräften zusammen, welche Nazis verherrlichen und Aufmärsche zum Gedenken an die Waffen-SS organisieren. Das sich die ukrainischen Neonazis als Nachfolger jener Einheiten sehen, die mit den Nazis Juden ermordeten, kann man an den von ihnen verwendeten Symbolen erkennen. Das deutsche Fernsehen, bringt diese Bilder unkommentiert und hat vor einigen Wochen dem ukrainischen Ministerpräsidenten Jazenjuk eine Plattform geboten um behaupten zu dürfen, dass die Ukraine und Deutschland im Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion überfallen wurden...

Die Vergangenheit darf wohl nicht denen überlassen sein, die sie erlebt haben, wie Max Mannheimer (Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees) erfahren musste, als er eine Einladung an Putin nach Auschwitz forderte. Er schrieb an den ehemaligen polnischen Außenminister und Auschwitz-Häftling Wladyslaw Bartoszweski: "Die Erinnerung an den Holocaust darf nicht instrumentalisiert und aktuellen politischen Konflikten untergeordnet werden." Mannheimer verlor in Auschwitz viele Angehörige. Von seiner Familie überlebten nur er und sein Bruder. Mannheimer: "Eine aufrichtige Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz kann nicht ohne Russland, dem wichtigsten Nachfolgestaat der Sowjetunion, stattfinden. Es waren die Soldaten der Roten Armee, welche im Jänner 1945 das Vernichtungslager Auschwitz und in den folgenden Monaten große Teile Osteuropas vom Nationalsozialismus befreiten. Diese historische Leistung gilt es am 27. Jänner zu würdigen, ungeachtet des Unrechts welches von der Sowjetunion ausging. In der Roten Armee gab es 500.000 Juden. 200.000 von Ihnen starben im Kampf oder in deutscher Gefangenschaft. Innerhalb von acht Monaten nach dem Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion erschossen die Deutschen 2.000.000 Rotarmisten in Gefangenschaft oder ließen sie gezielt verhungern", erklärt die Süddeutsche Zeitung ergänzend.

Ein Artikel über David Dushman zeigt, dass Auschwitz auch die Befreier traumatisiert hat. David Dushman hat einen Teil des elektrischen Stacheldrahtzaunes mit seinem Panzer niedergewalzt.
"Ich sage Ihnen die Wahrheit. Wir wussten kaum etwas von Auschwitz", wird er in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Sie erhielten den Befehl, nach Auschwitz zu fahren und ein Lager zu befreien, und sie sahen überall Skelette. Aus den Baracken wankten sie, zwischen den Toten saßen und lagen sie. Schrecklich. Wir warfen ihnen alle unsere Konserven zu und fuhren sofort weiter, um die Faschisten zu jagen". Er wurde noch nie zu einer Gedenkfeier nach Auschwitz eingeladen, würde aber ohnehin nicht kommen, da er nicht aufhören könnte zu weinen.

Sowohl in Auschwitz als auch anderswo wurde anlässlich des Gedenkens, Bezug auf Paris genommen, wo Redakteure und die Besucher eines koscheren Supermarktes getötet wurden. Dazu meint William Blum, der sich seit Jahren kritisch mit Geopolitik auseinandersetzt: "Ein Trauermarsch, wie er in Paris für die Opfer dschihadistischen Terrors stattfand, hätte im Mai 2014 auch für die Opfer des neonazistischen Terrors im ukrainischen Odessa stattfinden müssen. Dort zogen die Neonazis mit Nazisymbolen durch die Straßen Odessas, forderten dazu auf, Russen, Kommunisten und Juden zu töten und brannten ein Gewerkschaftshaus nieder. Dabei wurden viele Menschen getötet und Hunderte verletzt. Viele der Opfer wurden erschlagen oder erschossen, als Sie versuchten, den Flammen und dem Rauch zu entkommen. Die Rettungsleute welche mit ihren Krankenwagen die Verwundeten abholen wollten, wurden nicht durchgelassen...

In den U.S.A. gibt es kein Mainstream-Medium welches angemessen über diesen neonazistischen Terror berichtet hat. Fündig wird man nur unter RT.com-Aussenstelle Washington. Unter dem Begriff „Odessa Fire“ gibt es Berichte, Bilder und Videos. Die US-Bürger sollten verpflichtet werden sich die Videos von den Gräueltaten der Neonazis in der Ukraine anzusehen und die Berichte darüber zu lesen. Die Bürger würden sich fragen warum die US-Regierung sich mit diesen Leuten verbündet....

Wladimir Putin war am 27. Jänner übrigens gemeinsam mit dem Oberrabbiner Berel Lazar und dem Präsidenten der Jüdischen Gemeinden Alexander Boroda bei einer Gedenkfeier im Jüdischen Museum und dem Zentrum für Toleranz in Moskau. Dort findet derzeit eine Ausstellung über die Holocaustopfer statt, welche diesen Menschen gewidmet ist. Putin sagte dort, dass man sich kaltblütig organisierte Massenerschießungen und Deportationen als Realität im 20. Jahrhundert kaum vorstellen kann. Die Ausstellung macht allerdings deutlich, dass es eine geplante und sorgfältig durchgeführte Operation war, um Menschen zu vernichten. Die Bedrohung richtete sich auch gegen die Sowjetunion, denn alle Völker des multi-ethnischen Staates sollten versklavt oder getötet werden, um Lebensraum für eine angeblich "höhere Rasse" zu schaffen. Putin erwähnte auch die Kollaborateure in der Ukraine und im Baltikum, die sich in Odessa, Kiew und anderen ukrainischen Städten daran beteiligten, Juden zu ermorden, wie es auch in Städten wie Vilnius, Riga, Kaunas oder Tallinn geschah.