Mittwoch, 15. September 2021

Große Sorge um die Minderjährigen in Haiti

Nach dem jüngsten Erdbeben in Haiti wächst die Sorge, dass schutzlose Minderjährige, dem Missbrauch und dem Menschenhandel, hilflos ausgesetzt sind. Die Kinderschutzorganisation „Save the Children“, welche im betroffenen Gebiet tätig ist, warnt vor einer diesbezüglichen, drohenden Entwicklung. Der Sprecher von „Save the Children“, Michel Prosperi, mahnt die Wichtigkeit ein, mit anderen humanitären Organisation zusammenzuarbeiten.

Das Erdbeben, welches am 14. August 2021, die Stärke 7,2 erreichte und ca. 2.200 Todesopfer und zahlreiche Verletzte verursachte, zerstörte nicht nur die Infrastruktur und zahlreiche Gebäude, sondern machte auch unzählige Kinder zu Waisen. Man geht davon aus, dass etwa 1.700 Kinder auf der Straße leben/schlafen müssen. Nur wenige von ihnen konnten bisher in Gastfamilien untergebracht werden.

Die Kinderschutzorganisation versucht, so gut sie kann, mit dringend nötigen Gütern zu helfen. Dazu zählen neben dem Trinkwasser auch Plastikplanen. Der Sprecher von „Save the Children“, Michele Prosperi, führt in einem Interview mit Radio Vatikan aus, dass die Kinder nunmehr einem erhöhten Risiko von Gewalt und Missbrauch ausgesetzt.

Der Sturm „Grace“, welcher nur kurz nach dem Beben wütete, hat dafür gesorgt, dass die Lage in Haiti noch schlimmer geworden ist. Michel Prosperi führt im Interview aus, dass alles unternommen werde, um sich mit anderen humanitären Organisationen zu vernetzen. Es soll beispielsweise helfen, damit man ausloten könne, ob schutzlose Minderjährige, bei Verwandten oder zumindest in erweiterten Familien unterkommen können.

In der Vergangenheit haben derartige Notsituationen dazu geführt, dass Kinder zur illegalen Adoption angeboten wurden. Man erinnere sich nur an das Jahr 2010 zurück, als nach dem damaligen Erdbeben, hunderte Kinder, durch westliche Organisationen, illegal außer Landes gebracht wurden. Ja, Adoption sind ein probates Mittel, um den Kindern zu helfen, aber noch besser wäre es, wenn die Kinder in ihren Gemeinschaften und Familienverbänden bleiben könnten.

Es gibt in Haiti zahlreiche Kinder, welche nach dem Erdbeben mit nur einem Elternteil zurückgeblieben sind und wo dieser nicht die finanziellen Mittel, zur Versorgung seiner Kinder aufbringen kann. Wenn dann, ein Kind zur Adoption freigegeben wird, dann sollte unbedingt versucht werden, dass der Kontakt zu seiner Familie nicht verloren geht, sondern diese weiterhin sein Referenzpunkt bleibt.

Die EU hat indes eine Luftbrücke nach Haiti eingerichtet. 125 Tonnen an lebenswichtigem Material sind derzeit unterwegs. Dazu gehören Medikamente, medizinische Geräte, Wasser, Hygieneartikel und Toiletten.

Möge die Hilfe schnell und zielgerichtet bei jenen Menschen ankommen, welche es brauchen.


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