Freitag, 7. Juli 2017

Das bedingungslose Grundeinkommen

Seit Anfang 2017, wird in Finnland das bedingungslose Grundeinkommen, testweise, an 2.000 Personen bezahlt. Für einen Zeitraum von zwei Jahren erhalten diese einen monatlichen Betrag in der Höhe von 560 Euro.

Das Experiment ist ein Versuch der Mitte-Rechts-Bewegung, mit dem Ziel das finnische Arbeitslosenproblem zu bekämpfen.

Ende des vergangenen Jahres lag die Arbeitslosenquote in Finnland (laut Eurostat) bei 8,7 %. Im Gegensatz zu seinen Nachbarländern Norwegen 4,7 % und Schweden 6,9 % ist dieser Wert sehr hoch.

Die 2.000 Menschen, welche von diesem bedingungslosen Grundeinkommen profitieren, müssen weder beweisen, dass sie sich zwischenzeitlich aktiv auf Arbeitssuche begeben, noch einen Nachweis dafür erbringen, dass sie das Geld überhaupt brauchen, weil sie möglicherweise sogar einen Job haben! Das bedingungslose Grundeinkommen dürfen sie nach Herzenslust ausgeben.

Die Kritiker haben Angst, dass mit der Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens, die Menschen nicht mehr arbeiten wollen. Der Leistungswille wäre nicht mehr vorhanden und alle Menschen würden schlicht und ergreifend faul werden. Die finnische Handelsvereinigung hat diese Bedenken ebenso geäußert und das Experiment bereits nach wenigen Wochen für unbezahlbar erklärt.

Für Finnland gilt auf alle Fälle, dass man mit 560 Euro lediglich „überleben“ kann und die bisherige finnische Sozialhilfe ist auch nicht gerade sinnvoll. Wer arbeitslos ist und halbtags arbeitet, bekommt aufgrund der steuerlichen Abgaben, weniger ausbezahlt als jene Menschen, welche nicht arbeiten... Einen schlecht bezahlten Job anzunehmen, „lohnt“ sich in Finnland also auf keinen Fall.

Die Politiker wünschen sich, dass der Betrag von 560 Euro jenen Menschen helfen soll, welche sich in Ruhe einen Job suchen wollen, mit dem sie ihr finanzielles Auslangen finden. Bis dahin könnten sie also einen schlecht bezahlten oder einen Halbtagsjob in Anspruch nehmen und die zusätzlichen 560 Euro, würden ihnen eine gewisse Sicherheit bieten.

Der Sinn eines bedingungslosen Grundeinkommens ist es die Armut zu bekämpfen und die Menschen zufriedener zu machen. Der Leistungsdruck in unserer Arbeitswelt nimmt im Rekordtempo zu und nicht jeder kann oder/und will diesem folgen.

Bei einer Umfrage in der Schweiz kam es zu folgendem Ergebnis. 90 % der befragten Personen gaben an, dass sie, wenn sie ein bedingungsloses Grundeinkommen bekämen, weiterhin arbeiten wollten. 80 % der Befragten sind allerdings felsenfest davon überzeugt, dass „die Anderen“ durch dieses Einkommen, sofort mit der Arbeit aufhören würden...


Vereinfacht ausgedrückt müsste man die Arbeitssteuern streichen und die Konsumsteuern erhöhen. Rein buchhalterisch betrachtet wäre dies sogar einfacher, als unser jetziges System.

1 Kommentar:

  1. mit 560 Euro kann mian nicht mal MIete und Energiekosten zahlen.

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