Dienstag, 14. Juli 2015

Der Treuhand-Fonds für Griechenland

Ein Treuhandfonds ist die Sammlung von Vermögenswerten, die jemand zum Nutzen einer anderen Person hält... Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte „eine großartige Idee“. Er wollte das griechische Volksvermögen in jenen Fonds übertragen lassen, welcher zu 100 % eine Tochter der deutschen Staatsbank KfW ist. Zufälligerweise ist er bei dieser der Chairman. Und zufälligerweise gibt es bei dieser Größenordnung Unmengen zu verdienen... zufällig halt...

Es ist zwar nicht dieser Fonds geworden, aber Athen muss sein Vermögen an einen Treuhand-Fonds übertragen. 50 Milliarden Euro sollen durch den Verkauf des Tafelsilbers hereingespült werden. Davon sollen 25 Milliarden in die Rekapitalisierung der kaputten Banken laufen. 12,5 Milliarden sollen die Schuldenquote senken und weitere 12,5 Milliarden sollen in die Wirtschaft Griechenlands investiert werden. Das alles ist in der Theorie durchaus löblich.

In der Praxis halt leider nicht, weil keiner weiß wo die Griechen einen Staatsbesitz haben durch dessen Privatisierung 50 Milliarden Euro erzielt werden könnten... Und falls doch Werte dieser Größenordnung vorhanden sind, so gibt es ein weiteres Problem: Jeder der diese erwerben will weiß, dass die Griechen pleite sind. Das ist bei den anstehenden Verhandlungen über den Kauf/Verkaufspreis nicht so einfach für die Griechen... Es ist davon auszugehen, dass die meisten Objekte weit unter Wert verkauft werden... und dann? Was passiert wenn die 50 Milliarden nicht erzielt werden können? Die ersten 25 Milliarden werden wohl in die Banken fließen und für die griechische Wirtschaft wird am Ende nix oder fast nix übrig bleiben...

Bleibt nur noch die Frage wie viel Zeit den Griechen bleibt, um die 50 Milliarden für den Fonds aufzutreiben...