Donnerstag, 14. April 2016

Wahlkampf in den USA

Der Wahlkampf in den USA ist ein riesiges Spektakel. Zuerst küren die Demokraten und Republikaner in endlos langen Vorwahlen ihren Präsidentschaftskandidaten und danach geht es im direkten Duell um die Stimmen der zukünftigen Untergebenen.


Bei den Demokraten geht es zur Zeit zwar wieder enger zu, aber letztendlich wird sich Hillary Clinton gegen ihren Herausforderer Bernie Sanders durchsetzen und für ihre Partei kandidieren. Bei den Republikanern sieht die Sache ein bisserl anders aus. Der selbst in der eigenen Partei ungeliebte Unternehmer Donald Trump überrascht alle und wird sich, zum Leidwesen vieler Parteikollegen, durchsetzen. Im direkten Duell um das Präsidentschaftsamt wird er aber der klare Verlierer sein. Hillary Clinton wird wohl als erste Frau zum Präsidenten der USA gekürt.



Wer Spaß haben oder besorgt sein will, das ist jetzt Ansichtssache, möge sich die Wahlkampfveranstaltungen der Kandidaten ansehen. In riesigen Hallen erscheint der Kandidat und seine Fans jubeln ihm mit kleinen amerikanischen Fähnchen zu und unterbrechen jeden Satz mit lautem Gekreische. Diese seltsamen Menschen sind also wahlberechtigt... Es hat etwas, im besten Fall, von einem Kasperltheater. oder im schlechtesten Fall, von einer amerikanischen Sitcom mit den eingespielten Lachern.



Donald Trumps Wahlkampfslogan lautet: „Make America great again“. Wie das funktioniert? In der Außenpolitik mit Bomben und Raketen, in der Innenpolitik mit der Vertreibung der Latinos und Moslems... Er sucht also auf gewisse Art und Weise den Dialog der Völker...



Hillary Clintons Wahlkampfslogan lautet: „Fighting for Us“. Der Slogan ist etwas geschickter und lässt zwei Interpretationen zu. Eine würde lauten „Für uns“, die andere „Für die United States“.



Ich amüsiere mich immer königlich wenn ich höre, dass Donald Trump ja total unabhängig ist, weil er so viel Geld hat und sich nach niemanden richten muss. Richtig ist, dass sich Hillary Clinton nach einem Wahlerfolg dankbar zeigen und allen ihren Sponsoren entgegenkommen muss. Das wird sich in bestimmten Gesetzen auswirken oder aber bei der Zusammenstellung von Wirtschaftsdelegationen welche die neue Präsidentin dann bei ihren Staatsbesuchen begleiten dürfen. Eine Hand wäscht die Andere und beide das ganze Gesicht...



Wer allerdings glaubt, dass ein Multimilliardär keinerlei Wirtschaftsinteressen hätte und er im Laufe seines Schaffens nicht ebenso unzählige Geschäftspartner mit Aufträgen beglücken will, ist ganz einfach nur naiv.