Mittwoch, 3. Mai 2017

Mexiko geht es besser – trotz Donald Trump

Jene Nation, welche laut dem US-Präsidenten, ausschließlich aus Verbrechern und Vergewaltigern besteht und denen man nicht anders als mit Massenabschiebungen sowie die Errichtung einer Mauer entlang der Grenze zu den U.S.A. beikommen kann und denen man am Besten gleich mit dem Rausschmiss aus dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen droht, jenes Mexiko also, hat sich nach 100 Tagen der Präsidentschaft von Donald Trump, nicht nur stabilisiert sondern vor allem auch wirtschaftlich, deutlich verbessert.


Für die mexikanische Bevölkerung ist es belustigend zu sehen, wie ein Vorhaben nach dem Anderen des US-Präsidenten, sich in Luft auflöst. Den Einreisebeschränkungen für Bürger verschiedenster muslimischer Staaten, wurde von den US-Richtern ein Riegel vorgeschoben und die „Gesundheitsreform“ von Donald Trump, bekam ebenso keiner Mehrheit.

Für die MexikanerInnen ist es garantiert auch witzig, dass ausgerechnet die von Donald Trump „bedrohte“ Automobilindustrie (Thema Einfuhrzölle), erzielte sogar das beste erste Jahresquartal, seit sechs Jahren. Die Arbeitslosigkeit ist in Mexiko auf jenen Wert gesunken, welchen das Land letztmals vor neun Jahren erreichte. Einzig und alleine die Inflation bereitet noch Kopfzerbrechen. Derzeit liegt diese bei 4,48 % (Stand März 2017) und tatsächlich soll sie im heurigen Jahr noch sechs Prozent erreichen.

Donald Trump hat übrigens angekündigt, mit den Mexikanern neu über Nafta zu verhandeln. Er meinte, dass es große Änderungen zu der bisherigen Variante und zum Vorteil der U.S.A. geben müsse, weil man sonst Nafta einfach in den Wind schießt... Der Herr hat allerdings vergessen, dass die Nafta, in der derzeitigen Situation, für Mexiko sowieso sinnlos ist und man daher sehr gerne darauf verzichten könne. Seit Mexiko im Jahre 1994 der Nafta beigetreten ist, wurde die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer und es lebt bereits mehr als die Hälfte der mexikanischen Bevölkerung in Armut. In der Landwirtschaft sind bereits zwei Millionen Jobs verloren gegangen. Kein Wunder, wenn man dort mit den U.S.A. regiert, welche ihre eigene Landwirtschaft hochgradig subventioniert.

Mit seinem Mauerbauprojekt, beißt Donald Trump derzeit auf Granit. Mexiko weigert sich für den Mauerbau an der Grenze zu den U.S.A. sich an den Kosten zu beteiligen, doch der neue US-Präsident posaunt immer wieder heraus, dass Mexiko es tun werde, ganz egal ob früher oder später. Peinlich ist für Donald Trump auch, dass die Abgeordneten (sowohl von den Demokraten als auch von den Republikanern) jener vier US-Bundesstaaten, welche sich an der Grenze zu Mexiko befinden (Arizona, Kalifornien, New Mexico und Texas), den Sinn für die Errichtung einer Grenzmauer in Frage stellen. Einige Eckdaten zum Mauerbau: Sie soll 1.900 Kilometer lang und 9,10 Meter hoch werden. Die Mauer soll fast zwei Meter in die Erde hineingebaut werden, um die Errichtung von Tunnelanlagen zu verhindern. Die Gesamtkosten wurden derzeit mit 21 Milliarden US-Dollar kalkuliert.

Bei seiner letzten Befragung zum Thema Mauerbau hat Donald Trump verkündet, dass es zwar gewisse finanzielle Schwierigkeiten bei der Errichtung des Schutzwalls gibt, die Fertigstellung aber auf alle Fälle noch während seiner ersten Amtszeit erfolgen wird...