Freitag, 23. Februar 2018

Kolumbien braucht Hilfe wegen der Flüchtlinge aus Venezuela

Die hohe Anzahl an Flüchtlingen aus Venezuela überfordert die kolumbianische Regierung zusehends und deshalb hat man andere Staaten um Hilfe gebeten. Der kolumbianische Präsident Manuel Santos hat am 14. Februar 2018 verkündet: „Wir sind über jedes Angebot für Wirtschaftshilfe und jede andere Art von Hilfe der internationalen Gemeinschaft dankbar“.


Die Krise hat in Venezuela dazu geführt, dass mehrere tausend Venezolaner, Tendenz stark steigend, in Kolumbien Medikamente und Nahrungsmittel einkaufen sowie sich auf die Suche nach Arbeit machen, welche es in ihrer eigenen Heimat nicht gibt. Kolumbien ist zwar bereit zu helfen, stößt aber bereits jetzt an seine finanziellen und auch personellen Grenzen.

Insgesamt haben sich (Stand Dezember 2017) bereits 550.000 Venezolaner in Kolumbien niedergelassen. Die meisten von ihnen sind ohne Visa in ihr Nachbarland „eingereist“. Die 2.219 Kilometer lange, gemeinsame Grenze kann mangels genügend Personal nicht einmal annähernd ausreichend, kontrolliert werden.

Für Kolumbien ist die Versorgung der Neuankömmlinge vor allem im Gesundheits- und Sozialsystem, kaum noch möglich.

Der Flüchtlingsstrom von Venezuela nach Brasilien

Auch in Brasilien leidet man unter den enormen Flüchtlingsmassen aus Venezuela. Die brasilianische Regierung hat vor wenigen Tagen, für den nördlichen Teilstaat Roraim, den sozialen Notstand ausgerufen. Die Venezolaner leben dort mittlerweile unter höchst prekären Bedingungen. 200 Mann der brasilianischen Armee sind dazu angehalten in der nördlichen Amazonasregion mehrere Grenzposten und ein Feldlazarett zu errichten. Die Grenze zu Venezuela soll allerdings weiterhin geöffnet bleiben. Justizminister Torquato Jardim erklärte gegenüber den Medien, dass man lediglich kontrollieren wolle, wer die Grenze überschreitet.

Die brasilianische Regierung hat vor die Neuankömmlinge aus Venezuela allesamt gegen Masern zu impfen. Grund ist, dass bei einem venezolanischen Kind eine Masernerkrankung festgestellt wurde. Das klingt zwar nicht besonders dramatisch, ist aber in Anbetracht der Tatsache, dass in Brasilien letztmals im Juli 2015 die Masern aufgetreten sind, eine verständliche Entscheidung. In Roraimas Hauptstadt Boa Vista (330.000 Einwohner) leben bereits etwa 40.000 Venezolaner. Sie kampieren überwiegend unter Brücken und in Parks. Wie viele Flüchtlinge in der abgelegten Urwaldregion leben, ist derzeit noch gänzlich unbekannt.

Fremdenfeindlichkeit ist auch in Brasilien durchaus ein Begriff. Nicht anders ist es zu erklären, dass es Boa Vista bereits zwei Brandanschläge auf Flüchtlingsheime gegeben hat, bei denen auch einige Venezolaner verletzt wurden...