Dienstag, 2. Oktober 2018

Das Amazonasgebiet – der Goldabbau durch Bagger führt zu enormen Umweltschäden

Mittlerweile scheint es Usus zu sein, dass beim Goldabbau im Amazonasgebiet, vermehrt Bagger zum Einsatz kommen. Für ein Projekt, welches sich den Nachhaltigkeitsaspekten der Goldgewinnung des Goldrecyclings beschäftigt, sind Professor Mario Schmidt, Direktor des Instituts für Industrial Ecology (INEC) an der Hochschule Pforzheim, mit seinem Team unter der Geologe Professor Bernhard Peregovich, von der brasilianischen Bundesuniversität in Santarém, für drei Wochen in die Goldabbau-Region beim Amazons-Nebenfluss Tapajós, im Einsatz.

Für die Goldgewinnung, ist sich Mario Schmidt sicher, hat der massive Bagger-Einsatz den Vorteil, dass die drei- bis vierfache Produktivität möglich ist, wodurch logischerweise auch in derselben Zeit, die vierfache Fläche zerstört wird.

Wenn man Vorteile durch den Einsatz der Bagger erkennen will, dann kann man anerkennen, dass nunmehr die körperliche Belastung für die Goldsucher, in Brasilien nennt man sie Garimpeiros, deutlich zurückgegangen ist. Für die Flüsse hat es den Vorteil, dass weniger Schlamm „eingetragen“ wird.

Professor Mario Schmidt, vertritt die Ansicht, dass die Bagger helfen könnten, die Wiederaufforstung nach dem Goldabbau zu beschleunigen. Das ist derzeit allerdings mehr als nur theoretisch, weil dies bei nur ganz wenigen Goldminen passiert.

In Brasilien gibt es für mehr als 2/3 aller Goldminen keine Genehmigung. Würden sämtliche Goldminen, welche bisher aktiv sind, legalisiert werden, dann könnte man die Betreiber dazu, mit liebenswerter Bestimmtheit dazu bringen, Umweltauflagen zu erfüllen. Dazu könnte beispielsweise die Verpflichtung zur Wiederaufforstung gehören.

Für Professor Mario Schmidt ist es nicht möglich den Goldabbau im Regenwald komplett zu verbieten. Nach seinen Schätzungen arbeiten in der Tapajós Region etwa 100.000 Menschen in den Goldminen.

Wer etwas für die Erhaltung des Regenwalds machen will, muss zuerst die sozialen Probleme dieser Menschen lösen, denn dann würden nicht so viele von ihnen, auf einen Job im Goldabbau angewiesen sein.