Donnerstag, 12. April 2018

Der Handelskrieg USA/China

In den 1930er Jahren führte der bisher berühmteste Zollkrieg zu einer Weltwirtschaftskrise bisher ungeahnten Ausmaßes. Heute, etwa 90 Jahre später würde ein Handelskrieg zwischen den USA und China ebenfalls zu einer weltweiten Krise führen. Die Unternehmer müssen langfristig planen und kalkulieren – ein derartiges Ereignis wie die Einführung von Strafzöllen ist in ihren Überlegungen garantiert nicht inkludiert. Sie müssen sich neu orientieren, um ihre Arbeiter weiter beschäftigen zu können. Gelingt ihnen das nicht, werden diese gekündigt und landen beim Arbeitsamt. Die Einführung von Strafzöllen hat vor allem eine psychologische Wirkung und bremst die Investitionslust.


US-Präsident Donald Trump liebt es offensichtlich im Mittelpunkt zu stehen. Er will sich als starker Mann präsentieren und giert, als bekennender Fernseh-Junkie, nach jeder Schlagzeile, in welcher er im Mittelpunkt steht. Möge seine persönliche Eitelkeit nicht dazu führen, dass hunderte Millionen Menschen durch seine Handlungen leiden müssen...

Peking hat bereits „angemessen“ auf die US-Strafzölle reagiert und seinerseits auf 128 US-Produkte, Strafzölle eingeführt. Diese traten am 2. April 2018 in Kraft. Für 120 Einfuhrartikel beträgt der Strafzoll 15 % und für acht Produkte 25 %. Das chinesische Finanzministerium hat auf seiner Website bekannt gegeben, dass diese Maßnahmen zur "Wahrung der Interessen Chinas" in Kraft getreten sind. Zu den acht Produkten, deren Zollsatz 25 % beträgt, gehören einige Lebensmittel – eines davon ist das Schweinefleisch. Chinas Ministerium hat des Weiteren festgehalten dass dieser Schritt im Einklang mit den multilateralen Handelsmechanismen und Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) steht.


Die Nachrichten aus China und den USA erschütterten die Weltmärkte, weil sich die Angst vor einem drohenden Handelskrieg zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt, in einem Steigflug befindet.

Ein paar Beispiele gefällig?

Der Dow Jones Industrial Average fiel um exakt 723,43 Punkte. Dies ist der niedrigste Schlusswert seit dem 8. Februar 2018. Der S&P 500 Index sank um 68,24 Punkte (2,52 %) und hält damit den niedrigsten Stand seit dem 9. Februar 2018. In Asien ist der japanische Nikei auf den niedrigsten Stand seit dem 12. Oktober 2017 gefallen (ein minus von ca. 3 %).

Für den Fall, dass einige Personen daran zweifeln, ob ich im Finanzbereich überhaupt den Durchblick habe sei zu erwähnen, dass der Generaldirektor der WTO, Roberto Azevdo, das Zoll-Paket der Trump-Regierung folgendermassen kommentierte (ein Kommentar zur „Antwort“ Chinas wird gewiss noch folgen): „Die Unterbrechung des bilateralen Handels gefährdet die Weltwirtschaft in einer Zeit, in welcher die wirtschaftliche Erholung zwar zerbrechlich aber weltweit immer deutlicher wird“.