Samstag, 22. September 2018

Artilysine - der Nachfolger von Penicillin

Alexander Fleming hat (zufällig) am 3. September 1928 das Penicillin entdeckt. 2018 scheint der Nachfolger gefunden zu sein. Es handelt sich dabei um Artilysine. Das sind antibakterielle Moleküle, gegen die Bakterien nicht resistent werden. Artilysine sind im Labor nach Bedarf modifizierte Lysine - Eiweiße, welche von Bakteriophagen gebildet werden.


Was sind eigentlich Bakteriophagen?

Dies sind Viren, welche auf Bakterien als Wirtszellen spezialisiert sind. Lysine kommen auf vielfältigste Art und Weise in der Natur vor. Die Bakteriophagen verwenden Lysine, um die Zellwand ihrer Wirtszelle aufzulösen. Sie bahnen sich ihren Weg aus dem Zellinneren nach außen.

Die Artilysine gestaltet Lysando für ganz spezielle Anwendungen und ist jeweils gegen ganz bestimmt Krankheitserreger wirksam. Sie destabilisieren die Zellwand der Bakterien und zerstören danach die Zellen. Bei Artilysine handelt es sich, um keine Antibiotika. Die Moleküle sind mindestens 100mal größer und funktionieren nach einem gänzlich anderen Mechanismus.

Artilysine können bei der Bekämpfung beider Bakterien-Klassen eingesetzt werden – grampositivie und gramnegative Bakterien. Artilysine wirken auch gegen jene Erreger, welche sich vor der Immunantwort des Körpers verstecken.

Die Forscher haben insgesamt bereits 450 Prototypen entwickelt und auf Lager. Die Wissenschaftler sind in der Lage Moleküle zu bauen, welche für jeden Keim und jedes Anwendungsgebiet, passend sind. 
 
Wieso bilden die Bakterien gegen diese neue Molekül-Klasse keine Resistenzen?

Im Gegensatz zum Antibiotikum setzen die Artilysine an der Zellwand an. Diese können die Bakterien aber nur sehr schwer umbauen und mutieren dort praktisch nicht. Durch die Mutationen im Erbgut können sich die Bakterien anpassen – eine Resistenz wird gebildet.

Jetzt stellt man sich gewiss die Frage, dass wenn das neue antibakteriell wirkende Molekül bereits existiert und gut funktioniert, warum es dies noch nicht als Medikament gibt. Dies hat mit dem langwierigen und umfangreichen Zulassungsverfahren zu tun.

Im Fall der Artilysine geht es nur in ganz kleinen Schritten voran. Der diesbezügliche Prozess für ein neues Medikament dauert sehr lange. Im Bereich der Tiermedizin geht dies hingegen wesentlich schneller.

Es wäre gut, wenn Artilysine bald zugelassen ist, denn der Bedarf danach ist sehr groß.

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