Freitag, 18. Juni 2021

Die Kernkraft – ein Beitrag zum Klimaschutz?

Die britische Regierung genehmigte den Bau von zwei neuen Reaktoren am bestehen Kernkraftwerk Sizewell, welche von der französischen Firma „Électricité de France“ errichtet werden sollen. Die Kosten werden für ca. 20 Milliarden Pfund kalkuliert. Die angestrebte Leistung soll 3,2 Gigawatt betragen und ca. sechs Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Ergänzt werden soll das neue Kraftwerk durch ein sogenanntes „Direct Air Capture“ Verfahren.

Die Klimaemissionen, welche sich nicht vermeiden lassen, sollen aus der Luft gefiltert und dauerhaft gespeichert werden. Dieses Verfahren ist sehr energieaufwändig und außerdem extrem teuer. Die Briten wollen diese Technologie aber so weit entwickeln, dass die Wärme genutzt werden kann, um aus der Luft das CO² zu filtern. Die Reaktoren des Atomkraftwerks sollen somit als Wärmequelle dienen.

Rein rechnerisch betrachtet, würde ein derartiges Atomkraftwerk, eine negative Klimabilanz erzielen. Die ersten Berechnungen haben ergeben, dass man mit dieser Methode, jährlich ca. 1,5 Millionen Tonnen CO² aus der Luft filtern kann. Die bisherigen Kosten von 500 Dollar pro Tonne CO², können man angeblich bereits in den nächsten fünf Jahren auf 100 bis 150 Dollar pro Tonne CO² reduzieren.. Wenn man allerdings einfach nur die Waldflächen wiederaufforstet, dann kostet dieses pro gespeicherter Tonne CO² weniger als 50 Dollar...

Im US-Bundesstaat Wyoming soll übrigens ebenso ein neuartige Form von Atomreaktoren entstehen. Man nennt sie liebevoll „Small Modular Nuclear Reactor“. Vor vielen Jahren hat sich bereits Bill Gates an der Firma "Terrapower" beteiligt, welche hier zum Einsatz kommt.

Die große Innovation bei dem neuartigen Reaktor besteht in der Kühlung, weil kein Kühlwasser benötigt wird, sondern stattdessen Natrium zum Einsatz kommt. Die Vorteile von Natrium sind einerseits, dass die Anlage nicht mehr unter hohem Druck stehen muss. Dieses senkt die Wahrscheinlichkeit einer Atomkatastrophe. Ganz wichtig allerdings – es senkt die Wahrscheinlichkeit... es schließt eine derartige Katastrophe aber nicht aus. Ein enormer Vorteil ist jedenfalls, dass durch den Einsatz von Natrium, die Energie vier Mal so gut abgeleitet werden kann.

Durch die Natrium-Kühlung ist möglich den Isotop Uran-238 zu spalten. Dieser ist wesentlich stabiler als das bisher in den Atomkraftwerken gespaltene Uran-235. Das Besondere am IsotopUran-238 ist, dass es es unter anderem in den bereits abgebrannten Brennelementen befindet. Sollte die Theorie also Wirklichkeit werden, dann könnte man den radioaktiven Abfall der letzten Jahrzehnte, als Rohstoff für die neue Art von Kraftwerken dienen.

In den ersten voll funktionstüchtigen „Small-Modular-Nuclear-Reactor“, wollen die Manager von „Terrapower“, die Summe von einer Milliarde Euro investieren. Die Bauzeit für dieses Projekt soll ca. sieben Jahre betragen. Weiters ist an diesem Projekt eine Firma mit dem Namen "Pacificorp" beteiligt, welche zum Firmenimperium von Warren Buffet gehört.

Der Reaktor wird übrigens gebaut, obwohl davor noch nie ein Prototyp getestet wurde. Der Einsatz von Supercomputern und unzähligen Simulationen, soll den Einsatz des neuen Reaktors dennoch ermöglichen.

Es hat übrigens bereits in der Vergangenheit einige Versuche gegeben, die Atomanlagen mit Natrium zu kühlen. Sie sind allerdings fast immer gescheitert. Der schnelle Brüter „Monju“ in Japan war aber immerhin in der Zeit von 1995 bis 2010 aktiv. Aufgrund der zahlreichen, technischen Probleme, war er allerdings nur lächerliche 250 Tage aktiv.

Was ist eure Meinung zu diesem Projekt? Schreibt mir dazu gerne einen Kommentar in meinen Blog!





1 Kommentar:

  1. Ob das eine bessere Alternative ist wage ich zu bezweifeln. Es gib so wohl vor und Nachteile diese Projektes. Atomkraft Werke in welcher Form sie auch immer betrieben werden sind bestimmt auch eine Gefahr auch wenn man die vorhandenen Rohstoffe weiter verarbeiteten, nutzen kann.
    Die Energie für eine Wärme Quelle zu gebrauchen und als Rohstoff weiter verwenden ist Ökologisch eine gute idee!
    Da es noch keine verwertbaren Test Ergebnisse gibt heißt es abwarten was die Zukunft bringt.
    Aufhalten kann man dieses Projekt sowieso nicht mehr.
    Ich hoffe das Planet Erde diese Experimente übersteht ohne größere Katastrophahle Szenarien herauf zu beschwören.
    🦋Wir haben nur diesen einen Planeten🌍

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