Dienstag, 20. September 2022

Reich durch Hunger

In den letzten beiden Jahren ist der Reichtum der Milliardäre im Lebensmittel- und Agrarsektor, um 45% angewachsen. Es ist schon ein wenig abartig, wenn man bedenkt, dass die Preisanstiege bei Lebensmitteln ebenso zunehmen, wie die Hungersnöte. Der Ukraine-Krieg hat lediglich einen kleinen Anteil an den Preissteigerungen. Ja, auch die Jahre der Pandemie leisten dabei ihren Beitrag. Der wichtigste Grund ist jedoch, dass die Kette der Nahrungsmittelerzeugung, welche den Großteil ihrer Lebensmittel in die Supermärkte und Einzelhandelsgeschäfte liefert, von nur wenigen transnationalen Konzernen beherrscht wird.

Für die transnationalen Konzerne steht nicht die Ernährung der Menschen im Vordergrund, sondern der eigene Profit. Das möge zwar so sein, aber man muss sich einfach nur überlegen, dass beginnend vom Saatgut bis zu den Supermärkten, über den Handel mit Getreide bis zur Verarbeitung von Getränken und Lebensmittel, dieses Prozedere von max. zehn Unternehmen kontrolliert wird.

Es ist dabei auch nicht zu vergessen, dass mächtige Technologiekonzerne und Investmentmanager in den Agrar- und Lebensmittelmarkt eingestiegen sind.

Die internationale NGO Grain hat analysiert, dass wir nicht unter der Verknappung von Lebensmitteln leiden, sondern an einer Finanzspekulation. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zeigt in ihrem globalen Preisindex, dass sich die Lebensmittelpreise auf dem höchsten Stand seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1990 befinden. Laut der NGO Grain, sind die Produktion und die Vorräte an den gelagerten Lebensmitteln hingegen stabil geblieben.

Die Preise sind derartig hoch gestiegen, dass das völlig losgelöst von der Produktion und dem Bestand ist. Nein, in diesem Fall hat auch die Erhöhung der Geldmenge M2 nichts damit zu tun, denn sogar diese würde einen derartigen Preisanstieg, in keinster Weise rechtfertigen.

Ein vor kurzem veröffentlichter Bericht von Oxfam zeigt, dass der enorme und rasche Anstieg der Lebensmittelpreise im direkten Wechselspiel mit den phänomenalen Gewinnen der größten Unternehmen aus dem Bereich der Nahrungsmittelindustrie und deren Eigentümer fällt. Gemeinsam mit den Energie-, Pharma- und Technologie Konzernen, handelt es sich, um die größten Gewinner der Covid-19 Pandemie.

Laut Oxam, hat sich der Reichtum der Milliardäre, welche dem Lebensmittel- und Agrarsektor angehören, in den letzten beiden Jahren, um 45 % erhöht.

Einige Beispiele dieser MegaKonzerne

Cargill – größter Getreidehändler und drittgrößter Konzern der industriellen Tierhaltung, Nettoeinkünfte fünf Milliarden US-Dollar. Das ist der größte Nettogewinn seiner Firmengeschichte.

Louis Dreyfus Company (LDC) – unter den Top 7 der weltgrößten Konzerne für Getreidehandel, Gewinnsteigerung 2021, um 82 %.

Walmart – größter Supermarkt der Welt. Die Hauptaktionäre des Konzerns, die Familie Walton hat ihr Vermögen 2021, um 8,8 Milliarden US-Dollar erhöht.

Nestlé – weltgrößtes Unternehmen der Lebensmittel Verarbeitung – Nettoeinkommen im Jahr 2021 um 38,2 % erhöht.

Es stellt sich die Frage, wie wir aus dieser Spirale der Lebensmittelkrise ausbrechen können. Wir müssen eindeutig weg von der Abhängigkeit der transnationalen Konzerne. Dazu bedarf es des Aufbaus einer Ernährungssouveränität. Konzerne sollten niemals in der Lage sein, etwas derartig Unverzichtbares wie Lebensmittel zu kontrollieren und gleichzeitig damit zu spekulieren.

Es geht um unser aller Essen und deshalb sollte wieder mehr auf eine kleinbäuerliche und nachhaltige Produktion in einem sozial verantwortungsvollen System geachtet werden.


2 Kommentare:

  1. Es ist wahnsinn wie die Lebensmittel Großkonzerne, die Lebensmittel Preise bestimmen und wir die Konsumenten darauf keinen Einfluss haben.
    Die Kleinbauern und mittelbezriebe sind da die verlierer.
    Es ist traurig das dadurch die kleinen Lebensmittel Händler (Greislerei)

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  2. ...., von den Stadtbild verschwinden und an der Spitze des Lebensmittel Handels die Großkonzerne Überbleiben. Meine Philosophie an die Klein Bauern, Lebensmittel Märkte und Greislerein denken und dort, einkaufen ist sicherlich die beste Strategie die gross Konzerne als Einzelpersonen zu schwechen, ein Zeichen zu setzen🦋

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