Freitag, 12. August 2016

Contact – Aliens auf der Wiener Donauinsel gelandet

Am 3. September 2016 landet um 2 Uhr in der Früh, auf der Wiener Donauinsel, ein UFO. Die Besatzung, bestehend aus vier Greys (wie der eingefleischte UFO Fan Bescheid weiß, handelt es sich dabei um „die Grauen“ ) sendet aus dem Raumschiff eine per Telepathie auf das Briefpapier des österreichischen Bundeskanzlers gedruckte Nachricht, in welchem sie sich wünschen mit den fähigsten Menschen der Region zu kommunizieren. Zu diesem Anlass bitten Sie darum, dass diese Personen zu ihnen kommen mögen, um sich mit ihnen gegebenenfalls auch über zukünftige Geschäfte auszutauschen.

Aus unerfindlichen Gründen haben die österreichischen Politiker geglaubt, dass die kleinen grauen Männchen sie gemeint hätten. Die Abgeordneten zum Nationalrat treffen in einer dringenden Sondersitzung zusammen. Was dann passiert schildere ich in einer Trilogie.

Kern
Ich denke wir sollten aus Gründen der Fairness, mehreren Parteien die Chance geben an den Gesprächen mit den Aliens teilzunehmen. Die Aliens wünschen sich, dass es exakt fünf Personen sind. Sie haben uns in ihrer Botschaft mitgeteilt, dass wir heute um 12 Uhr bei ihnen zu erscheinen haben. Die etwaige Drohung welche sich am Ende des Schreibens möglicherweise befunden hat, konnte noch nicht entschlüsselt werden.

Strache
Das ist ja ungeheuerlich! Was soll diese Schlamperei? Hat man schon wieder beim Staatssicherheitsapparat an Kosten gespart und kann deshalb diese immens wichtige Botschaft nicht lesen?

Kern
Leider nein. Es ist noch ein bisserl peinlicher. Eine Mitarbeiterin des Bundeskanzleramts hat die mittels Gedankenübertragung auf das Briefpapier des Bundeskanzlers, also meiner Wenigkeit, gedruckte Nachricht gerade zum Geheimdienst gebracht und dabei, leider Gottes, den Kaffee welchen sie in der anderen Hand getragen hat über das Ende des Schriftstücks geleert. Man möge der jungen Dame allerdings verzeihen. Sie hat es ja schließlich nicht absichtlich gemacht.

Strache
Das ist ja unglaublich! Was gedenken Sie jetzt zu tun?

Kern
Tun? Na wir diskutieren jetzt in aller Ruhe aus, wer die fünf Kandidaten für das Gespräch mit unseren Nachbarn sein werden.

Glawischnig
Da stellt sich zuallererst einmal die Frage nach der Quotenregelung. Aufgrund dessen, dass mehr Frauen als Männer auf unserem Planeten wohnen, sollten klarerweise drei Frauen und zwei Männer unseren Staat repräsentieren. Ich denke wir hätten da mit unserer Maria Vassilakou, der Frau Karmasin von der ÖVP und selbstverständlich mir selbst, bei den Damen eigentlich eh keine wirkliche Alternative. Die Frau Stenzel, die alte Schnapsdrossel, wird garantiert nicht dabei sein. Für die besten Recherchen und Enthüllungen dieses Landes ist ja sowieso der Peter Pilz zuständig und von mir aus könnte da durchaus auch ein unabhängiger Repräsentant Österreichs zu den Verhandlungen mitkommen. Mit fällt da jetzt ganz spontan der unabhängige Bundespräsidentschaftskandidat Herr Alexander van der Bellen ein. Sollte es keine Gegenstimme geben, dann könnten wir das gleich per Handzeichen beschließen. Wer ist dafür?

Kurz
Sagens einmal sind sie narrisch? Wie können Sie eine derartige Vorgehensweise wagen? Das sind ja extrem diktatorische Methoden! Das kann ich nicht erlauben und durchgehen lassen und ich kann ihnen versprechen, dass auch Erwin der Große damit nicht einverstanden sein wird. Ich werde ihn deshalb gleich einmal anrufen und um seine Meinung bitten.

Kern
Was hat der jetzt damit zu tun? Das ist doch eine Sache unter uns Abgeordneten oder geht bei Euch in der Volkspartei ohne Gott Erwin net amoi wer aufs Klo?

Mitterlehner
Diese feige Unterstellung werde ich hier garantiert nicht unkommentiert stehen lassen. Nimm das zur Kenntnis!

Kern
Was gedenkst Du jetzt zu tun?

Mitterlehner
Ich schreibe dem Erwin eine sms und erzähle ihm wie bösartig hier über ihn gesprochen wird. Du brauchst Dich dann gar nicht großartig wundern, wenn er mir zurückschreibt, dass ich die Regierungskoalition mit sofortiger Wirkung auflösen und nach den nächsten Nationalratswahlen die FPÖ untertänigst darum bitten soll mit der ÖVP zusammenzuarbeiten.

Kern
Dann bist aber garantiert nimma Vizekanzler.

Mitterlehner
Richtig! Dann werde ich zu ihm in den Gottesstaat Niederösterreich empor gelobt und der Bastl muss die Drecksarbeit hier für Österreich verrichten.

Strolz
Geht´s ein bisserl sachlicher? Wir verlieren schön langsam den Faden. Die Frage lautet ja immer noch, wer mit den Aliens verhandeln soll. Logischerweise ist der Vorschlag von der Eva ja nur einen mächtigen Furz wert. Die logischen Fünf wären: Kanzler, Vizekanzler, Innenminister, Außenminister und Wirtschaftsminister. Was sagt ihr dazu?

Hofer
Na also nicht bös sein, aber ganz ohne uns wird das sicher nicht funktionieren. Die werden schon noch schauen was passiert, wenn wir bei den Gesprächen dabei sind! Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen!

Kern
Wir sollten auf alle Fälle jene hinschicken, welche über ein hervorragendes Verhandlungsgeschick verfügen. Also am besten wären jene geeignet, welche a Gspür für Aliens haben.

Strache
Das ist jetzt aber net rein zufällig der Wiener Bürgermeister!

Kern
Na bitte! Was für ein grandioser Vorschlag! Danke Herr Strache! An den Michi hob i jetzt net amoi gedacht. Na so was aber auch. Herzlichen Dank noch einmal für die Inspiration.

Kurz
Es fällt mir zwar schwer dies jetzt zu verkünden, aber nachdem ich den lieben Erwin über unsere Zusammenkunft per Skype genauestens informiere hat sich herausgestellt, dass er die Idee mit dem Bürgermeister Häupl als ausgezeichnet empfindet und er uns dafür seinen Sanktus gibt.

Glawischnig
Seinen Sanktus? Ich glaub mir wird schlecht. Aber mir soll es Recht sein. Können wir uns also zumindest darauf einigen, dass der Häupl Michi eine jener Personen ist, welche sich zu den Aliens auf die Donauinsel begibt?

Mittels Handzeichen wird der Wiener Bürgermeister, mit einer überwältigenden Mehrheit, zum Verhandlungsteam gewählt.

Kurz
Ach ja. Was ich noch vergessen habe zu erwähnen. Der Erwin will selbstverständlich auch zu den Aliens gehen. Die sollen schließlich erfahren wo Gott wohnt – das waren seine eigenen Worte. Er geht übrigens davon aus, dass zumindest aus den Reihen seiner Volkspartei seinem Vorschlag eh niemand widersprechen mag und sollte jemand nach der nächsten Nationalratswahl eine Partei zur Bildung einer absoluten Mehrheit brauchen, dann wäre es ebenso angebracht seinem Wunsche zu entsprechen.

Nach der Verkündung dieser huldvollen Worte gab es sensationelle 100 % Zustimmung für den Landeshauptmann Erwin Gottvater Pröll als Mitglied des Verhandlungsteams.

Kern
Ohne mich jetzt in den Vordergrund drängen zu wollen sollte es wohl logisch sein, dass ich ebenso dabei sein werde.

Kurz
Es tut mir sehr leid, aber ich muss da entgegenhalten, dass es weitaus klüger wäre nicht hinzugehen. Sollte bei der Begegnung mit den Außerirdischen irgendetwas schief gehen, verlieren wir die beiden einflussreichsten Persönlichkeiten der österreichischen Politikerszene. Es wäre daher zwingend nötig, dass zumindest der aktuelle Bundeskanzler in Sicherheit wäre, um nach einem etwaigen Verlust der beiden Selbstdarsteller, den Schein des normalen Fortgangs der Amtsgeschäfte zu wahren.

Kern
Da ist viel wahres dran und deshalb werde ich mich diesbezüglich zurücknehmen und meinen Platz im Verhandlungsteam jemand anderen überlassen.

Gudenius
Österreich! Österreich!

Glawischnig
Was ist denn mit dem los?

Strache
Na nix. Alles normal. Er will halt dank seiner hervorragenden rhetorischen Fähigkeiten darauf hinweisen, dass wir nicht vergessen dürfen unser Territorium gegenüber der Aliens entsprechend zu verteidigen und wir einem eventuellen Asylantrag mit großer Skepsis begegnen sollten.

Glawischnig
Des is jo net normal!

Gudenius
Österreich! Österreich!

Glawischnig
Geh bitte! Kann der net aufhören? Was macht der überhaupt da?

Strache
Lassen Sie ihn doch bitte ganz einfach auf der Besucher Balustrade dabei sein. Ich verspreche, dass er sich außer dieser Zwischenrufe ganz zivilisiert verhalten wird.

Glawischnig
Na von mir aus. Uns fehlen jetzt aber immer noch drei Leute für das Empfangskomitee!

Hofer
Wir wollen garantiert keine Welcome Aliens Klatscher! Also auf gar keinen Fall ein Empfangskommittee!

Gudenius
Österreich! Österreich!

Hofer:
Jetzt hoit endlich de Pappn! Entschuldigung die verehrten Damen und Herren, aber jetzt langts sogar schon mir. Dafür habe ich jetzt allerdings eine Idee wer noch dabei sein könnte. Ich schlage hiermit ganz offiziell den Johann Gudenius junior vor, damit wir hier alle unsere Ruhe haben. Sollen die Aliens sich um ihn kümmern. Als zweite Person bin ich der Ansicht, dass Alexander van der Bellen unser Team verstärken sollte und abschließend sollte man auch unbedingt eine Frau zu dieser Unterredung mitnehmen. Ich könnte mir da durchaus die Ex Ministerin Frau Mikl- Leitner vorstellen.

Glawischnig
Das ist ja eine derartige Niederträchtigkeit und Unverfrorenheit, dass es einem doch glatt die Sprache verschlägt. Unseren lieben Sascha zum Kandidaten für die Alien Unterredung zu machen, nur damit Sie dann am Ende möglicherweise als einziger Kandidat für die Bundespräsidenten Stichwahl übrig bleiben. Das ist also wirklich zutiefst hinterhältig und schäbig. Schämen Sie sich!

Kern
Also wenn man mich jetzt ehrlich fragt bin ich der Ansicht, dass unser bunt zusammengewürfeltes Verhandlungsteam durchaus ehrenwert bestückt wäre. Vereinfacht ausgedrückt könnte ich mit der Team-Zusammensetzung gut leben.

Strolz
Es ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber das wäre ein durchaus beachtliches Team, welches den Aliens unsere Meinung geigen wird. Ich bin dafür.

Glawischnig
Ich habe selbstverständlich schon ein Problem damit, dass jemand wie der Herr Gudenius unsere Leistungen und Werte vertreten soll und bei der Frau Mikl-Leitner bin ich bezüglich der Begrüßung der Außerirdischen, auch mehr als nur skeptisch. Ich hoffe nur, dass die gute Frau nicht eine zehn Meter hohe Mauer rund um das Raumschiff errichten will.

Kern
Jetzt sind wir doch einmal nicht so kleinlich und stimmen über die Vorschläge Johann Gudenius junior, Alexander van der Bellen und Johanna Mikl-Leitner ab.

Eine überwältigende Mehrheit gibt es dabei für Frau Mikl-Leitner, Alexander van der Bellen bekommt ebenso beinahe eine zwei Drittel Mehrheit und für Johann Gudenius junior sind sich die Abgeordneten allesamt einig. Er muss ganz einfach dabei sein. Der patriotische Adelsspross bekundet seine Freude über seinen nächsten Einsatz mit, no na, Österreich! Österreich! Rufen...

Das phänomenale Team findet sich um zehn Uhr vormittags vor der Wiener Hofburg ein und bespricht noch einmal die weitere Vorgehensweise. Ein Heereshubschrauber nimmt die fünf Auserwählten auf und fliegt sie Richtung Donauinsel. Wie es dort weitergeht, erfährt ihr im zweiten Teil...