Dienstag, 5. Juni 2018

Kolumbien – endlich NATO-Partner...

Freudestrahlend hat der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos in einer Fernsehansprache den Eintritt Kolumbiens in die NATO bekannt gegeben. Zitat: „Wir werden das einzige Land in Lateinamerika mit diesem Privileg sein“.


Ob das wirklich so toll ist?

Die offizielle Aufnahme des südamerikanischen Staates als „globaler Partner“ in das Militärbündnis erfolgt am 31. Mai in Brüssel. Seit etwa einem Jahr hat es zwischen der NATO und Kolumbien eine Kooperation in folgenden Bereichen gegeben: Cyber-Sicherheit, organisierte Kriminalität und Terrorismus.Diese „frohe Botschaft“ wurde übrigens im Rahmen der Feierlichkeiten des kolumbianischen Eintritts in die Organisation für Wirtschaftliche Zusammen-arbeit und Entwicklung (OECD) bekannt gegeben.

Wie sprach wiederum Präsident Santos zur Aufnahme in der OECD:"Teil der OECD und der Nato zu sein verbessert das Ansehen Kolumbiens und ermöglicht uns mehr Einfluss in der internationalen Politik".

Der formale Akt des Beitritts wurde am 30. Mai mit Angel Gurria (Generalsekretär der OECD) unterschrieben.

Wer gehört eigentlich zu den globalen Partnern der NATO?

Es handelt sich dabei um Afghanistan, Australien, Irak, Japan, Südkorea, Neuseeland, Pakistan und die Mongolei.

Scharfe Kritik am NATO-Beitritt kommt inzwischen aus Venezuela.

Das Außenministerium hat verlauten lassen: Venezuela verurteilt erneut vor der internationalen Gemeinschaft die Absicht der kolumbianischen Regierung, sich zur Verfügung zu stellen, um eine auswärtige Militärallianz mit nuklearer Kapazität in Lateinamerika und der Karibik einzuführen. Dies sei eine Bedrohung für den Frieden und die Stabilität in der Region."

Die Regierung Venezuelas hat den historisch betrachtet, weitreichenden Charakter der Entscheidung Lateinamerikas angesprochen, welcher besagt, dass man Abstand nimmt von „kriegerischen Aktivitäten der Nato sowie jeder Armee oder militärischen Organisation, die unter Einsatz von Gewalt und dem Leiden der Völker die Hegemonie eines bestimmten politischen und wirtschaftlichen Modells garantieren möchte.“

Es ist durchaus möglich, dass der NATO-Beitritt Kolumbiens gegen den Vertrag von Tlatelolco aus dem Jahre 1967 verstößt. In diesem haben sich die Länder Lateinamerikas nämlich dazu verpflichtet, Lateinamerika zu einer kernwaffenfreien Zone zu erklären.

Wenn man sich überlegt, welchen Groll die USA seit Jahren gegen Venezuela hegt, ist die Gefahr einer Militärintervention durch den kolumbianischen NATO-Beitritt exorbitant gestiegen...

Wie viel springt dabei für Kolumbien heraus, dass es das wert ist?