Freitag, 3. Mai 2019

Ist es möglich die Welt mit grüner Energie zu versorgen?

Die Forscher der Technischen Universität Lappeenranta (LUT) aus Finnland haben sich dieser Frage angenommen und versucht sie zu beantworten. Die Gegner der Fridays For Future-Klimastreiks sind der Ansicht, dass Kohle, Gas und Atomkraft unverzichtbare Energiequellen sind, weil es eine Tatsache ist, dass Wind und Sonnenenergie nicht ständig zur Verfügung stehen.

Die Studie der LUT, welche zusammen mit dem deutschen Umweltnetzwerk Energy Watch Group entstanden ist, versucht herauszufinden ob und auf welche Art und Weise das weltweite Energiesystem auf „grüne Energie“ umgestellt werden kann.

Das Ergebnis
 
Bis zum Jahre 2050 könnte die Welt, zumindest theoretisch, ihre gesamte Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Die Forscher sind sich sicher, dass dies auch für jede Zeit des Jahres möglich ist.

Für die Studie haben die Wissenschaftler, über einen Zeitraum von fast fünf Jahren, weltweit Daten gesammelt und analysiert. Sie haben dafür unseren Planeten in 145 Regionen aufgeteilt und bei den zu vergleichenden Daten beispielsweise die Wind- und Wetterverhältnisse, die Standorte von Wasservor-kommen und die bereits existierende Infrastruktur herangezogen. Das Forscherteam hat sich nicht auf irgendwelche Durchschnitts-daten verlassen, sondern die Wetterdaten stundengenau analysiert. Aufgrund dieser Genauigkeit war es bei der Datenauswertung auch möglich, eventuelle Energie-Engpässe und den Ausgleich dieser, zu berücksichtigen.

Es wurde errechnet, welcher Energiemix in der jeweiligen Region sinnvoll und möglich ist. Für Deutschland käme der größte Anteil der „grünen Energie“ aus der Solar- und Windkraft. Der Rest würde durch Wasserkraft, Biomasse und Geothermik erzielt. In Österreich wäre der Haupt-anteil der Energiegewinnung aus der Wasserkraft zu erzielen. Ganz wichtig war es für die Forscher auch darauf hinzuweisen, dass synthetische Kraftstoffe, wie z.B. der Wasserstoff wichtig sind, um die Energie zu spreichen und für die sogenannten „Dunkelfluten“ auszugleichen.

Selbstverständlich haben sich die Wissenschaftler auch der Kostenfrage angenommen. Zu Beginn wären weltweit, Investitionen in der Höhe von 67,2 Billionen Euro notwendig. Bis zum Jahre 2050 würden die Kosten der erneuerbaren Energie unter jener der fossilen Brennstoffe sinken. Im Stromsektor würden fünfzehn Millionen Arbeitsplätze entstehen.

Die größte Schwierigkeit bei der Umsetzung des Projekts, sehen die Forscher im politischen Willen diese Veränderung durchzuführen. Bei den Industrienationen lassen sich die Reaktionen der Wirtschaft, der Lobbygruppen und der Bevölkerung nicht vorhersagen. In den Entwicklungsländern würde voraussichtlich das Problem der politischen Instabilität entstehen.

Die Wissenschaftler haben ihre Studie übrigens der „Fridays for Future“-Bewegung gewidmet. Es wäre wichtig und richtig die Veränderungen so schnell wie möglich durchzuführen. Die Arbeit der Forscher stellt auch eine Hilfestellung für jene Menschen, welche den Argumenten der Klimawandel-Skeptiker etwas entgegensetzen wollen.

Es spricht übrigens nichts dagegen, dass eine Region ihre Änderungen herbeiführt, bevor eine andere Region damit beginnt....


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