Donnerstag, 20. Oktober 2016

Der leidende Wiener Bürgermeister und seine unglaubliche Schnapsidee

Er hat es derzeit wirklich nicht leicht und ist keinesfalls zu beneiden. Die Wiener SPÖ Damen sind drauf und dran sein Lebenswerk zu zerstören, das Ergebnis der Wahlwiederholung in Wien Leopoldstadt war schlicht und ergreifend ein Desaster und die aktuellen Umfragen werfen die Wiener Sozis weit hinter den blauen Rivalen zurück. Das die Schwarzen es gerade noch in den Wiener Gemeinderat schaffen würden, ist da ein schwacher Trost. Der beliebte Wiener Bürgermeister hat deshalb beschlossen sich zu einem Arbeitsfrühstück bei einem bekannten Grinzinger Heurigen zurückzuziehen.

Oxonitsch:  
Jetzt schau net so drein und werd´ mal wieder ein bisserl locker, lieber Michi. Es ist ja zum Fürchten wie Du ausschaust. Du meine Güte Du hast es doch eh bald hinter Dir. Sei doch froh, dass Du Dich dann nimma mit den ganzen Idioten herumärgern musst. Du hast Deine Sache super gemacht und mehr kann man nicht verlangen und erwarten. Wenn die Weiber so deppat san und die Partei mit Vollgas gegen die Wand fahren kann ma halt leider nix machen.

Vassilakou
Genau mein Bärli. Brauchst Dich gar nicht kränken. Ich werd´ den Laden schon schupfen, wirst sehen! Brauchst Dir nix antun wegen der blöden Wehselys, der Simma und der Brauner. Die steck´ ich alle locker in den Sack!

Hundstorfer
Na bravo! Na das wird den Michi jetzt aber unheimlich aufbauen, dass ausgerechnet sein politischer Gegner die eigenen Leute locker einsackt. Du könntest wenigstens einmal nachdenken, bevor Du losquasselst.

Häupl
Na oba es stimmt doch eh! Unsere keifen nur blöd herum und checken gar nicht, dass rundherum sich schon alles längst verändert hat. Bis die überhaupt begreifen wos los ist, werden wir bei den nächsten Wiener Wahlen gegen die Schwoazen um den Einzug in den Landtag kämpfen. Na weit hammas bracht...!

Oxonitsch
Jetzt tu nicht gleich so schwarzmalen. Der Ludwig und ich sind ja auch noch da.

Häupl
Jessas na. Ojemine, ojemine. Des wird a Trauerspiel.

Vassilakou
Jetzt hör auf zu raunzen, sondern denk nach. Schau ich hab mir mein Denkmal schon mit der Mariahilfer Strasse gesetzt. Du brauchst jetzt auch irgend so etwas, damit die Leute einmal wissen was Du eigentlich gemacht hast.

Häupl
Ganz genau liebe Maria! Ich werde mir jetzt einmal ein paar Motivationsstamperl genehmigen und dann schau ma mal, welchen Geistesblitz ich haben werde.

Eine halbe Stunde und zehn Stamperl später, sitzt der liebe Michi plötzlich mit einem seligen Grinser im Gesicht da, fummelt mit den Fingern an seiner Nase und schreit plötzlich voller Begeisterung: „Ich hab´s!“

Häupl:  
Liebe Freunde! Ich habe den Stein der Weisen gefunden! Ich werde unser heiß geliebtes Wien verändern! Schluss mit den 23 Bezirken! Ich werde neue Grenzen ziehen und alles vereinfachen. Die Leute werden mich dafür lieben!

Vassilakou
Im Gegenteil! Die werden Dich dafür hassen, wenn sie plötzlich statt im vierzehnten, im zehnten Bezirk wohnen. Sie werden sämtliche Dokumente ändern müssen und das wird enorm viel Zeit und vielleicht sogar Geld kosten. Wer kann das schon wollen?

Hundstorfer
Geh hör auf! Du bist ja nur neidisch! Los komm´ und erzähl´ uns von Deiner großartigen Vision!

Häupl
Grob gesagt. Wir legen die inneren Bezirke allesamt zusammen und machen aus dem 11. Bezirk zwei Bezirke. Na ist das nicht wunderbar?

Vassilakou
Du Bärli? Kann es sein, dass durch die Bezirkszusammenlegung die SPÖ auf irgendeine Art und Weise profitiert? Du willst uns Grünen die Bezirksobmänner wegnehmen! Du bist eine hundsgemeine Ratte! Ich werde Dir die letzten Haare ausreißen! Ich hasse Dich!

Noch bevor der liebe Michi antworten kann, hat ihm die fuchsteufelswilde Maria bereits zwei Salzstangerl in die Nasenlöcher gesteckt und zieht ihn mit dem linken Ohrläppchen zum Tisch herab. Erst als er gelobt sich über die Bezirkszusammenlegung noch einmal Gedanken zu machen, lässt Sie vom bedauernswerten Bürgermeister ab.