Sonntag, 1. Januar 2017

In den USA sind Millionen von Menschen süchtig nach Opioiden

Seit den 1990er-Jahren hat in den USA die Sucht nach Opioiden rasant zugenommen. Schuld daran ist die Tatsache, dass einst ein viel zu lockerer Umgang mit der Vergabe von Schmerzmitteln begonnen hat. Die Menschen bekamen diese beispielsweise nach einer Weisheitszahn-Operation verordnet und wurden dieses wunderbare sie wärmende und kuschelige, wohlige Gefühl nicht mehr los. Es war den Ärzten einst nicht bewusst, welches Biest sie da auf die Menschheit losgelassen haben. Immer mehr Menschen wollten sich diesen angenehmen Kick nicht mehr nehmen lassen und verfielen in diese Sucht.

In den USA sind an die drei Millionen Menschen süchtig nach Opioiden. Die Beschaffung ist leicht, weil man sie auf Rezept bekommt. Die Ärzte sollten diese Medikamente ausschließlich bei extremen Schmerzen verschreiben. Die Gesundheitsbehörde CDC hat verkündet, dass im Jahr 2014, 19.000 Menschen an einer Überdosis dieser Schmerzmittel gestorben sind.

Wie gefährlich die Opioide sind kann man daran erkennen, dass diese vom chemischen Aufbau her dem Heroin entspricht. Das führt dazu, dass es genauso schnell süchtig macht wie das klassische Heroin. Wenn der Arzt dem Patienten die Opioide nicht mehr verschreibt, dann ist es für viele Menschen logisch sich Heroin zu besorgen. Zu ihrer Verwunderung und Begeisterung stellen sie dann fest, dass diese illegale Droge günstiger zu bekommen ist als das verschreibungspflichtige Schmerzmittel.

Seit dem Sommer letzten Jahres ist auch das Medikament Fentanyl vermehrt ins Gespräch gekommen. Schuld daran ist der unerwartete Tod des Pop-Giganten Prince. Er ist an einer Überdosis dieses Schmerzmittels gestorben. Es wird in China oder Mexiko hergestellt und kann im Internet bestellt werden. Nebenbei sei erwähnt, dass die Wirkung von Fentanyl etwa 50zigfach stärker ist als Heroin!

Das Schmerzmittel Carfentanil ist um das 100-fache stärker als Fentanyl und wird ebenso von den Süchtigen verwendet. Damit die abhängigen Personen an die Medikamente kommen, betreiben sie ein sogenanntes Doktor-Hopping. Auf diese Art und Weise gelangen sie an Rezepte und Medikamente.

Die Gesundheitsbehörde CDC hat im abgelaufenen Jahr strengere Richtlinien zur Verschreibungspraxis verfasst. Opioide werden nunmehr als gefährlich eingestuft. Mit Ausnahme von Krebsleiden wird von einer längeren Verwendung, mit aller Vehemenz, abgeraten. Es wird versucht die Patientengeschichte elektronisch zu überwachen, damit es in Zukunft zu weniger Missbrauchsfällen kommt.

Präsident Obama wäre der Kampf gegen diese Sucht eine Milliarde US-Dollar wert gewesen. Der Kongress konnte sich nicht begeistern und billigte 181 Millionen US-Dollar. Weitere 500 Millionen US-Dollar, sollen im nächsten Haushaltsbudget verhandelt werden. Mit der folgenden Regierung unter Donald Trump wird kein einziger US-Dollar dazukommen...

Rein zufällig verfügt die Pharmaindustrie über eine starke Lobby. Diese wirbt in Washington massiv für den Einsatz von Schmerzmitteln. Eine Studie (rein zufällig gesponsert) will herausgefunden haben, dass 40 % der US-Amerikaner unter behandlungsbedürftigen, chronischen Schmerzen leiden.

Die „logische Folge“: Es müssten noch viel mehr Schmerzmittel verkauft und verschrieben werden, um den Menschen zu helfen...