Mittwoch, 2. Mai 2018

Die Social-Media-Plattform namens Steemit – eine oder die Alternative zu Facebook

Immer mehr meiner LeserInnen haben in den letzten Tagen den Wunsch geäußert, mehr über die Social-Media-Plattform namens Steemit zu erfahren. Ihr Wunsch sei mir Befehl. Mittlerweile bin ich seit sechs Wochen bei Steemit dabei und schön langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, welche Möglichkeiten einem diese Social-Media-Plattform bietet.

Steemit wurde von den Gründern der Kryptowährung Steem entwickelt und gibt jedem Nutzer die Chance für seine Aktivität „belohnt“ zu werden.Weltweit haben sich hier bisher 920.000 Menschen registriert, wovon ca. 200.000 regelmäßig aktiv sind. Dies bedeutet, dass sie Blog-Artikel schreiben, Fotos hochladen, Diskussionen entfachen und Kommentare zu allen möglichen Bereichen abgeben. Aktuell werden monatlich  1,5 Millionen Postings und 3,5 Millionen Kommentare abgegeben.


Steemit beeindruckt durch seine völlige Transparenz, welche „Neuankömmlinge“ durchaus auch erschreckt, weil jeder aber auch wirklich jeder sämtliche Artikel lesen und das Wallet eines jeden Users betrachten kann. Es ist frustrierend und aufbauend zugleich, wenn man den Wert seines eigenen Accounts mit 10 US-Dollar beziffert sieht und jenes eines Users, welcher beispielsweise seit einem Jahr dabei ist, mit 10.000 US-Dollar bewertet vorfindet.

Wie tritt man steemit bei?

Im Gegensatz zu vielen anderen Seiten, gibt es hierfür keinen sogenannten Reflink, wo man seine Familie/Freunde/Bekannte einlädt, sondern jeder, der will, registriert sich auf der Hauptseite von steemit.com

Der „Antrag“ ist zwar schnell ausgefüllt, allerdings braucht es durchschnittlich zwei Wochen bis man „freigeschaltet“ ist und sich auf der Social-Media-Plattform einloggen kann.

Warum dauert das so lange?

Aufgrund dessen, dass man als neuer User einen kleinen Bonus von 0,5 Steem bekommt, will man vermeiden, dass es Fake-Accounts gibt und deshalb werden die E-Mail-Adressen genauestens überprüft. Ich darf mich wegen der Geschwindigkeit der Freischaltung nicht beschweren, weil es bei mir lediglich drei Tage gedauert hat. Das ist auf alle Fälle weit unter dem Durchschnitt.

Ist man endlich freigeschaltet, so empfiehlt es sich, neben der Eingabe der Profildaten, einen Vorstellungsthread zu veröffentlichen. Am Ende eines Artikels darf man bis zu fünf Tags eingeben. Es ist manchmal auch durchaus sinnvoll eine Übersetzung des eigenen Artikels auf Englisch bzw. spanisch anzubieten.

Die deutschsprachige Community ist relativ klein. Proportional betrachtet sind die Österreicher gegenüber den Deutschen deutlich in der „Überzahl“. Die deutsch-sprachige Community besticht auf steemit allerdings durch seine sehr aktiven Mitglieder.

Wie kann man nun auf steemit belohnt werden?

Jeder Artikel, welcher von anderen Usern upgevotet wird, wird dafür entsprechend honoriert - das Upvoten entspricht in etwa dem liken bei Facebook und Twitter. Dies betrifft ebenso die Kommentare, welche bei den Artikeln anderer User, abgegeben werden. Wie viel man bekommt, hängt von der Wertigkeit des „Voters“ ab.

Was kann ich mir unter der Wertigkeit eines Voters vorstellen?

Ein neues Mitglied bei steemit erhält die Wertigkeit 25 und je öfter man „upgevotet“ wird, um so höher steigt dieser Wert.

Man unterscheidet bei der Honorierung der eigenen Beiträge drei Werte:

Steem-Dollar, Steem und Steem-Power

Mit dem Steem-Dollar kann man (gegen einen im Vergleich zu den Handelsbörsen sehr günstigen Kurs) die Kryptowährung Steem erwerben. Wer Steem hat, kann diese jederzeit verkaufen oder/und gegen andere Kryptowährungen eintauschen. Außerdem hat man die Chance den Steem gegen Steem-Power einzutauschen. Der Tausch gegen Steem-Power bedeutet, dass die eigenen Votings mehr „Gewicht“ bekommen.

Folgende „Milchmädchenrechnung“:

Zu Beginn sind Deine Votings max. 1 US-Cent wert. Hast Du allerdings eine Steem-Power von 100 dann entspricht dies in etwa sieben US-Cent. Kannst Du zu Beginn Deiner Tätigkeit bei steemit lediglich zehn Votings pro Tag abgeben, so erhöht sich diese Anzahl bei dem Erwerb von mehr Steem-Power (also beispielsweise durch den Tausch von Steem zu Steem-Power). Faktum ist, dass man auch seine eigenen Blog-Artikel, Fotografien, Kommentare, Videos (ja auch die kann man, ähnlich wie bei youtube, online stellen) upvoten darf.

Viele fragen sich jetzt vermutlich, ob man mit der Steem-Power überhaupt über einen finanziellen Wert verfügt. Die Antwort lautet: JA!

Einen Steem kann man jederzeit monetarisieren und mit dem Erwerb von Steem-Power unterstützt man die Währung, weil man sich durch den Erwerb verpflichtet seine Steems nicht in einer einzigen Transaktion zu verkaufen. Wer seine Steem-Power verkaufen will, kann dies, indem er einen von ihm angegebenen Betrag, gleichmäßig auf dreizehn Wochen verteilt, ausgezahlt bekommt.

Beispiel:

Angenommen die zur Auszahlung bestimmte Steem-Power hat einen Wert von 1.300 US-Dollar so bekommt man dreizehn Wochen lang, jeweils 100 US-Dollar ausbezahlt. Dies hat für die Kryptowährung den Vorteil, dass der Kurs auf lange Sicht stabil bleibt und keinen großen Schwankungen unterworfen ist.

Wie viel ist denn ein Steem überhaupt wert?

Mit Stand vom 30. April 2018 entspricht ein Steem dem Wert von 3,98 US-Dollar – Tendenz steigend. Die Marktkapitalisierung beträgt ziemlich genau eine Milliarde US-Dollar und täglich werden etwa 25 Millionen US-Dollar umgesetzt. Im weltweiten Ranking der Kryptowährungen ergibt dies derzeit den beachtlichen 28. Platz. Insgesamt sind von den am Ende 270 Millionen Steems mit heutigem Tage knapp mehr als 253 Millionen Steems im Umlauf.

Der Vorteil von Steem, im Vergleich zu den Platzhirschen von Bitcoin und Ethereum ist, dass die Transaktionen weitaus schneller erfolgen.

Die Gründer von Steem haben mit der Gründung der Social-Media-Plattform Steemit und der Vergütung ihrer aktiven User einen ersten Schritt gesetzt, um ihre Kryptowährung als Bezahlsystem zu etablieren.

Wie viel könnte ein Steem in Zukunft wert sein?

Eine Prognose darüber abzugeben wäre Hellseherei.

Von der Logik her würde ich folgendes behaupten: Wenn durch die Frustration der Facebook-User etwa zehn Millionen zu Steemit abwandern und dort aktiv sind, wird sich der Steem-Wert garantiert vervielfachen.

Ich kann nur empfehlen diese Plattform zu testen, um zu sehen, ob sie euch zusagt – wenn ja, ist gut und wenn nicht dann nicht.