Montag, 14. Februar 2022

Der Pestizideinsatz wird in Brasilien weiter gelockert

Das Gesetzespaket, welches von der Bevölkerung als Giftpaket bezeichnet wurde, ist im brasilianischen Parlament, mit 301 Ja : 151 Nein-Stimmen, durchgepeitscht worden. Das neue Regelwerk ermöglicht die weitere Erhöhung des Pestizid-Einsatzes, verbunden mit der Freisetzung von krebserregenden Stoffen, welche in anderen Ländern verboten sind.

Fakt ist, dass der Nationalkongress, welcher von Großgrundbesitzern dominiert wird, sich einen Dreck um die brasilianische Bevölkerung und seine Gesundheit schert. Die Interessen der Agrarindustrie und das Beharren auf ihren Profiten führt immer weiter zur Entwaldung, Krankheit, Gewalt und dem Tod der Bevölkerung.

Fakt ist, dass das Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung die Befugnis erhalten hat, neue Ackergifte zu erlauben. Im Gegensatz dazu, verliert das Umweltministerium und die Nationale Gesundheitsbehörde, welche für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und die Unversehrtheit der Umwelt zuständig ist, immer mehr an Entscheidungsmacht. Früher war man noch in den Bewertungs- und Zulassungsprozess eingebunden. Heute hat das Umweltministerium nur noch eine beratende Funktion.

Das neue Gesetzespaket erlaubt zukünftig Wirkstoffe, welcher nachweislich Krebs verursachen. Bisher waren derartige Wirkstoffe verboten. Der Gesetzesentwurf ermöglicht für derartige Pestizide, eine vorübergehende Zulassung ohne jeglicher ökologischer und gesundheitlicher Bewertung.

Ist es nicht seltsam, dass der Kongress derzeit nichts Wichtigeres zu tun hat, als den Einsatz dieser Gifte zu erleichtern. Die Brasilianer*innen haben derzeit allerdings ganz andere Sorgen. Die Pandemie führt viele von ihnen, direkt in die Armutsfalle.

Seit Präsident Jair Bolsonaro an der Macht ist, wurde die traurige Rekordzahl von 1.589 Pestiziden auf den Markt gebracht. In der EU wäre die meisten von ihnen nicht zugelassen, weil sie hoch oder extrem giftig sind. Insgesamt sind in Brasilien bereits 3.655 Pestizide erlaubt...





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