Montag, 29. Februar 2016

Hinter Tutanchamuns Grabkammer lauert die Entdeckung des 21. Jahrhunderts

Letzten Sommer hat der Archäologe Nicholas Reeves den Stein ins Rollen gebracht. Er vermutete hinter der Nordwand des Grabs von Tutanchamun, eine weitere, bisher verborgen gebliebene Kammer. Sehr schnell legte er sich darauf fest, dass es sich um das Grab der Nofretete handeln könnte. Erste Untersuchungen bestätigten, dass hinter der Grabkammer des Kindpharaos tatsächlich Hohlräume existieren. Nun hat Hisham Zaazou, seines Zeichens der ägyptische Tourismus-Minister verkündet, dass man einen Raum voller Schätze gefunden habe. Der Fund wird im Rahmen einer Pressekonferenz im April bekanntgegeben. Er sprach davon, dass dies die Entdeckung des 21. Jahrhunderts, sein könnte.


Der Minister verkündete, dass es in diesem neu entdeckten Raum nachweislich Steine und Metalle gibt. Als nächstes werden Spezialkameras eingesetzt, um den Raum noch besser zu untersuchen. Danach werde man den Raum komplett öffnen.


Wer sich jetzt wirklich in dieser neu entdeckten Grabkammer befindet ist unter den Ägyptologen äußerst umstritten. Eine These welche zunehmend an Bedeutung gewinnt ist, dass es sich bei jenen drei Namen welche am häufigsten genannt werden, um ein und dieselbe Person handelt. Nofretete, Neferneferuaten und Semenchkare wären nämlich ein und dieselbe Person – Nofretete eben.


Wer war Nofretete?


Sie gilt bis zum heutigen Tag als Ägyptens Königin der Herzen und sie war wohl eine der einflussreichsten Frauen der Antike.


1350 v. Chr. - Pharao Amenophis III regiert bereits 30 Jahre und bricht mit einer Tradition. Er gesellt zum bisherigen alleinigen Gott Amun die Gottheit Aton, die Sonnenscheibe.


1353 v. Chr. sterben er und sein ältester Sohn Thutmosis


Der zweitgeborene Sohn Amenophis IV wird der neue Pharao und vermählt sich noch vor der Thronbesteigung mit Nofretete. Der Name der damals vermutlich erst 12 - 15-jährigen bedeutet „Die Schöne ist gekommen“.


Amenophis IV lässt zu Ehren von Aton, vier Tempel errichten. Im Alter von etwa 25 Jahren, ändert er seinen eigenen Namen in Echnaton. Der Name bedeutet „Er, der Aton nützlich ist.“


350 Kilometer nördlich von Theben errichtet Echnaton, am Ostufer des Nil, die neue Hauptstadt Achetaton („Horizont des Aton“). Dort will er sein theologisches Programm in die Tat umsetzen: Der Glaube an die Entstehung des Lebens aus dem Licht der Sonne, verkörpert in Aton. Alles ist von nun an im Dienste Atons. Echnaton verbannt den Totengott Osiris, streicht die Vorstellung von einem geheimen Universum und eliminiert die Unterwelt und das Jenseits. Es zählt ausschließlich die Sonne, das Licht, das Diesseits.


Echnaton und Nofretete erreichen Perfektion im Bereich des Selbstmarketing und der Öffentlichkeitsarbeit. Sie werden auf Reliefs bei religiösen Zeremonien, händchenhaltend mit ihren sechs Töchtern und bei gegenseitigen liebevollen Berührungen verewigt. Heutzutage wären sie ein bisserl wie Angelina Jolie und Brad Pitt.


Der Ägyptologe Hermann Schlögl behauptet sogar, dass Nofretete es gewesen sei welche die religiöse Revolution beschleunigt habe. Im Aton-Tempel wäre dazu eine Inschrift gefunden worden, welche er neu interpretierte und übersetzte. Nofretete habe auch, wie sonst nur bei einem Pharao und nicht bei „einfachen“ Königsgemahlinnen üblich, zwei sogenannte „Kartuschennamen“. Kartuschennamen sind jene Namen, welche bei den Inschriften in einem Königsring eingeschlossen sind.


Neue Erkenntnisse über die Suche nach weiteren verborgenen Kammern in den großen Pyramiden werden in Kürze, möglicherweise ebenso bei der Pressekonferenz im April, bekanntgegeben.