Montag, 29. Februar 2016

Der weltweite Waffenhandel boomt

Zwischen 2011 und 2015, nahm das Gesamtvolumen des weltweiten Waffenhandel gegenüber den Jahren 2006 bis 2010, um insgesamt 14 % zu. Wie hoch ist denn der prozentuelle Anteil der fünf größten Waffenexporteure am weltweiten Waffenhandel? Die USA hält bei 33 %, Russland bei 25 %, China bei 5,9 %, Frankreich bei 5,6 % und Deutschland bei 4,7 %. Wohin werden diese Waffen geschickt? Betrachten wir doch einmal die Waffenlieferungen Deutschlands. Die Deutschen liefern beinahe zu gleichen Teilen in europäische Staaten (zu 29 %), in den Nahen Osten (zu 25 %), nach Nord- und Südamerika (zu 23 %), in der Pazifik und nach Asien (zu 23 %).
 
Es wird halt ein bisserl schizophren wenn man darüber nachdenkt, dass Deutschland einerseits die prekäre Menschenrechtslage in Saudi-Arabien anprangert und gleichzeitig immer mehr Waffen in dieses Land schickt. Wenn wir schon bei Saudi-Arabien sind, dann wäre es gleich einmal Zeit zu erwähnen, dass deren Waffenimporte in den Vergleichsjahren 2011 bis 2015, im Gegensatz zu 2006 bis 2010, um gediegene 275 % gestiegen sind. Fairerweise muss man dazu sagen, dass die Saudis damit gar nicht auf Platz 1 zu finden sind. Katar hat es nämlich auf eine Steigerung von beachtlichen 279 % gebracht. Der Irak nimmt sich mit seinem plus von 83 %, dagegen geradezu bescheiden aus.

Für uns Europäer wäre es natürlich auch interessant zu wissen, wo Saudi-Arabien und seine Verbündete, die von den Europäern gekauften Waffen zumeist einsetzt. Es ist im Krieg gegen den Jemen.

Blicken wir doch ganz kurz auch zum afrikanischen Kontinent. Dort gehen die Hälfte der Waffenexporte nach Algerien und Marokko. Während Algeriens Importe eher sinken, steigen Marokkos Begehrlichkeiten nach neuen Waffen kontinuierlich nach oben. In Afrika sind die Importe in den letzten fünf Jahren um beachtliche 20 % gestiegen.

Es ist schlimm, dass auch heutzutage noch (wir sind ja so vernünftig und gebildet), die Waffenproduktion und der Handel damit, als ganz „normales“ Geschäft gilt. Wie aggressiv und krank ist denn unsere Spezies, wenn dies nicht einmal hinterfragt wird. Ein Mitarbeiter einer NGO oder NPO muss sich für seinen Job wohl häufiger rechtfertigen, als Menschen welche ihr „tägliches Brot“ in der Waffenproduktion verdienen... Ganz zu schweigen von der Rüstungslobby, welche ohne sich verstecken zu müssen gemeinsam mit Präsidenten, Bundeskanzler, Wirtschaftsminister... in der Welt herumreisen dürfen, um ihr todbringendes Spielzeug zu verkaufen...