Montag, 8. Februar 2016

Der Zika-Virus verbreitet sich aus Angst vor der Bio-Piraterie

Es ist vollbracht. Aufgrund des massiven Auftretens des Zika-Virus, wurde von der Weltgesundheitsorganisation der globale Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hauptsächlich ist der Virus bisher in Süd- und Mittelamerika verbreitet. In Brasilien dürften es bereits 1,5 Millionen Fälle sein. Schuld an der massenhaften Verbreitung dürfte die Angst vor der Bio-Piraterie sein (näheres dazu später).

Die brasilianischen Behörden haben Schwangere sogar davon abgeraten, zu den Olympischen Spielen nach Rio zu reisen. Brasilien hat nun Angst, dass die Freude auf die Spiele, der Sorge um einer Ansteckungsgefahr weicht und die Besucherströme inkl. einer Belebung der Wirtschaft ausbleiben könnte. Für Schwangere ist der Zika-Virus deshalb so gefährlich, weil er im Verdacht steht die schwere Hirnschädigung namens Mikrozephalie hervorzurufen. In Brasilien sind davon bereit mehr als 4.000 Neugeborene betroffen. In Kolumbien sollen es mittlerweile auch bereits 3.000 sein.

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet damit, dass schon bald bis zu vier Millionen Menschen von dem Virus betroffen sein könnten. Einige Staaten haben übrigens dazu angeraten, geplante Schwangerschaften zu verschieben...

Erstmals entdeckt wurde der Zika-Virus 1947 in Uganda. Bis vor kurzem galt er als eine harmlose Erkrankung, ähnlich einer Erkältung und seine Verbreitung war auch sehr gering.

Wie es dazu kam, dass dieser Virus derartig mutiert ist, würden internationale Forscherteams bereits gerne seit Wochen untersuchen. Dazu fehlt ihnen allerdings der Viren Stamm, welcher gerade in Brasilien umgeht. Der ist zwar vorhanden, wird allerdings von Brasilien nicht freigegeben.

Warum gibt Brasilien den Viren Stamm nicht frei?

Brasiliens Gesetze verbieten seit März 2015, die Ausfuhr von DNA oder Blutproben. Die Begründung liegt in der Sorge vor der Bio-Piraterie. Bisher war es oftmals so, dass ausländische Vertreter von Pharmafirmen, Pflanzenproben aus dem Regenwald außer Landes gebracht, damit Forschungen betrieben und auf deren Basis Patente angemeldet haben. Damit verdienten die Pharmabetriebe Unmengen an Geld.

Jenes Land aber, von wo die Naturressourcen ursprünglich herkommen, ist dabei jedes mal leer ausgestiegen. Es gab auch Forscher welche von den Ureinwohnern DNA-Proben entnommen haben. Damit wurden ebenso Forschungen betrieben und man ist beinahe genötigt zu sagen, logischerweise wurden die Rechte der Ureinwohner ebenso nicht respektiert.

All diese Verfehlungen erschweren nunmehr den Kampf gegen die Ausbreitung der Zika-Viren. Der brasilianische Viren-Stamm ist deshalb der Wichtigste, weil von dort der aktuelle Ausbruch seinen Ausgang genommen hat.

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat mittlerweile eine Neuregelung zum Umgang mit genetischem Material auf den Weg gebracht. Bis zur Umsetzung des Gesetzes dauert es allerdings noch. Die Proben zu verschicken wäre derzeit eine Straftat....

Erstmals wurde der Zika-Virus 1947 im gleichnamigen Wald in Uganda von Forschern entdeckt. Sie haben ihn von Affen isoliert. 1952 war er dann erstmals bei Menschen nachweisbar.

Überträger dieser Erreger sind die Stechmücken der Gattung Aedes. In den Tropen und Subtropen wird der Erreger von der Gelbfiebermücke Aedes aegypti und in der gemäßigten Zone von der asiatischen Tigermücke Aedes albopictus verbreitet.

Es gibt eine afrikanische und eine asiatische Virus-Linie. Bisher war immer die asiatische Linie für Ausbrüche verantwortlich. 2007 erkrankten auf der Pazifikinsel Yap in Mikronesien etwa 100 Personen. 2013 wurden 10 % der Bevölkerung von Französisch-Guayana infiziert.

Aus dem US-Bundesstaat Texas ist inzwischen eine durch ungeschützten Sex erfolgte Zika-Infektion gemeldet worden. Der Patient oder die Patientin habe sich beim Sex mit jemandem infiziert, der oder die aus einem vom Virus betroffenen Land zurückgekehrt war.

Währenddessen sind aus Rio de Janeiro die ersten Fälle der Lähmungskrankheit Guillain-Barré verkündet worden. Im Hospital Universitário Antonio Pedro werden seit Jänner 16 Infizierte behandelt. In Kolumbien sind an dieser Erkrankung bereits zwei Menschen gestorben.

Bei der Krankheit Guillain-Barré handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Nerven. Es beginnt mit an den Händen und Füßen auftretenden Lähmungen, welche bis zur Lähmung der Atemwege führen kann. Glücklicherweise verschwinden diese Symptome bei den meisten Betroffenen wieder.

In Uruguays Hauptstadt Montevideo haben sich die Gesundheitsminister aus 14 Ländern darauf geeinigt, dass die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung des Zika-Virus, das Ausräuchern der Moskito Brutstätten sei. Ab dem 13. Februar sind in Brasilien 220.000 Soldaten im Einsatz, um die Nester der Gelbfiebermücke Aedes aegypti auszurotten.

Die WHO zeigt sich über die Möglichkeit, wonach das Virus auch per Sexualkontakte übertragbar sein könnte, gelinde gesagt ein bisserl beunruhigt. Man müsse aber erst einmal herausfinden auf welche Arten der Virus wirklich übertragen wird.

Im Kampf gegen das Zika-Virus wird Brasilien auf neue Diagnosetests aus Deutschland setzen. Es werden landesweit Antikörper-Tests des Unternehmens Euroimmun zugelassen. Nach eigenen Angaben habe das Unternehmen das "weltweit erste Komplett-Paket für den serologischen Nachweis von Zika-Virus-Infektionen entwickelt".

Ein Grund für die enorme Ausbreitung des Virus, ist das immer größer werdende Verbreitungsgebiet der Moskitoart Aedes aegypti, welche auch das Denguefieber überträgt. Innerhalb von nur zehn Jahren ist es nämlich von 1,5 auf 6,9 Millionen Quadratkilometer angewachsen. Das entspricht bereits 81 % der Landesfläche von Brasilien...

Möge das Virus bald eingedämmt werden, denn sonst wird es nach den Olympischen Spielen rund um den Globus verbreitet.