Samstag, 7. Juli 2018

Argentinien erhält vom Internationalen Währungsfonds (IWF) 50 Milliarden US-Dollar

Die Regierung von Mauricio Macri lässt verkünden, dass Argentinien, vom Inter-nationalen Währungsfonds (IWF), ein Kredit in der Höhe von fünfzig Milliarden US-Dollar, gewährt wurde. Der Betrag wird in drei Etappen ausbezahlt. Die ersten fünfzehn Milliarden US-Dollar, werden bereits Ende Juni überwiesen. Seit die Regierung unter Präsident Macri ihre Tätigkeit aufgenommen hat, steigt die Neuverschuldung Argentiniens im Ausland, auf „bemerkenswerte“ zweihundert Milliarden US-Dollar an.


Bereits in der 167. Ausgabe von „Der ÜBERFLIEGER“ habe ich geschrieben, dass Präsident Macri beim IWF, um einen Kredit ansucht. Mitte Mai flog er dafür mit einer riesigen Delegation, u.a. mit dem Finanzminister Nicolás Dujovne nach Washington, um mit der Chefin des IWF, Frau Christine Lagarde, über die diesbezüglichen Bedingungen zu verhandeln. Damals war übrigens noch von einem Kredit in der Höhe von maximal 30 Milliarden US-Dollar die Rede.

Noch einmal zur Erinnerung:
2016 hat Präsident Macri verlautbaren lassen, dass es nie mehr wieder eine Zusammenarbeit mit dem IWF geben werde (nähere Infos dazu findet ihr auf meinem Blog). Zwei Jahre später spricht Präsident Macri davon, dass es sich nun um ein historisches Abkommen handelt, welches Beweise, dass der IWF großes Vertrauen in seine Politik habe...

Selbstverständlich ist ein Kredit niemals gratis und der IWF hat auch einige zusätzliche Bedingungen daran geknüpft. Argentinien muss öffentliche Ausgaben kürzen, staatliche Subventionen streichen und Ausgleichszahlungen für Provinzen einstellen. Das Sozialwesen muss eingeschränkt und die Gehaltszahlungen im öffentlichen Bereich gekürzt werden. Bis zum Jahr 2020 soll/muss Argentinien ein Nulldefizit erreichen. Dafür muss die argentinische Regierung in den nächsten drei Jahren, Einsparungen in der Höhe von neunzehn Milliarden US-Dollar erreichen.

Die größten preislichen Veränderungen wird es, zum Leidwesen der Bevölkerung, bei Gas, Strom und Treibstoff geben. Diese Preise sind allesamt staatlich gestützt. Bereits zu Beginn dieses Jahres gab es in diesen Bereichen Preiserhöhungen von bis zu 50 %.

Für das Jahr 2018 erwartet man in Argentinien eine Inflationsrate in der Höhe von 30 %. Wie die argentinische Bevölkerung auf die „einschneidenden Erlebnisse“ reagieren wird, bleibt abzuwarten.