Samstag, 7. Juli 2018

Honduras – österreichische Firma beliefert umstrittenes Wasserkraftwerk mit Turbinen

Die Tiroler Firma „Turbinenbauer Geppert Hydropower“ ist von etwa zwanzig Organisationen aus Österreich und Deutschland dazu aufgefordert worden, die Lieferung seiner Turbinen zum umstrittenen Wasserkraftprojekt in Los Planes in Honduras zu beenden. Man solle unverzüglich die laufenden Verträge mit dem honduranischen Unternehmen namens Hidroeléctrica Centrales El Progreso kündigen.


Die österreichische Firma trage eine nicht unerhebliche Mitschuld an den Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen durch den Bau des Wasserkraftwerks. Der Baubeginn des Kraftwerks hat bereits enorme Umweltschäden verursacht. Hunderte Bäume mussten dafür gefällt werden und dies führte dazu, dass es zu Erosionen, zur Verschlammung und der Kontaminierung des Flusses kam. Bereits jetzt ist die Trinkwasserversorgung von etwa 20.000 Bewohnern, nicht mehr gewährleistet.

Damit der Bau des Wasserkraftprojekts durchgesetzt werden kann, wurden friedliche Blockadecamps, welche im Sektor Pajuiles seit etwa einem Jahr, regelmäßig stattfinden, wiederholt gewaltsam geräumt und die in der Nähe des Wasserkraftwerks lebenden Menschen kontinuierlich bedroht und eingeschüchtert.

Im Jänner 2018 wurde der Aktivist Geovanny Diaz von Männern in Polizeiuniformen aus seinem eigenen Haus gezerrt und an der nahegelegenen Straße mit mehreren Schüssen exekutiert. Geovanny Diaz hatte auch an den politischen Protesten, nach den Wahlen, zu Beginn des Jahres teilgenommen und die Art und Weise wie er hingerichtet wurde, lässt darauf schließen, dass es sich um eine gezielte Ermordung handelt. Fünf Gemeinden, welche von Los Planes besonders betroffen sind, wurden von der Inter-amerikanischen Menschenrechtskommission im Februar 2018 ganz spezielle Schutzmaßnahmen zugesprochen.

Nur schade halt, dass der honduranische Staat darunter versteht, nichts zum Schutze der Bevölkerung zu unternehmen.

Auf telefonische Anfrage bei der Geppert Hydropower wurde immerhin folgende Auskunft zum Brief über die Aufforderung nach einem Lieferstopp der Turbinen gegeben: Derzeit geben wir dazu keine öffentliche Stellungnahme ab.

Eigentlich schade wie wichtig österreichischen Firmen Umsatz und Profit, im Gegensatz zu Umweltschutz und Menschenrechten ist. Immer öfter ist in den letzten Jahren davon zu erfahren, dass immer mehr österreichische Unternehmungen sich an den menschenrechtsverletzenden Wasserkraftprojekten in Chile oder/und Guatemala beteiligen...