Samstag, 7. Juli 2018

Das 66. Bilderberger-Treffen

Das Treffen fand diesmal vom 7. bis 10. Juni 2018 in Turin statt

Die Bilderberg-Konferenzen sind „private“ Treffen von einflussreichen Personen aus den Bereichen der Politik, Wirtschaft, Medien und der Geheimdienste. Es werden Gedanken über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen ausgetauscht. Die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Konferenz ist abhängig von einer Einladung durch den Vorsitzenden und die beiden ehrenamtlichen Generalsekretäre, welche nach einer Beratung und der Empfehlung des Lenkungsausschusses erfolgt.


Bei der Bilderberg-Gruppe handelt es sich um keine formelle Organisation. Es existiert, zumindest offiziell, weder ein Status der Mitgliedschaft noch ein Gründungsvertrag.

Die Tagesordnungspunkte sowie die Teilnehmerlisten werden erst nach dem Beginn der Treffen den internationalen Presseagenturen zugänglich gemacht.

Die erste Konferenz fand im Mai 1954 statt. Prinz Bernhard der Niederlande hat diese im Hotel de Bilderberg in Oosterbeek veranstaltet. Das Hotel gehörte dem Prinzen und für sämtliche folgenden Konferenzen hat man sich ganz einfach des Namens des Hotels bedient und nunmehr den Namen Bilderberg verwendet.

Die Bilderberger waren geboren.

Zurückzuführen ist die Gründung letztlich aber auf Jozef Retinger.

Er war im zweiten Weltkrieg als Berater der polnischen Exilregierung in London tätig. Immer wieder hatte er Tagungen zwischen den Vertretern von Exilregierungen und Außenministern, europäischer Staaten organisiert. Dabei wurde das Nachkriegs-Zollabkommen zwischen den Benelux-Staaten ins Leben gerufen.

Retinger war maßgeblich an der Gründung der Europäischen Bewegung beteiligt, welche enorme finanzielle Unterstützung von der US-Regierung, der CIA und aus privaten Quellen über das American Committee for a United Europe (ACUE) bekam. Bis 1952 war er der Generalsekretär der Europäischen Bewegung. Danach vermittelte er streng vertrauliche Zusammenkünfte zwischen den europäischen und den US-Politikern. Selbstverständlich waren damals schon die Wirtschaftsführer in die Gespräche involviert. Retinger entwarf den Plan einer wiederkehrenden Konferenz. Als Vorsitzenden und Symbolfigur für den transatlantischen Dialog konnte er Prinz Bernhard der Niederlande gewinnen. Das Ziel von Retinger war es Teilnehmer zu finden, welche einflussreich und allgemein respektiert wurden, sowie über ein Spezialwissen oder enorme Erfahrung hatten, um ihre persönlichen Kontakte und ihren Einfluss in den nationalen und internationalen Kreisen den von Bilderberg gesetzten Zielen, durchsetzen zu können.

Bilderberg-Konferenzen dauern zumeist drei Tage. Es werden vor allem die Fragen der Welt-wirtschaft und der internationalen Beziehungen besprochen. Die Konferenzteilnehmer erhalten zu einem bestimmten Thema je zehn Minuten Zeit für einen Vortrag, wobei die Sitzung von einem Rapporteur begonnen wird, gefolgt von den Beiträgen der anderen Teilnehmer.

Das Bilderberg Steering Committee übermittelt die Diskussionsergebnisse in Form von Synthesen an alle Teilnehmer, welche im Laufe des folgenden Jahres die in den Synthesen ausgegebenen Strategien im jeweiligen politischen, unternehmerischen oder anderen Umfeld in ihren Heimatländern implementieren sollen.

Die Leitung der Bilderberg-Konferenzen obliegt dem Vorsitzenden des Lenkungsausschusses. 1954 bis 1976 hatte Prinz Bernhard der Niederlande dieses Amt inne. Der Vorsitzende des Steuerungskomitees wird in seiner Arbeit durch zwei ehrenamtliche Generalsekretäre unterstützt, nämlich einen für Europa und Kanada sowie einen für die USA. Weiters gibt es einen ehrenamtlichen „Leiter für Finanzen“. 1956 wurde überdies ein achtköpfiger Lenkungsausschuss (Steering Committee) eingesetzt. Beim Steering Committee handelt es sich nicht um einen gewählten Ausschuss. Die Mitglieder werden vom Vorsitzenden der Konferenz ernannt und, nach Rücksprache mit diesen Mitgliedern, werden die Teilnehmer auf der jeweils kommenden Konferenz ausgewählt.
Zwei Drittel der Teilnehmer stammen aus Westeuropa und ein Drittel aus Nordamerika. Etwa zwei Drittel der geladenen Teilnehmer kommen aus dem Finanzsektor, der Industrie, den Hochschulen und den Medien und ungefähr ein Drittel aus Regierungen oder politischen Institutionen.

Zum engsten Kreis der Teilnehmer gehören seit Beginn die englischen, belgischen und niederländischen Königshäuser, Bankiers sowie die politischen und militärischen Strategen des nordatlantischen Bündnisses. Aus Deutschland sind im Steering Committee seit den 1960er Jahren stets ein Vertreter der Deutschen Bank sowie ein Vertreter der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Bis 1957 wurden zwei Treffen pro Jahr abgehalten, seitdem nur noch eines.

1960 wurde der Name von Bilderberg-Gruppe zu Bilderberg-Konferenz geändert.

Die Auslagen für das Sekretariat der Bilderberg-Konferenz werden, nach eigenen Angaben, vollständig durch private Zuwendungen gedeckt. Die Finanzierung der durch die Bewirtung der einzelnen Konferenzteilnehmer entstehenden Kosten verantworten diejenigen Mitglieder des Lenkungsausschusses, welche aus jenem Land stammen, in dem die jeweilige Konferenz stattfindet.
Die Kosten für die Anreise zur Konferenz tragen die Teilnehmer, angeblich, selbst.

Nachdem Bundeskanzler Faymann an einer Konferenz teilgenommen hat, gab es eine parlamentarische Anfrage über Details zu den Inhalten der Konferenz sowie der Motivation und Finanzierung seiner Konferenz-Teilnahme. Faktum ist, dass zumindest seit 2015 die Kosten für die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen von den Steuerzahlern, beglichen werden.
Wir lassen uns das jetzt einmal auf der Zunge zergehen.

Für die Abhaltung einer Privatveranstaltung zahlt der Steuerzahler. Hervorragend!

Das bedeutet, dass wenn ich alle meine LeserInnen zu einer privaten Veranstaltung einlade, um über Themen der Zukunft und deren Umsetzung zu philosophieren, ich die Polizei und das Bundesheer einsetzen darf (auf Steuerkosten natürlich), damit wir bei unserer Privatveranstaltung auch wirklich unsere Ruhe haben. Warum ich wohl einen kleinen Funken Zweifel daran hege, dass dies nicht funktionieren wird...

Zurück zu den Bilderbergern. Durch deren Diskussionen soll ein Konsens über eine gemeinsame Denk- und Handlungslinie erzielt werden.

Nur wenige Auswirkungen sind tatsächlich belegbar:
Die Trilaterale Kommission wurde 1973 auf Anraten Rockefellers bei einer Bilderberg-Konferenz gegründet.

Die Einführung des Euro geht nach Angaben des belgischen Unternehmers und Ehrenvorsitzenden Etienne Davignon ebenso auf eine Bilderberg-Konferenz zurück.

Die Tagungshotels werden für die Zeit der Bilderberg-Konferenzen für andere Gäste gesperrt.

Am 9. Juni 2011 wurde der italienische EU-Parlamentarier Mario Borghezio von der Polizei in Gewahrsam genommen und befristet des Kantons Graubünden verwiesen, nachdem er versucht hatte, das Bilderberg-Tagungshotel Suvretta House in St. Moritz zu betreten. Der Vorfall führte zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Italien und der Schweiz.
Die geheimen Treffen haben auch den Sinn, dass sie wesentliche Teile der politischen Willensbildung aus dem öffentlichen Raum und der demokratischen Kontrolle herausholen.

Das umfangreiche soziale Kapital, welches bei diesen Treffen zusammenkommt, ermöglicht es, Vorhaben von immenser Tragweite anzudenken und durchzusetzen und das ist ganz gewiss, keine Verschwörungstheorie.