Freitag, 9. März 2018

Der Widerstand gegen Mercosur wächst

Die Verhandlungen mit dem südamerikanischen Markt namens Mercosur laufen auf Hochtouren. Neunzehn Jahre haben diese bisher gedauert und nun dürften sie kurz vor dem Abschluss stehen. Noch in diesem Monat soll das Freihandelsabkommen mit Mercosur (bestehend aus den Vollmitgliedern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) unterschriftsreif sein. Die größten Differenzen gab es bis zuletzt bei den Agrarimporten und im Automobilsektor.


Jetzt regt sich allerdings der Widerstand der Gewerkschaften. Die Gewerkschaftsbewegungen des Mercosur und der EU, haben ein gemeinsames Schreiben an die jeweiligen Verhandlungsführer beider Blöcke überreicht. Der Inhalt bezieht sich auf die Gründe, warum das Freihandelsabkommen nicht akzeptiert werden kann.

Die Gewerkschaften fordern mehr Transparenz bei den Bedingungen, Fristen und Verhandlungen und insgesamt ein weit ausgewogeneres Abkommen, welches die unterschiedlichen Entwicklungsstände zwischen den Vertragsparteien anerkennt. Es müsse eine Klausel zur industriellen Entwicklung aufgenommen werden, sowie die Beibehaltung verschiedenster Instrumente zum Schutz der Beschäftigung und Produktion geschaffen werden.

Kurz und gut – die Gewerkschaften lehnen den Vertrag in der bisherigen Form ab.

Für die finale Phase der Verhandlungen fordern sie die Aufnahme des Kapitels „Soziales und Arbeit“.  Der Sinn und Zweck ist es im Rahmen eines Dialogs, Analysen und Vorschläge zu unterbreiten, welche als Lösungen für Ungleichgewichte in der Arbeitswelt herangezogen werden können. In Argentinien haben die Gewerkschaften ihre Bevölkerung eindringlich vor den negativen Folgen gewarnt, welche ein Freihandelsabkommen mit der EU, im Allgemeinen bedeuten würde. Besonders betroffen würden die Technologie-Produktion, das See und Flusssystem, öffentliche Arbeiten, staatliche Ankäufe, medizinische Laboratorien, die Automobilindustrie, die regionalen Wirtschafts-zweige – hier im Besonderen das Olivenöl, Weine und Schaumweine bzw. Käse und die Molkereiprodukte im Allgemeinen sein.

Mercosur gilt als Agrargroßmacht und es werden wohl Unmengen an Rindfleisch - 99 Millionen Tonnen für den europäischen Raum war das letzte Angebot der EU – Geflügel, sowie Zucker und Tabak ihren Weg nach Europa finden.

Die heimischen Bauern sind über den drohenden „Deal“ naturgemäß nicht glücklich und es mehren sich die Stimmen welche eindringlichst davor warnen, dass das argentinische Rindfleisch stark mit Hormonen belastet ist. Die Verhandlungsteams der EU widersprechen dem und stellen klar, dass ausschließlich jenes Rindfleisch für den EU-Markt bestimmt ist, welches qualitativ hochwertig ist...