Donnerstag, 19. September 2019

Das zweite interstellare Objekt wurde in unserem Sonnensystem gesichtet

Am 30. August wurde nach „Oumuamua“ das nunmehr zweite interstellare Objekt in unserem Sonnensystem gesichtet. Es erhielt die Bezeichnung „C/2019 Q4 (Borisov)“ und ist nach Gennadij Borisov, welcher es von der Krim aus entdeckt hat. Im Vergleich zu „Oumuamua“ zeigen sich bereits jetzt deutliche Unterschiede, welche das erste gesichtete Objekt noch mysteriöser als bisher eh schon macht.

Das nun entdeckte Objekt verhält sich bezüglich der Natur des Objekts ein gänzlich anderes Verhalten als „Oumuamua“ und alle bisherigen Merkmale sprechen dafür, dass es sich bei „Borisov“ um einen Kometen handelt. Selbst der Harvard-Astrophysiker Prof. Avi Loeb, welcher sich wiederholt dafür ausgesprochen hat, dass es sich bei „Oumuamua“ um das Fragment eines außerirdischen Raumschiffs handeln könnte, sieht bei „Borisov“ auch nur irgendeinen Hinweis, hier ähnliches zu vermuten.

Was deutet eigentlich auf eine interstellare Herkunft hin?

Es liegt an der Flugbahn. Das Objekt befindet sich in einer hyperbolischen Flugbahn und folgt damit nicht einer an unsere Sonne gebundenen, mehr oder weniger kreisrunden Umlaufbahn. Dieser Umstand deutet auf eine interstellare Herkunft hin.

Selbstverständlich spekuliert man nunmehr auch darüber, ob es sich bei dem neu entdeckten Objekt möglicherweise, um die künstliche Sonde einer fernen Zivilisation handelt. Es fällt aber schon alleine deshalb schwer zu glauben, dass es sich um ein Raumschiff oder eine Sonde handelt, weil das Objekt etwa zehn Kilometer groß ist. Im Gegensatz zu „Oumuamua“ zeigt es eindeutige kometenartige Ausgasungen und das schon auf einer zehnfach größeren Distanz zur Sonne. „Oumuamua“ hatte übrigens keinerlei Ausgasungen gezeigt, obwohl das Objekt dem bis zu 100fachen Sonneneinfluss ausgesetzt war – auch dies macht „Oumuamua“, nachträglich betrachtet, um so mysteriöser.

Borisov“ bewegt sich derzeit Richtung Sonne und somit auch in das innere unseres Sonnensystems.
Es wird vermutet, dass sich das Objekt der Erde und der Sonne auf etwa 300 Millionen Kilometer annähern wird und die Sonne jenseitig der Marsbahn passieren wird. Derzeit befindet sich der Komet in einer Entfernung von 420 Millionen Kilometer zur Sonne. Seinen sonnennächsten Punkt wird er voraussichtlich am 8. Dezember dieses Jahres erreichen. Die derzeitige Geschwindigkeit beträgt 150.000 Kilometer pro Stunde – verglichen mit den anderen Objekten, welche die Sonne umkreisen ist diese Geschwindigkeit sehr hoch. Ein weiterer Beweis dafür, dass es sich um ein Objekt interstellarer Herkunft handelt und auch ein Beweis dafür, dass der Komet unser Sonnensystem auch wieder verlassen wird. Die größte Helligkeit wird „Borisov“ zwischen Mitte Dezember 2019 und April 2020 entfalten.

Für den Fall neuer Erkenntnisse zu dem interstellaren Objekt, werde ich euch selbstverständlich umgehend informieren.







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