Mittwoch, 13. Juli 2016

Der Fußball Europameister 2016 heißt Portugal - woran werden wir uns in zwanzig Jahren erinnern, wenn wir an dieses Finale denken?

Ganz ehrlich. Es war ein furchtbar langweiliges Finale. Oder doch nicht? Nein! Es gab einen Hauptdarsteller, welchen man in dieser Rolle niemals vermutet hätte – Cristiano Ronaldo!

Kurz zusammengefasst nun jene Ereignisse, an welche wir uns auch in zwanzig Jahren noch erinnern werden:

In der 7. Minute foult der Franzose Payet den portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo und dieser muss mit schmerzverzerrtem Gesicht, erstmals am Knie behandelt werden. Die Franzosen bestimmen das Spiel, aber Cristiano Ronaldo zieht in der 17. Minute die gesamte Aufmerksamkeit der Zuschauer im Stadion und vor den Bildschirmen auf sich. Mit Tränen in den Augen setzt er sich auf das Spielfeld und das Spiel wird unterbrochen. Er wird vom Spielfeld geführt und außerhalb des Rasens wird sein angeschlagenes Knie drei Minuten lang, mit Unmengen von Eis behandelt und danach dick einbandagiert. Ronaldo will nicht aufgeben und versucht es noch einmal. Selbst die Franzosen wirken geschockt und ihr vorher noch guter Spielfluss ist vollständig unterbrochen. Es scheint, als hätten sie keine Lust gegen einen angeschlagenen Cristiano Ronaldo zu gewinnen. Der neuerliche Versuch Ronaldos endet unter Tränen in der 25. Minute. Er sitzt ein weiteres Mal am Spielfeld und weint. Mit einer Trage muss er nunmehr den Platz verlassen. Das gesamte Stadion-Publikum spendiert Ronaldo Applaus.

In der Folge will keine richtige Fußball Stimmung aufkommen. Das Publikum ist beinahe still. Bis zur Halbzeit gibt es kaum noch erwähnenswerte Aktionen.

Die zweite Spielhälfte beginnt wie die erste geendet hat. Langeweile pur. In der 66. Minute aber wacht jeder auf. Flanke von Coman und der Franzose Griezmann köpfelt aus vollem Lauf knapp über das gegnerische Gehäuse. Bis zur 80. Minute dominiert Frankreich das Spielgeschehen, sorgt mit seinen Schüssen allerdings nicht wirklich für Gefahr. In der 80. Minute kommt Portugal durch Nani und Quaresma zu einer Doppelchance. Letzterer scheitert mit einem Fallrückzieher an Torhüter Lloris. Als jeder bereits mit der Verlängerung rechnet, schießt Gignac den Ball aus fünf Metern Entfernung zwar am Tormann vorbei, trifft allerdings nur die Stange. Es kommt also doch zur Verlängerung.

Die Verlängerung:

Ronaldo ist wieder da. Er humpelt zu seinen Mitspielern auf den Rasen und motiviert sie für die folgenden 30 Minuten. Das Spiel plätschert bis zu 109. Minute dahin und dann kommt der große Auftritt des Portugiesen Eder. Er zieht seinen Gegenspieler am Trikot zurück, bekommt dadurch freie Bahn und schießt aus etwa 20 Metern direkt neben die Stange ins Tor. In den letzten Minuten scheint es, als ob Portugal zwei Teamchefs hätte. Cristiano Ronaldo humpelt in der Coaching Zone auf und ab und gibt Anweisungen an die Spieler. Er scheint dabei nicht immer einer Meinung mit „dem echten Teamchef“ Fernando Santos zu sein, aber am Ende jubeln sie gemeinsam über den 1:0 Erfolg der portugiesischen Mannschaft.