Montag, 9. Oktober 2017

Peter Pilz – der Aufdecker der Nation muss weg

Im Hauptquartier der diversen Bundesparteien schrillen die Alarmglocken. Eine vom Innenministerium durchgeführte, streng geheime Umfrage hat ergeben, dass die Liste Pilz am Wahltag auf 20% der abgegebenen, gültigen Stimmen kommen könnte. Es besteht also dringender Handlungsbedarf und deshalb haben sich die Granden, sämtlicher im Nationalrat vertretenen Parteien, in einem Hinterzimmer des Café Landtmann getroffen, um über den Ernst der Lage und die weitere Vorgehensweise zu diskutieren.

Strache: Der Pilz muss weg! Ja wo kommen wir denn da hin, wenn der Gemeindebaubewohner uns plötzlich die ganzen Wählerstimmen wegnimmt. Da dürfen wir nicht zuschauen, sondern müssen sofort handeln.

Kurz: Ich bin da ganz Deiner Meinung lieber Bumsti und ich habe bereits eine Task-Force eingesetzt, um das Problem zu lösen. Die ersten Erkenntnisse habe ich zufälligerweise auch schon da und mir wurde mitgeteilt, dass es am Besten wäre, wenn wir den Pilz mit ganz viel Aufklärungsarbeit eindecken. Er hat dann nämlich keine Zeit mehr, um seinen Wahlkampf weiter zu führen.

Kern: Und mit welcher Arbeit decken wir ihn da ein?

Lunacek: Na welche schon? Er soll eure Schmutzkübel-Kampagne aufklären. Da könnte er
auch gleich weiter prüfen, ob es tatsächlich ein 100.000€ Angebot von der ÖVP an den Herrn Puller gab oder gibt,

Kern: Bitte liebe Dame! Hören Sie doch auf mit diesen Gehässigkeiten! Mir ist ja eh schon ganz schlecht.

Kurz: Ich habe da, rein zufällig natürlich, bereits einen Vorschlag ausgearbeitet. Angenommen der Herr Pilz untersucht nun die niederträchtige Facebook-Kampagne der SPÖ, danach das völlig aus der Luft gegriffene 100.000 € Angebot meines deppaten Pressesprechers, dann brauchen wir nur noch irgendeine Enthüllung über die FPÖ. Wie wäre es beispielsweise mit einer, von einem FP- Nationalratsabgeordneten verprügelten Geliebten in einem Wiener Hotel?

Strache: Woher wissen Sie das schon wieder?

Kurz: Das habe ich jetzt nur so geraten.

Strache: Niemals! Sie haben uns alle bespitzeln lassen!

Kurz: Bespitzeln lassen, was für ein unschönes Wort. Ich vertrete viel eher die Ansicht, dass es wichtig ist seine Hausaufgaben ordentlich zu erledigen und da gehört es nun einmal dazu, alles aber wirklich alles über seine politischen Konkurrenten zu wissen.

Kern: Net aufregen Bumsti. Ich schwöre Dir, dieser Wicht kommt a noch amoi in mei Gassn.

Lunacek: Na wenigstens haben sie nichts über uns Grüne und scheinbar auch nichts über die Neos herausgefunden. Das zeigt, welch integere Leute für uns arbeiten.

Kurz: Ich muss Sie da leider enttäuschen. Mir ist da, rein zufällig, ein hübsch anzusehendes Video hereingeflattert auf dem man die Frau Vizebürgermeister auf ihrem Fahrrad, gegen eine Einbahn radeln sieht und als sie dann von einem Polizisten zur Ordnung gerufen wird, streckt die Frau Vassilakou dem armen Beamten ihren ausgestreckten Mittelfinger entgegen. Bei den Neos habe ich Indizien sammeln können, dass Frau Irmgard Griss bei ihrer einstigen Tätigkeit im Handelsgericht Wien, möglicherweise gegen die Annahme von Bestechungsgeldern, den einen oder anderen Akt verschwinden hat lassen.

Strache: Na und wos moch ma jetzt?

Kurz: Wir treten gemeinsam mit der Bitte an den Herrn Pilz heran, für alle diese Fälle einen Untersuchungsausschuss zu gründen und zu leiten. Mit dem ORF, Puls4 und ATV habe ich, rein zufällig natürlich, mir eine wöchentliche Sendezeit von jeweils einer Stunde herausgehandelt, bei der es um politische Enthüllungen geht. Moderiert und gestaltet sollen diese Sendungen von Herrn Pilz werden. Mit diesen Infos treten wir also an Herrn Pilz heran und geben ihm gleichzeitig mit liebenswerter Bestimmtheit zu verstehen, dass er für diese mediale Showbühne und der Verwirklichung seines Egotrips er seine Kandidatur bei den Nationalratswahlen zurückziehen muss.

Strache: Das ist ja genial!

Kern: Das ist zutiefst niederträchtig und unfair. Jawohl das machen wir!

Lunacek: Ich bin zwar absolut gegen so eine Vorgangsweise, aber im Sinne des politischen Überlebens meiner Partei, werde ich zähneknirschend die Zustimmung geben.

Jetzt endlich, spät aber doch, erscheint Neos-Chef Matthias Strolz auf der Bildfläche.

Strolz: Hallo! Grüß Euch! Ich bin schon da! Wir können schon anfangen!

Strache: Du Matthias. Wir sind bereits fertig.

Strolz: Na geh und was jetzt? Was machen wir?

Lunacek: Also wir sind alle für den Antrag vom Sebastian. Wir profitieren alle davon.

Strolz: Na gut, dann bin ich auch dafür.

Gesagt, getan. Alle sind dafür und im Gegenzug verspricht der künftige österreichische Bundeskanzler Kurz, dass sämtliche Parteien, welche nach der nächsten Nationalratswahl im Parlament vertreten sind, mindestens einen Minister stellen dürfen. Sie wundern sich wie das funktioniert? Ganz einfach. Sollte man sich nicht einigen können, wird einfach ein neues Ministerium ins Leben gerufen.