Montag, 23. Oktober 2017

Der Stillstand bei NAFTA

In diesem Jahr wird es nichts mehr mit der Einigung zu einer Erneuerung von NAFTA. Das 1994 geschlossene Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko ist die größte Freihandelszone der Welt. Das nominale Bruttoinlandsprodukt der drei Länder umfasst etwa 21 Billionen US-Dollar und inkludiert etwa 500 Millionen Einwohner.

US-Präsident Donald Trump will unbedingt eine Erneuerung von NAFTA durchsetzen, weil er in der jetzigen Form große Nachteile für die USA sieht. Er vertritt die Ansicht, dass das bisherige Abkommen vielen US-Bürgern ihren Job gekostet hat. Der Abbau an Jobs im Bereich der Industrie ist allerdings nicht auf NAFTA, sondern auf die Konkurrenz aus China zurückzuführen.

Trotz aller Streitereien in den bisherigen Verhandlungen, wollen sich die drei Länder bereits im November in Mexiko treffen, um weiterzuverhandeln.

Einige Beispiele dazu, warum es sich spießt

Die kanadische Außenministerin Cynthia Freeland ist sauer über die Forderungen der USA welche die Änderungen der bisherigen Regelungen verlangen. Dies vor allem in jenem Bereich der bislang vorsieht, dass sowohl die Kraftfahrzeuge als auch die Autoteile die Grenzen innerhalb des NAFTA-Raums, zollfrei überschreiten dürfen.

Der mexikanische Außenminister Ildefonso Guajardo Villareal will keine Zugeständnisse machen, welche seinem Land bereits in Kürze auf den Kopf fallen könnten.

US-Präsident Donald Trump ist angewidert vom Handelsdefizit mit Mexiko. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lightizer geht sogar so weit den Handelspartnern Kanada und Mexiko vorzuwerfen, sich absichtlich gegen die Änderungen zu stemmen, weil an angeblich Gefallen daran habe, dass die USA Defizite fabriziert. Das Handelsbilanzdefizit mit Mexiko beläuft sich übrigens auf 63 Milliarden US-Dollar.

Die USA sollten eher nach Innovationen und Lösungen im eigenen Staat suchen und nicht nur durch ein geschickteres Verhandeln bei Freihandelsverträgen seine Bilanzen verbessern.