Freitag, 18. Oktober 2019

Neues aus der Kryptowährungs-Szene

Um den nächsten Begriff zu verstehen, erzähle ich euch eine Geschichte. Wir befinden uns im Dezember 2013. In jenen Tagen ist der Kurs des Bitcoins stark eingebrochen und in einem Bitcoin Forum leckte ein User namens „Gamerkyuubi“ gerade seine Wunden. Seine Freundin sei gerade in eine Lesben-Bar gegangen, der Bitcoin-Kurs ist stark gesunken und weil er selbst ein lausiger Händler sei, werde er seine Coins nicht verkaufen, sondern behalten. Nachdem er diese Zeilen in einem englischen Forum geschrieben hatte, wurde es gleich viel lustiger, denn „Gamerkyuubi“ hat nämlich bereits beim Thread-Titel einen Tippfehler begangen und statt dem kämpferischen: „I am holding“, „I AM HODLING“ frohlockt. Er wusste selbst, dass er einen Tippfehler machte, aber nachdem er es zwei Mal korrigieren wollte und jedes Mal wieder hodling statt holding herauskam, gab er entnervt auf und schickte seine Message mit dem Fehler weg. Die Freude der anderen User, war ob seiner Zeilen groß und weil das Internet nun einmal ist wie es ist, wurde er für seinen liebenswerten Tippfehler ordentlich „abgefeiert „WE OL SHAL HODL“ war eine der ersten Antworten.

Bis zum heutigen Tag verwenden die Kryptowährungs-Anhänger den Begriff „HODL“, wenn sie damit ausdrücken wollen, dass sie ihre Coins behalten und nicht verkaufen wollen. „Gamerkyuubi“ hat später verkündet, dass er zum Zeitpunkt des Postings betrunken war.

Nachdem ihr jetzt wisst, was das Wort „hodl“ bedeutet nun zum eigentlichen Text.

Es ist eine Tatsache, dass sich bereits 7% der gesamten im Umlauf befindlichen Bitcoins, in den Wallets der acht größten Kryptowährungsbörsen befinden. Sie werden also von ihnen „gehodlt“. Der Token-Analyst (er liefert auf Twitter Echtzeit- und historische Blockchain-Daten) hat diese Erkenntnis am 8. Oktober verkündet. Es handelt sich demnach, um 1,2 Millionen Bitcoins, welche sich in diesen Exchange-Wallets befinden. Die meisten Bitcoins besitzt demnach die Huobi Group, gefolgt von der weltweit größten Kryptowährungsbörse namens Binance und die Krypto-Derivate Handelsplattform BitMEX.

Seit einigen Monaten kommt es weltweit zu einem Wirtschaftsabschwung und der Handelsstreit zwischen den U.S.A. und China sorgen auch nicht gerade für Stabilität. Staaten wie Argentinien und Venezuela, welche sich dem Staatsbankrott nähern, treiben wohl schon sehr bald immer mehr Menschen in die Arme der Kryptowährungen. Gold hat sich historisch gut entwickelt und der Bitcoin ist mittlerweile ebenso eine „harte“ Anlage geworden.

Es sind die harten Anlagen, welche in den Zeiten eines Konjunkturabschwungs ihren Wert halten und daher sind sie auch die bessere Investition. 

Die Kryptowährungen werden schon lange vom Bitcoin und Ethereum dominiert. Niemand kommt auch nur annähernd an deren Bekanntheit oder Marktkapitalisierung heran. Der Blockchain Experte Andreas Antonopoulos sieht kaum noch eine Chance für eine andere Kryptowährung, um die beiden Kryptowährungsleader zu überholen. Die einzige Möglichkeit wäre wohl, wenn der Bitcoin oder Ethereum, plötzlich und unerwartet völlig versagen. Ein paar kleine Hacks oder einige Verbote reichen dafür nicht aus. Es müsste wahrlich zu einem regelrechten Zusammenbruch kommen. Dann, aber nur dann, könnte ein Altcoin (alternativer Coin) deren Rang übernehmen. Nachdem dies in den letzten zehn Jahren nicht passiert ist, sind die Worte von Andreas Antnopoulos, keine guten Nachrichten für die Besitzer von Altcoins...

Wie viel Vertrauen beispielsweise die Hilfsorganisation UNICEF in den Bitcoin und in Ethereum hat, zeigt die Tatsache, dass das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN), in der letzten Woche einen Cryptocurrency Fund gestartet hat, um damit Spenden in Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) zu ermöglichen. Mit dieser Entscheidung anerkennt die Hilfsorganisation das große Potenzial der beiden digitalen Währungen. Die gesammelten Coins sollen verwendet werden, um damit Open-Source-Technologien zu finanzieren, welche den Kindern und Jugendlichen auf der gesamten Welt zugute kommen.

Der UNICEF Cryptocurrency Fund empfängt die Kryptowährungen und in derselben Währung werden die Coins auch an die verschiedenen Projekte weiter gegeben. Die ersten Beiträge zum UNICEF Cryptocurrency Fund werden von der Ethereum Foundation gespendet und kommen drei Stipendiaten des UNICEF Innovationsfonds zugute. Es geht dabei in erster Linie um das durch die GIGA-Initiative koordinierte Projekt, welches die Schulen in aller Welt mit dem Internet verbinden soll.


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