Sonntag, 3. Mai 2015

Finnland und Schweden liebäugeln mit einem NATO Beitritt

Die Finnen bereiten sich anscheinend auf den Ernstfall vor und deshalb werden 
900.000 Reservisten per Brief an ihre Rolle im Krisenfall erinnert. Natürlich will der finnische Verteidigungsminister Carl Haglund nichts davon wissen, aber es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Beziehungen zu den Russen verschlechtert haben. Man wirft den Russen vor, regelmäßig in den finnischen Luftraum einzudringen und mit U-Booten bis zur finnischen Küste zu fahren.

Finnland führt seit einiger Zeit eine Debatte darüber, ob es nicht doch besser wäre der NATO beizutreten. Wenn dies geschieht, dann wäre Russlands Grenze um weitere

1.300 Kilometer von der NATO umzingelt.

Für die Finnen sind auch die Wirtschaftssanktionen gegen Russland ein gewaltiges Problem. Dir Russen sind schon seit einigen Jahren der wichtigste Handelspartner und seit den Sanktionen leidet Finnland enorm an den wirtschaftlichen Einbussen. Es beginnt beim Tourismus wo etwa 40 % der Russen nicht mehr nach Finnland fahren, geht weiter beim Verkauf der Agrarerzeugnisse, welcher um etwa ein Drittel zurückgegangen ist und setzt sich in eine Abhängigkeit gegenüber den Russen, was die Kohle- Öl und Gaslieferungen betrifft fort.

Abgesehen davon spielt man auch in Schweden bereits mit dem Gedanken in Kürze der NATO beizutreten. Die Politiker antworten auf konkrete Fragen dazu zumeist mit der Wortspende „derzeit nicht aktuell“. Das ist insofern richtig, als die Schweden vorhaben ihre Militärausgaben drastisch zu erhöhen, um vor allem den Ostseeraum zu stärken. Derzeit sind nur 30 % der Schweden für einen NATO Beitritt und etwa 50 % dagegen. Nachdem es in Schweden im Herbst Wahlen zu gewinnen gibt, wird sich kein schwedischer Spitzenkandidat trauen, den Einwohnern noch vor den Wahlen mitzuteilen, dass der NATO Beitritt bereits geplant ist und kurz vor der Realisierung steht.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-05/finnland-armee-reservisten-russland