Sonntag, 24. Mai 2015

Wurde die Antarktis irreparabel ausgedünnt?

Die Auswertung einer langjährigen Datensammlung des Satteliten CryoSat-2, durch Bert Wouters von der University of Bristol und seinen Kollegen hat ergeben, dass eine ehemals stabile Region der Antarktis seit dem Jahr 2009 riesige Mengen an Eis verliert. Der weltweite Meeresspiegel steigt damit in einem noch stärkerem Ausmaß als bisher.


Laut Ben Wouters haben die Gletscher jährlich bis zu vier Meter an Höhe verloren. Das Ereignis ist vermutlich durch die Erwärmung des Meerwassers hervorgerufen worden. In der Antarktis haben die Westwinde zugenommen und diese schieben die warmen Wassermassen des südlichen Ozeans zum Pol, wo sie die Gletscher „anknabbern“. Das dortige Schelfeis hat dadurch 20 % von seiner ursprünglichen Dicke verloren.

Das Schelfeis besitzt übrigens die Eigenschaft, das Abfließen der Gletscher ins Meer abzubremsen. Ein dünneres Schelfeis bewirkt, dass der Bremseffekt schwächer wird. 2009 ist in diesem Zusammenhang etwas passiert sein, welches die Ausdünnung stark fortschreiten hat lassen. Dabei könnte eine Grenz überschritten worden sein, welche für alle Zeiten irreparabel ist.

Der Forscher Ben Wouters vertritt die Ansicht, dass viele Daten gesammelt werden müssen, um Klarheit darüber zu erlangen, wodurch es diese plötzlichen Veränderungen gegeben hat. Die Eigenschaften der örtlichen Eismassen, des Meeresbodens und der Strömungsgeschwindigkeit der Gletscher sind entscheidend um bestimmen zu können, welche Auswirkungen der Eisverlust noch erreichen wird.

Im Gegensatz zu den anderen Regionen des Südkontinents ist der Südteil der Antarktischen Halbinsel vor allem deshalb so wenig erforscht, weil es dort für lange Zeit keine Veränderungen gegeben hat.