Mittwoch, 20. Mai 2015

Die Sexualität schützt vor dem Aussterben

Faktum ist, dass sich die meisten vielzelligen Lebewesen auf sexuellem Weg vermehren.  
Das mit dem na no na net habe ich gehört! Bitte keine Zwischenrufe und unterbrecht mich jetzt nicht bei den folgenden Überlegungen... 
Weibchen könnten sich viel schneller vermehren wenn Sie sich ungeschlechtlich fortpflanzen würden (mindestens genau so logisch). Eh klar keine Scherereien zwecks Partnersuche... Aber wozu hat das Männchen denn eigentlich seine Existenzberechtigung? Diese Frage haben britische Biologen mittels eines Experiments mit Reismehlkäfern versucht zu klären.


Die Weibchen wählen ihre Sexualpartner unter mehreren möglichen Geschlechtspartnern zumeist selbst aus. Jene Männchen mit dem gesunden und dadurch auch besseren Erbgut werden für Fortpflanzung bevorzugt. Die Existenzberechtigung der Männchen beruht also darauf, dass diese eine Selektion ermöglichen. Je besser das weiter gegebene Erbgut, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Spezies überlebt. So oder so ähnlich erklärt es auch Matthew Gage von der University of East Anglia in Norwich.

Ein buntes Gefieder und ein schöner Gesang der männlichen Vögel führt ebenso zu einer sexuellen Selektion. Die Weibchen erkennen daran den Partner, welche ihnen die perfekten Gene für den eigenen Nachwuchs garantiert. Würden sich die Weibchen von alleine vermehren können, dann gäbe es auch schädliche Mutationen. Diese könnten dann in späterer Folge zum Aussterben einer Spezies führen.

Die Biologen führten eine Langzeitstudie an zwei Populationen von Rotbraunen Reismehlkäfern durch. Bei der einen Gruppe durften 10 Weibchen aus 90 Männchen wählen. In der zweiten Gruppe mussten die Käfer paarweise zusammenleben. 50 Generationen später kontrollierten die Biologen ob es Unterschiede in der Qualität des Erbguts gab. Als Testmethode diente ein erzwungener Inzest. Ab sofort durften sich in jeder Population nur noch die Geschwister vermehren. Spätestens nach zehn Inzestgenerationen war jene Gruppe ausgestorben, welche zu Beginn keine Chance auf eine sexuelle Selektion bekam. Die zweite Gruppe existierte selbst 20 Generationen danach noch. Damit wurde bewiesen, dass eine sexuelle Selektion notwendig ist, um das Überleben einer Spezies zu sichern.

http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Sexualitaet_schuetzt_vor_dem_Aussterben1771015589835.html