Sonntag, 29. November 2015

Die einzigartige Flüchtlingspolitik Ugandas

Beginnen wir mit einem Vergleich. Uganda hat etwa 400.000 Flüchtlinge aufgenommen und ungefähr halb so viele Einwohner wie Deutschland. Das Durchschnittseinkommen der Afrikaner beträgt aber lediglich 5 % jenes der Deutschen. Uganda zählt seit Jahren zu den ärmsten Ländern der Erde. Die reale Arbeitslosigkeit dürfte bei 60 % liegen. Der Staat ist allerdings seit Jahrzehnten politisch stabil. Die Flüchtlinge kommen seit Jahren aus dem Kongo, den vom Bürgerkrieg betroffenen Südsudan und Kenia.


Wenn wir uns jetzt in Uganda auf die Suche nach Flüchtlingslager oder Zelte- und Containerdörfer machen würden, hätten wir keinen „Erfolg“. Wir würden nichts finden. Für uns wäre eine derartige Unterbringung durchaus „normal“, weil wir ja schnell viele Leute unterbringen wollen.

Wo bringt also Uganda seine Flüchtlinge unter? Also es fängt einmal damit an, dass jeder Asylberechtigte sofort sein Recht auf Arbeit bekommt. Jetzt stellen wir uns das einmal in Österreich und Deutschland vor und überlegen uns wie die Reaktionen ausschauen könnten. Das ist aber noch nicht alles. Uganda geht da nämlich gleich noch mehrere Schritte weiter. Jeder Asylberechtigte bekommt einen halben Hektar Land geschenkt! Das ist also ein Grundstück mit 100 mal 50 Meter. Die Asylberechtigten dürfen es so lange sie in Uganda sind behalten! Das ist weltweit einzigartig und nicht erst seit ein paar Tagen oder Wochen so, sondern bereits seit den fünfziger Jahren...

Die Schutzsuchenden bekommen nach ihrer Ankunft von den Hilfsorganisationen sowohl Saatgut, als auch Werkzeuge zur Verfügung gestellt. Nachdem das erste Mal geerntet wurde, lernen die Asylberechtigten zusehends für sich selbst zu sorgen und werden immer weniger abhängig von einer Unterstützung durch den Staat. In Uganda gibt es bereits Siedlungen in denen bis zu 100.000 Menschen leben und welche von den „normalen“ Dörfern Ugandas nicht mehr zu unterscheiden sind. Konflikte mit der heimischen Bevölkerung gibt es, trotz der stetigen Zunahme von Schutzsuchenden, ganz selten.

Der Nachteil für die Flüchtlinge ist, dass sie in Uganda nur als Flüchtling bleiben können. Es gibt derzeit, im ugandischen Recht keine Möglichkeit die Staatsbürgerschaft zu bekommen oder wählen zu gehen. So lange es in ihren Herkunftsländern Krieg oder/und Terror gibt, dürfen sie aber wenigstens uneingeschränkt bleiben.