Freitag, 9. Oktober 2015

Die Taxifahrt zum Wahllokal - Vorsicht Satire !

Damit die Wiener Wahlen im Fernsehen bereits vor der ersten Hochrechnung für Rekordquoten sorgen, hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Für die Spitzenkandidaten der fünf „größten Parteien“ wurde am Wiener Küniglberg ein eigenes Wahllokal errichtet. Die Spitzenkandidaten werden dieses zeitglich betreten und nacheinander medial perfekt inszeniert ihre Stimme abgeben.

1. Teil

Michael Häupl, H.C. Bumsti Strache, Maria Vassilakou, Manfred Juraczka und Beate Meinl treffen sich vor dem Wiener Westbahnhof, um in einem Taxi gemeinsam die Reise zum Küniglberg anzutreten.


Strache: 
Solada! Liebe Leute! Heute ist Wahltag und Wahltag ist Zahltag! Heit geht’s dahin. Das wird noch eine große Überraschung heute abend geben. Das hat mir auch meine Numerologin prophezeit.

Häupl: 
I kaun da a glei a Überraschung gebn. Kommts wir steign ganz vorne ein. Bitte alle einisteigen.

Auf einmal bleiben alle, mit Ausnahme von Bürgermeister Häupl, mit aufgerissenen Augen wie angewurzelt stehen.

Faymann:
Guten Taaaag!

Vassilakou: 
Was machst Du da?

Faymann: 
Nach was schauts denn aus?

Vassilakou: 
Bist Du jetzt unter die Taxler gegangen?

Faymann: 
Es kann nie schaden, wenn man in seinen angestammten Beruf wieder mal kurz reinschnuppert um in Übung zu bleiben.

Strache: 
Da ist halt die Angst schon sehr groß, dass der Herr Faymann als Bundeskanzler bald Geschichte ist und aus seinem Amt hinweggefegt wird. Allerdings meinen Respekt für die schöne Dienstmütze. Die steht ihnen ausgezeichnet. Sieht fast schon wie bei einem aufrechten Burschenschafter aus.

Häupl: 
Geh hoit die Pappn, sonst vergiss i mi gleich.

Strache: 
Und schon wieder so eine gemeingefährliche Drohung.

Vassilakou: 
Geh bitte seids doch nicht so kindisch. So ein blödes Macho Gehabe. Jetzt wird’s schön langsam peinlich.

Meinl: 
Mich nervt das auch schon gewaltig. Hoffentlich fahren wir nicht lange und sind bald da.

Faymann: 
Na da muss ich die Hoffnungen ein bisserl zurückschrauben. Es ist heute halt leider schon wieder der Ring wegen einer Demo gesperrt.

Juraczka: 
Das darf doch nicht wahr sein. Das ist eine Ungeheuerlichkeit. Wegen jedem Blödsinn ist heutzutage der Ring gesperrt. Ich hasse es! Als Autofahrer ist man ja nur noch der Trottel der Nation!

Faymann: 
Apropos Trottel der Nation. Sie wissen eh warum heute eine Demo ist?

Juraczka: 
Na geh bitte. Natürlich kann ich mir das nicht merken. Es sind ja ständig Demos hier. Um was geht es denn diesmal?

Vassilakou: 
Das Thema der Demo lautet: „Weniger Demos auf dem Ring – Für einen flüssigen Autoverkehr“.

Juraczka: 
Na sehr lustig. Wer ist denn der Veranstalter?

Häupl: 
Die Junge ÖVP.

Juraczka: 
Ah so... Na ja... eigentlich ja eine ganz witzige Idee...

Strache: 
Na wie schauts denn aus in ihrer Partei? Schon den Trauerflor hergerichtet? Der Onkel Erwin wird sicher voll grantig sein, wenn das Ergebnis der Wiener Wahl feststeht.

Häupl: 
Loss Di von dem Wappler net ärgern. Wir können ja vor dem Fernsehauftritt noch a Beruhigungs Achterl trinken. Zur Verdauung.

Juraczka: 
Zur Verdauung?

Häupl: 
Najo damit wir das Ergebnis der ersten Hochrechnung besser verdauen....

Juraczka: 
Glaubst wirklich, dass es für uns so schlimm wird?

Vassilakou: 
Keine Sorge. Die ÖVP wird den Einzug in den Gemeinderat schon schaffen, wahrscheinlich schon....

Strache: 
Na geh. Jetzt werdens aber wirklich grauslich. Des gfoit ma! Schön langsam werdens a richtig guate Österreicherin. Übrigens Herr Faymann, Sie machen das so großartig, dass ich Sie fragen möchte ob sie, nach der nächsten Nationalratswahl mein persönlicher Chauffeur werden wollen.

Faymann: 
Niemals! Ich habe ja auch meinen Stolz! Und jetzt Ruhe, weil ich muss mich ja konzentrieren. Das ist ja nicht so einfach, wie nur blöd herumreden in so einem Wahlkampf. Taxifahren ist ja wirklich ein Knochenjob. Aber das verstehen Sie ja nicht Herr Strache! Dafür haben Sie eine viel zu große Wissenslücke.

Strache: 
Na besser so eine unwichtige Bildungslücke, als diese ekelhafte Zahnlücke von der Frau Vassilakou. Wollens ihnen das nicht einmal richten lassen? Ich kenn da einen hervorragenden Zahntechniker.

Vassilakou: 
Ja genau! Sie selbst! Nein danke! Warum grinsens denn eigentlich jetzt die ganze Zeit so ekelhaft?

Strache: 
Na ich freue mich schon so, auf die erste Hochrechnung und auf das Gesicht vom baldigen Ex Bürgermeister Häupl. Da muss ich unbedingt gleich davon ein Foto machen und auf meine Facebook Seite posten.

Häupl: 
Freuens eana net zu früh! Noch haben Sie nicht gewonnen! Ich habe da am letzten Tag des Wahlkampfes nämlich noch eine ganz besondere Idee für meine Wahlwerber in Wien gehabt. Selbstverständlich haben wir das auch über die sozialen Netzwerke verbreiten lassen. Sie wissen noch nix davon?

Strache: 
Entschuldigen Sie bitte, aber wovon reden Sie?

Häupl: 
Naja die Macht des Unterbewussten!

Strache: 
Sie sprechen in Rätseln. Raus mit der Sprache!

Häupl: 
Ich gebe ihnen ein Beispiel. Wenn ich zu ihnen sag „Denkens auf keinen Fall an einen rosa Elefanten!“ Woran denken Sie dann?

Strache: 
Naja an einen rosa Elefanten.

Häupl: 
Sehr gut. Naja Sie haben es also kapiert. Und alle Wahlwerber meiner Partei und selbstverständlich auch in den sozialen Netzwerken haben folgendes gesagt oder geschrieben „Denkt auf gar keinen Fall daran, dass der H.C. Bumsti Strache rosa Strapse anhat.“

Strache: 
Sie! Wenn das wahr ist... also das wird ein Nachspiel haben... nicht mit mir... so nicht...

Währenddessen parkt der Taxifahrer Werner Faymann sein Auto beim Küniglberg ein und die Spitzenpolitiker steigen aus, um sich ins Wahllokal zu begeben. Was sich dort und vor allem auch in der Wahlzelle abspielt, erfahrt ihr beim nächsten Mal.









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